Glossar der Institutionen, Aktionen und Rechtsbegriffe
Dieses Glossar erläutert Institutionen des nationalsozialistischen Terrorapparats, Tarnnamen verbrecherischer Aktionen und die Rechtsbegriffe, mit denen diese Taten später beschrieben wurden. Bezeichnungen wie „Endlösung“, „Kristallnacht“, „Euthanasie“ oder „Bandenbekämpfung“ stammen aus der Sprache der Täter. Sie werden ausschließlich als historische Quellenbegriffe wiedergegeben und kritisch eingeordnet.
Profilverweise ohne deutsche Übersetzung führen in das vollständige polnische Archiv.
- „Aktion Reinhardt“
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1942–1943
Tarnname der deutschen Mordaktion gegen die Jüdinnen und Juden des Generalgouvernements und des Bezirks Białystok 1942–1943. Odilo Globocnik leitete sie im Auftrag Heinrich Himmlers; Christian Wirth beaufsichtigte die Tötungsstätten, Franz Stangl war Kommandant von Sobibór und später Treblinka. Schätzungen gehen von etwa 1,7 bis 1,8 Millionen in Bełżec, Sobibór und Treblinka ermordeten Menschen aus, weit überwiegend polnischen Jüdinnen und Juden.
Verknüpfte Personen: Odilo Globocnik · Heinrich Himmler · Christian Wirth · Franz Stangl
- „Aktion T4“
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1939–1941
Tarnname für den Massenmord an Menschen mit Behinderungen und Patientinnen und Patienten psychiatrischer Einrichtungen im Deutschen Reich. Adolf Hitler ermächtigte das von Philipp Bouhler und Karl Brandt organisierte Programm. In der zentral gesteuerten Phase wurden etwa 70.000 Menschen vergast oder durch Injektionen getötet; die NS-Propaganda verschleierte die Morde als „Euthanasie“. Personal und Methoden der „T4“ wurden später für die „Aktion Reinhardt“ eingesetzt.
Verknüpfte Personen: Adolf Hitler · Philipp Bouhler · Karl Brandt
- Entnazifizierung
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seit 1945
Der 1945 von den Alliierten begonnene Prozess, nationalsozialistische Strukturen aus dem öffentlichen Leben Deutschlands und Österreichs zu entfernen. Dazu gehörten die Auflösung der NSDAP und ihrer Gliederungen, die Überprüfung von Beschäftigten im öffentlichen Dienst sowie die Verfolgung von Tätern. Die Entnazifizierung blieb unvollständig: Viele Täter entgingen einer Strafe, kehrten in ihre Berufe zurück oder flohen vor der Justiz.
Verknüpfte Personen: Josef Mengele
- Einsatzgruppen
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1939–1945
Mobile Verbände der Sicherheitspolizei und des SD unter dem Reichssicherheitshauptamt. Sie verübten ab 1939 im besetzten Polen und nach dem Überfall auf die Sowjetunion 1941 in den besetzten Ostgebieten Massenerschießungen. Zu ihren Opfern gehörten mehr als eine Million Jüdinnen und Juden sowie Roma, Angehörige der polnischen Eliten, Psychiatriepatienten und sowjetische Kriegsgefangene.
Verknüpfte Personen: Otto Ohlendorf · Paul Blobel
- Gauleiter
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1925–1945
Leiter eines Parteigaus der NSDAP, Hitler unmittelbar unterstellt und häufig die beherrschende politische Autorität seines Gebiets. In den dem Reich völkerrechtswidrig einverleibten polnischen Gebieten betrieben Arthur Greiser im Wartheland und Albert Forster in Danzig–Westpreußen Germanisierung, Massenvertreibungen und Hinrichtungen. Beide wurden nach dem Krieg in Polen zum Tode verurteilt.
Verknüpfte Personen: Arthur Greiser · Albert Forster
- Generalgouvernement
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1939–1945
Deutsche Besatzungsverwaltung, die im Oktober 1939 in den nicht förmlich annektierten Gebieten Zentral- und Südostpolens eingerichtet wurde. Hans Frank war Generalgouverneur, Friedrich-Wilhelm Krüger Höherer SS- und Polizeiführer. Das Gebiet wurde zum Schauplatz von Massenterror, Raub, Ausbeutung, Ghettos und den Tötungsstätten der „Aktion Reinhardt“.
Verknüpfte Personen: Hans Frank · Friedrich-Wilhelm Krüger
- Gestapo
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1933–1945
Die Geheime Staatspolizei war die politische Polizei des NS-Staats und ab 1939 Amt IV des Reichssicherheitshauptamts unter Heinrich Müller. Sie betrieb Überwachung, Verhaftungen und Folter und verfügte Einweisungen in Konzentrationslager. Das Referat IV B 4 unter Adolf Eichmann organisierte Deportationen von Jüdinnen und Juden in die Tötungsstätten. Der Internationale Militärgerichtshof erklärte die Gestapo im vom Urteil bestimmten Umfang zur verbrecherischen Organisation.
Verknüpfte Personen: Heinrich Müller · Adolf Eichmann
- Ghetto
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1939–1944
Ein zwangsweise abgegrenzter Stadtbezirk, in dem die deutschen Besatzungsbehörden Jüdinnen und Juden unter Bedingungen extremer Enge, des Hungers und des Terrors einsperrten. Ghettos waren Teil des Holocaust: Die Eingeschlossenen wurden vor Ort ermordet oder in Tötungsstätten deportiert. Die Verwaltung der Ghettos verband Zwangsarbeit und systematischen Raub mit dem Vernichtungsprozess.
Verknüpfte Personen: Hans Biebow
- HSSPF — Höherer SS- und Polizeiführer
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1937–1945
Höhere SS- und Polizeiführer waren Himmlers ranghohe Beauftragte in einem Gebiet und koordinierten dort die verschiedenen Zweige von SS und Polizei. Sie gehörten zu den zentralen Organisatoren von Massenerschießungen, Deportationen und sogenannten Befriedungsaktionen. Friedrich Jeckeln leitete Massaker in der Ukraine und in Lettland; Friedrich-Wilhelm Krüger und Wilhelm Koppe beaufsichtigten den Terrorapparat in den besetzten polnischen Gebieten.
Verknüpfte Personen: Heinrich Himmler · Friedrich Jeckeln · Friedrich-Wilhelm Krüger · Wilhelm Koppe
- NS-Staat („Drittes Reich“)
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1933–1945
Der deutsche Staat unter der Diktatur Adolf Hitlers und der NSDAP von 1933 bis 1945. Das rassistische und antisemitische Regime entfesselte den Zweiten Weltkrieg und beging Völkermord, Verbrechen gegen die Menschlichkeit und Kriegsverbrechen. „Drittes Reich“ war eine politische Selbstbezeichnung und wird hier nur als historischer Quellenbegriff verwendet.
Verknüpfte Personen: Adolf Hitler
- Reichsgau Wartheland
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1939–1945
Ein 1939 aus völkerrechtswidrig annektierten westpolnischen Gebieten gebildeter Verwaltungsbezirk unter Gauleiter Arthur Greiser. Er wurde zum Experimentierfeld der Germanisierung durch Vertreibung, Hinrichtungen von Angehörigen der polnischen Intelligenz und Geistlichkeit, Zwangsarbeit und Judenverfolgung. Im Gebiet lagen das Ghetto Łódź und die Tötungsstätte Kulmhof bei Chełmno nad Nerem.
Verknüpfte Personen: Arthur Greiser
- Völkermord (Genozid)
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Begriff geprägt 1944
Eine Tat in der Absicht, eine nationale, ethnische, rassische oder religiöse Gruppe ganz oder teilweise zu zerstören. Der polnisch-jüdische Jurist Raphael Lemkin prägte 1944 den Begriff genocide; die Vereinten Nationen kodifizierten ihn 1948 in der Völkermordkonvention. Der Holocaust und der Völkermord an Roma und Sinti sind zentrale Beispiele nationalsozialistischer Genozide.
Verknüpfte Personen: Arthur Greiser · Rudolf Höss
- IMG — Internationaler Militärgerichtshof
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1945–1946
Gericht der vier alliierten Mächte, das 1945–1946 in Nürnberg gegen führende deutsche Kriegsverbrecher wegen Verbrechen gegen den Frieden, Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit verhandelte. Es verhängte zwölf Todesurteile, eines davon in Abwesenheit, und erklärte unter festgelegten Voraussetzungen das Führungskorps der NSDAP, SS, SD und Gestapo zu verbrecherischen Organisationen. Das Urteil wurde zu einer Grundlage des modernen Völkerstrafrechts.
Verknüpfte Personen: Hermann Göring · Joachim von Ribbentrop · Wilhelm Keitel · Ernst Kaltenbrunner · Hans Frank · Alfred Rosenberg · Julius Streicher · Arthur Seyss-Inquart · Martin Bormann
- Oberstes Nationales Tribunal Polens
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1946–1948
Polnisches Gericht, das von 1946 bis 1948 gegen von den Alliierten an Polen ausgelieferte deutsche Täter verhandelte. Es verurteilte unter anderem Rudolf Höss, Arthur Greiser, Albert Forster und Amon Göth zum Tode. Seine Rechtsprechung gehörte zu den frühen gerichtlichen Anwendungen des Genozidbegriffs.
Verknüpfte Personen: Rudolf Höss · Arthur Greiser · Albert Forster · Amon Göth
- NMT — Nürnberger Nachfolgeprozesse
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1946–1949
Zwölf Verfahren vor US-amerikanischen Militärgerichten in Nürnberg von 1946 bis 1949. Sie untersuchten einzelne Bereiche des Verbrechensapparats, darunter Ärzte, Juristen, Ministerien, Industrielle, militärische Befehlshaber, Einsatzgruppen und die SS-Wirtschaftsverwaltung. Die Prozesse dokumentierten die Beteiligung professioneller und bürokratischer Eliten an den NS-Verbrechen.
Verknüpfte Personen: Karl Brandt · Karl Gebhardt · Otto Ohlendorf · Paul Blobel · Oswald Pohl
- Novemberpogrome 1938 („Kristallnacht“)
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9.–10. November 1938
Staatlich organisierte Pogrome gegen Jüdinnen und Juden im Deutschen Reich und in Österreich am 9. und 10. November 1938. Mehr als tausend Synagogen wurden zerstört oder beschädigt, Tausende Geschäfte und Wohnungen verwüstet, mindestens 91 Menschen ermordet und etwa 30.000 jüdische Männer in Konzentrationslager verschleppt. Die Bezeichnung „Kristallnacht“ verharmlost die Gewalt und wird hier nur kritisch zitiert.
Verknüpfte Personen: Joseph Goebbels
- NSDAP
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1920–1945
Die Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei unter Adolf Hitler. Ab 1933 war sie die einzige zugelassene Partei in Deutschland; ihre rassistische und antisemitische Ideologie wurde staatliches Programm. Martin Bormann leitete die Parteikanzlei. Der Internationale Militärgerichtshof erklärte das politische Führungskorps der NSDAP im vom Urteil bestimmten Umfang zur verbrecherischen Organisation.
Verknüpfte Personen: Adolf Hitler · Martin Bormann
- Konzentrationslager und Tötungsstätte
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1933–1945
Konzentrationslager dienten der Inhaftierung, Terrorisierung und Ausbeutung durch Zwangsarbeit; Hunderttausende starben durch Mord, Hunger, Krankheit und Entkräftung. Kulmhof, Bełżec, Sobibór und Treblinka wurden eigens für den unmittelbaren Massenmord, vor allem an Jüdinnen und Juden, errichtet. Auschwitz-Birkenau und Majdanek verbanden Funktionen eines Konzentrationslagers mit massenhafter Tötung. Diese institutionellen Kategorien dürfen nicht gleichgesetzt werden.
Verknüpfte Personen: Theodor Eicke · Richard Glücks · Rudolf Höss
- „Endlösung der Judenfrage“
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1941–1945
Bürokratischer Tätereuphemismus des NS-Regimes für den Plan, die europäischen Jüdinnen und Juden zu ermorden. Reinhard Heydrich koordinierte im Januar 1942 auf der Wannsee-Konferenz die ressortübergreifende Umsetzung; Adolf Eichmanns Referat im RSHA organisierte die Deportationslogistik. Massenerschießungen, Ghettos und Tötungsstätten waren miteinander verbundene Mittel des Völkermords.
Verknüpfte Personen: Reinhard Heydrich · Adolf Eichmann
- RSHA — Reichssicherheitshauptamt
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1939–1945
Das 1939 gegründete Reichssicherheitshauptamt vereinte Gestapo, Kriminalpolizei und SD. Unter Reinhard Heydrich und später Ernst Kaltenbrunner war es eine zentrale Befehlsstelle des NS-Terrors und des Holocaust. Ihm unterstanden die Einsatzgruppen; zugleich gehörte Eichmanns Deportationsreferat zu seiner Struktur.
Verknüpfte Personen: Reinhard Heydrich · Ernst Kaltenbrunner
- SA
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1921–1945
Die Sturmabteilung war die paramilitärische Organisation der NSDAP. Ihr Straßenterror trug zum Aufstieg der Nationalsozialisten bei; nach 1933 beteiligten sich SA-Angehörige an antijüdischen Boykotten, frühen provisorischen Lagern und den Novemberpogromen 1938. Nach der Ermordung eines großen Teils ihrer Führung 1934 verlor die SA gegenüber der SS an Macht.
Verknüpfte Personen: Oskar Dirlewanger · Julius Streicher
- SD — Sicherheitsdienst des Reichsführers SS
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1931–1945
Der Sicherheitsdienst war der unter Reinhard Heydrich aufgebaute Nachrichtendienst der SS und wurde 1939 in das Reichssicherheitshauptamt eingegliedert. Seine Mitarbeiter überwachten die Gesellschaft, bestimmten Zielgruppen der Verfolgung und besetzten Führungsstellen der Einsatzgruppen. Der Internationale Militärgerichtshof erklärte den SD im vom Urteil bestimmten Umfang zur verbrecherischen Organisation.
Verknüpfte Personen: Reinhard Heydrich · Otto Ohlendorf
- SS
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1925–1945
Die Schutzstaffel unter Heinrich Himmler entwickelte sich von einer Parteigarde zu einem Machtkomplex, der Polizei, Nachrichtendienste, das Konzentrationslagersystem und bewaffnete Verbände kontrollierte. Sie war ein Hauptinstrument von Völkermord, Verbrechen gegen die Menschlichkeit und Kriegsverbrechen. RSHA, WVHA, Wachmannschaften der Lager und Waffen-SS gehörten zu diesem institutionellen Gefüge.
Verknüpfte Personen: Heinrich Himmler
- WVHA — SS-Wirtschafts- und Verwaltungshauptamt
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1942–1945
Das 1942 unter Oswald Pohl gebildete Wirtschafts- und Verwaltungshauptamt verwaltete das Konzentrationslagersystem, beutete die Zwangsarbeit der Häftlinge aus und verarbeitete geraubtes Eigentum der Opfer. Pohl wurde im WVHA-Prozess, einem Nürnberger Nachfolgeprozess, zum Tode verurteilt.
Verknüpfte Personen: Oswald Pohl
- Verbrechen gegen die Menschlichkeit
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1945 kodifiziert
Eine in der Charta des Internationalen Militärgerichtshofs von 1945 kodifizierte Rechtskategorie. Sie umfasste Mord, Ausrottung, Versklavung, Deportation und Verfolgung der Zivilbevölkerung aus politischen, rassistischen oder religiösen Gründen. Neben Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen den Frieden ermöglichte sie die strafrechtliche Erfassung systematischer staatlicher Gewalt, auch gegen die eigene Bevölkerung.
- Intelligenzaktion
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1939–1940
Sammelbezeichnung für deutsche Verfolgungs- und Mordaktionen gegen polnische politische, gesellschaftliche, religiöse und berufliche Eliten 1939–1940. Regionale Einheiten von Sicherheitspolizei und SD, SS, Polizei und Volksdeutschem Selbstschutz führten Verhaftungen und Massenmorde durch.
Verknüpfte Personen: Reinhard Heydrich · Bruno Streckenbach · Albert Forster · Arthur Greiser · Hans Frank · Werner Best · Lothar Beutel · Ernst Damzog · Udo von Woyrsch · Rudolf Tröger · Emanuel Schäfer
Quellen: przystanekhistoria.pl · encyclopedia.ushmm.org
- Unternehmen Tannenberg
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1939
Eine vor dem Überfall auf Polen vorbereitete Operation des Sicherheitsapparats zur Erfassung, Fahndung, Festnahme und Ausschaltung von Menschen, die als Gegner der deutschen Besatzung eingestuft wurden. Sie bildete einen operativen Rahmen für den Einsatz der Einsatzgruppen 1939.
Verknüpfte Personen: Reinhard Heydrich · Heinrich Himmler · Bruno Streckenbach · Werner Best · Lothar Beutel · Ernst Damzog · Udo von Woyrsch · Emanuel Schäfer
Quellen: poznan.ipn.gov.pl · edukacja.ipn.gov.pl
- Sonderfahndungsbuch Polen
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vor 1939 erstellt; 1939–1940 verwendet
Eine vor dem Krieg angelegte Liste von Menschen, nach denen der deutsche Sicherheitsapparat nach dem Überfall auf Polen fahnden und die er verfolgen wollte. Sie war kein Gerichtsurteil, sondern eine operative Proskriptionsliste der Besatzungsmacht.
Verknüpfte Personen: Reinhard Heydrich · Bruno Streckenbach · Werner Best · Rudolf Tröger · Friedrich Class
Quellen: edukacja.ipn.gov.pl · archiwum.ipn.gov.pl
- Intelligenzaktion Pommern
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1939–1940
Ein regionaler Komplex von Vernichtungsaktionen in Pommern 1939–1940. Einsatzkommando 16, SS-Verbände, Volksdeutscher Selbstschutz und Polizei führten sie unter Verantwortung der Bezirksbehörden durch.
Verknüpfte Personen: Albert Forster · Bruno Streckenbach · Ludolf-Hermann von Alvensleben · Richard Hildebrandt · Rudolf Tröger · Friedrich Class · Kurt Eimann
Quellen: przystanekhistoria.pl · muzeumpiasnickie.pl
- AB-Aktion (Außerordentliche Befriedungsaktion)
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1940
Außerordentliche Repressionsaktion im Generalgouvernement gegen polnische Eliten und Milieus, denen die Besatzer die Fähigkeit zur Organisation von Widerstand zuschrieben. Zivilverwaltung, Sicherheitspolizei und SD sowie weitere Polizeikräfte setzten sie um.
Verknüpfte Personen: Hans Frank · Friedrich-Wilhelm Krüger · Ludwig Fischer · Wilhelm Koppe · Josef Meisinger · Ludwig Hahn · Otto Wächter · Max Daume
Quellen: edukacja.ipn.gov.pl · palmiry.muzeumwarszawy.pl
- Volksdeutscher Selbstschutz
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1939–1940
Eine aus örtlichen ethnischen Deutschen gebildete paramilitärische Formation unter SS- und Polizeiführung. Sie beteiligte sich besonders in Pommern und Großpolen an Verhaftungen, Raub und Massenmorden an der polnischen Zivilbevölkerung.
Verknüpfte Personen: Heinrich Himmler · Ludolf-Hermann von Alvensleben · Albert Forster · Arthur Greiser · Richard Hildebrandt · Udo von Woyrsch
Quellen: przystanekhistoria.pl · muzeumpiasnickie.pl
- Massenerschießungsstätten von Piaśnica
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1939–1940
Ein Komplex von Hinrichtungsorten in den Wäldern von Piaśnica. Er bildete einen lokalen Knotenpunkt zwischen Einsatzkommando 16, SS-Wachsturmbann Eimann, Volksdeutschem Selbstschutz, Polizei und Bezirksbehörden.
Verknüpfte Personen: Albert Forster · Ludolf-Hermann von Alvensleben · Bruno Streckenbach · Richard Hildebrandt · Rudolf Tröger · Friedrich Class · Kurt Eimann
Quellen: muzeumpiasnickie.pl · konferencja.isppan.waw.pl
- Massenerschießungsstätte Palmiry
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1939–1941
Ort der Ermordung politischer Gefangener und Angehöriger polnischer Eliten aus dem Distrikt Warschau. Die Erschießungen standen in engem Zusammenhang mit der AB-Aktion und dem Gefängnisapparat des Pawiak.
Verknüpfte Personen: Hans Frank · Ludwig Fischer · Friedrich-Wilhelm Krüger · Josef Meisinger · Ludwig Hahn · Walter Stamm
Quellen: palmiry.muzeumwarszawy.pl · ofiary.ipn.gov.pl
- „Befriedungsaktionen“ gegen polnische Dörfer
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1939–1945
Wiederkehrende Besatzungspraxis, bei der Polizei, Gendarmerie, SS und militärische Einheiten Ortschaften umstellten, Bewohner selektierten und ermordeten, Gebäude niederbrannten, Eigentum raubten und Überlebende deportierten. Die Täter beriefen sich regelmäßig auf Partisanenbekämpfung oder Vergeltung.
Verknüpfte Personen: Friedrich-Wilhelm Krüger · Erich von dem Bach-Zelewski · Oskar Dirlewanger · Wilhelm Koppe · Herbert Böttcher · Gerulf Mayer · Karl Essig · Fritz Katzmann
Quellen: eng.ipn.gov.pl · archiwum.ipn.gov.pl
- Kollektivhaftung und Geiselsystem
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1939–1945
Besatzungspraxis, Einzelne und ganze Gemeinschaften für Taten zu bestrafen, die sie nicht persönlich begangen hatten. Dazu gehörten Geiselnahmen, Vergeltungserschießungen, Deportationen und die Zerstörung von Eigentum.
Verknüpfte Personen: Hans Frank · Friedrich-Wilhelm Krüger · Wilhelm Koppe · Erich von dem Bach-Zelewski · Max Daume · Herbert Böttcher · Gerulf Mayer · Fritz Katzmann
Quellen: edukacja.ipn.gov.pl · eng.ipn.gov.pl
- „Bandenbekämpfung“ als Deckmantel für Repression gegen Zivilisten
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1940–1945
Der Täterbegriff „Bandenbekämpfung“ verband tatsächliche Einsätze gegen bewaffnete Gruppen mit Kollektivrepressalien gegen Zivilisten, Dorfmassakern, Raub und Deportationen. Weil er Widerstand kriminalisierte und Gewalt gegen Nichtkombattanten verschleierte, muss er ausdrücklich als Quellensprache markiert werden.
Verknüpfte Personen: Erich von dem Bach-Zelewski · Heinrich Himmler · Oskar Dirlewanger · Wilhelm Koppe · Herbert Böttcher · Gerulf Mayer · Fritz Katzmann
Quellen: archiwum.ipn.gov.pl · przystanekhistoria.pl
- Vertreibungen aus der Region Zamość („Aktion Zamość“)
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1942–1943
Programm der Vertreibung, rassistischen Selektion, Trennung von Familien, Deportation und Ansiedlung Deutscher in der Region Zamość. SS, Polizei, Umwandererzentralstelle und Besatzungsverwaltung setzten es um.
Verknüpfte Personen: Heinrich Himmler · Odilo Globocnik · Friedrich-Wilhelm Krüger · Konrad Meyer · Ulrich Greifelt · Hermann Krumey · Richard Wendler · Werner Lorenz · Otto Hofmann
Quellen: ipn.gov.pl · majdanek.eu · lekcja.auschwitz.org
- Massaker von Wola
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August 1944
Komplex von Massenverbrechen an der Zivilbevölkerung des Warschauer Stadtteils Wola in den ersten Augusttagen 1944. Kampfgruppen der SS und Polizei sowie Hilfsformationen verübten die Morde während der Niederschlagung des Warschauer Aufstands.
Verknüpfte Personen: Heinrich Himmler · Erich von dem Bach-Zelewski · Oskar Dirlewanger · Heinz Reinefarth · Alfred Spilker · Ludwig Hahn
Quellen: ipn.gov.pl · muzeumwarszawy.pl
- Verbrechen in Warschauer Krankenhäusern während des Aufstands
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August–September 1944
Kategorie für dokumentierte Morde an Patientinnen, Patienten und Personal sowie gewaltsame Vertreibungen aus Krankenhäusern in mehreren Warschauer Stadtteilen. Sie darf die Unterschiede zwischen einzelnen Tatorten, Einheiten und Befehlsketten nicht verwischen.
Verknüpfte Personen: Erich von dem Bach-Zelewski · Oskar Dirlewanger · Heinz Reinefarth · Paul Otto Geibel · Bronislav Kaminski
Quellen: edukacja.ipn.gov.pl · encyclopedia.ushmm.org
- Dulag 121 Pruszków und die Vertreibung der Warschauer Bevölkerung
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August–Oktober 1944
Durchgangslager und zentraler Knotenpunkt für Vertreibung, Selektion und weitere Deportation der Einwohnerinnen und Einwohner Warschaus während und nach der Niederschlagung des Warschauer Aufstands.
Verknüpfte Personen: Erich von dem Bach-Zelewski · Ludwig Fischer · Fritz Sauckel · Paul Otto Geibel · Heinz Reinefarth · Max Frauendorfer
Quellen: encyclopedia.ushmm.org · eng.ipn.gov.pl
- Deutsche Sondergerichte in den besetzten polnischen Gebieten
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1939–1945
Netz deutscher Sondergerichte, die Besatzungsstrafrecht und Ausnahmeverfahren zur Repression der Bevölkerung einsetzten. Sie verhängten Todesurteile für von den Besatzern kriminalisierte Handlungen, darunter Hilfe für Jüdinnen und Juden.
Verknüpfte Personen: Hans Frank · Roland Freisler · Erwin Wester · Horst Neubauer
Quellen: totalitarianstudies.instytutpileckiego.pl · brill.com
- Ordnungspolizei und Besatzungsgendarmerie
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1939–1945
Uniformierte Polizei- und Gendarmeriestrukturen, die außerhalb der Großstädte die wichtigste territoriale Gewalt der Besatzer bildeten. Sie führten Razzien durch, bewachten Transporte, verübten Dorfmassaker und Hinrichtungen und sicherten Deportationen.
Verknüpfte Personen: Kurt Daluege · Friedrich-Wilhelm Krüger · Wilhelm Koppe · Max Daume · Herbert Böttcher · Gerulf Mayer · Karl Essig
Quellen: krakow.ipn.gov.pl · eng.ipn.gov.pl
- Raub und Zerstörung polnischen Kulturerbes
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1939–1945
Organisierte Beschlagnahme öffentlicher, kirchlicher und privater Sammlungen sowie Zerstörung von Kulturgütern. Sie diente sowohl der wirtschaftlichen Ausbeutung als auch der Germanisierungspolitik der Besatzer.
Verknüpfte Personen: Hermann Göring · Alfred Rosenberg · Hans Frank · Kajetan Mühlmann · Peter Paulsen
Quellen: ipn.gov.pl · czasopisma.ipn.gov.pl
- Zusammenwirken von Zivilverwaltung, SS, Polizei und Wehrmacht
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1939–1945
Analytisches Modell dafür, dass Besatzungsverbrechen durch den Austausch von Entscheidungen, Personal, Transportmitteln, Informationen und Schutzleistungen zwischen Institutionen ermöglicht wurden, nicht durch eine isolierte Organisation. Die unterschiedlichen Zuständigkeiten dieser Institutionen bleiben dabei sichtbar.
Verknüpfte Personen: Hans Frank · Heinrich Himmler · Wilhelm Keitel · Friedrich-Wilhelm Krüger · Reinhard Heydrich · Werner Best · Otto Wächter · Richard Wendler · Alexander Löhr · Max Frauendorfer
Quellen: encyclopedia.ushmm.org · germangenocide.pl · nuremberg.law.harvard.edu
- Verschleppung zur Zwangsarbeit aus dem Generalgouvernement
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1939–1945
System aus Registrierung, Zwangsrekrutierung, Straßenrazzien, Transport und Zuweisung von Menschen zur Arbeit für das Reich. Zivile Arbeitsämter arbeiteten dabei mit Polizei und Distriktverwaltungen zusammen.
Verknüpfte Personen: Fritz Sauckel · Hans Frank · Hermann Göring · Max Frauendorfer · Richard Wendler · Otto Wächter
Quellen: bildung-ns-zwangsarbeit.de · nuremberg.law.harvard.edu
- „Rassische Überprüfung“ und Entzug von Kindern
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1939–1945
System zur Auswahl von Menschen, besonders Kindern, die SS-Dienststellen als zur „Eindeutschung“ geeignet einstuften. Es umfasste die Trennung von den Familien, die Änderung der Identität und die Unterbringung in deutschen Einrichtungen oder Familien. „Rassische Überprüfung“ und „Eindeutschung“ sind Täterbegriffe.
Verknüpfte Personen: Heinrich Himmler · Ulrich Greifelt · Konrad Meyer · Otto Hofmann · Werner Lorenz · Hermann Krumey
Quellen: nuremberg.law.harvard.edu · encyclopedia.ushmm.org · lekcja.auschwitz.org
- Regionale Gestapo-Dienststellen (Stapostelle / Stapoleitstelle)
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1939–1945
Regionale Dienststellen der Geheimen Staatspolizei, die Überwachung, Verhaftungen, Ermittlungen und Deportationen betrieben und Gefangene zur Hinrichtung oder in Lager überwiesen. Sie verbanden zentrale Weisungen des RSHA mit lokalen Repressionsapparaten; Rang und Zuständigkeit von Stapostelle und Stapoleitstelle waren nicht identisch.
Verknüpfte Personen: Otto Bradfisch · Helmut Bischoff · Max Grosskopf · Rudolf Mildner · Günter Fuchs · Hans Krüger
- Polizeistandgericht
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1941–1944
Organ der Sicherheitspolizei, das in beschleunigten Verfahren Urteile gegen Menschen fällte, die als Feinde der Besatzungsmacht eingestuft wurden. Sitzungen in Block 11 von Auschwitz endeten häufig mit der sofortigen Hinrichtung.
Verknüpfte Personen: Rudolf Mildner · Maximilian Grabner
- Politische Abteilung im KZ Auschwitz
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1940–1945
Die Lagergestapo war für Registrierung, Ermittlungen, Verhöre, Bekämpfung des Widerstands und Beteiligung an Hinrichtungen zuständig. Sie gehörte formal zur Sicherheitspolizei und arbeitete eng mit der Lagerkommandantur zusammen.
Verknüpfte Personen: Maximilian Grabner · Rudolf Mildner · Rudolf Höss
- Sonderkommando Lange
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1939–1941
Sondereinheit der Sicherheitspolizei unter Herbert Lange, die Patientinnen und Patienten psychiatrischer Einrichtungen im Wartheland ermordete. Personal und Erfahrungen der Einheit bildeten später einen Kern des Tötungsapparats in Kulmhof.
Verknüpfte Personen: Herbert Lange · Wilhelm Koppe · Arthur Greiser
- Polizeigefängnis Radogoszcz
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1939–1945
Deutsches Gefängnis im besetzten Łódź, geprägt von systematischer Gewalt, Folter und Todesfällen in Haft. Bei seiner Auflösung im Januar 1945 massakrierte das Personal Gefangene und setzte das Gebäude in Brand.
Verknüpfte Personen: Walter Pelzhausen · Otto Bradfisch
- „Werterfassung“ im Warschauer Ghetto
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1942–1943
Apparat zur Erfassung, Sortierung und Weiterleitung des Eigentums deportierter und ermordeter Bewohnerinnen und Bewohner des Warschauer Ghettos. Der Täterbegriff „Werterfassung“ verschleierte einen wirtschaftlichen und logistischen Bestandteil der Ghettozerstörung.
Verknüpfte Personen: Franz Konrad · Jürgen Stroop · Ludwig Hahn
- Hauptverwaltung der Bibliotheken im Generalgouvernement
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1940–1945
Besatzungsbehörde, die beschlagnahmte polnische und jüdische Buchbestände zentralisierte und über ihre Auswahl, Verlagerung und Nutzung durch deutsche Institutionen entschied.
Verknüpfte Personen: Gustav Abb · Hans Frank · Kajetan Mühlmann
- Sonderstrafrecht für Polen und Juden
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1941–1945
Eigenständige, extrem repressive Strafrechtsordnung in den dem Reich einverleibten polnischen Gebieten. Sie entzog Polen und Juden die Gleichheit vor dem Gesetz und weitete die Anwendung der Todesstrafe erheblich aus.
Verknüpfte Personen: Franz Schlegelberger · Otto Georg Thierack · Roland Freisler
- Bydgoszcz — militärische und polizeiliche Phasen des Terrors
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September–November 1939
Lokaler Fall, in dem aufeinanderfolgende Strukturen von Wehrmacht, Einsatzgruppen, Gestapo und Selbstschutz im Herbst 1939 ein verbundenes, institutionell jedoch gegliedertes System von Verhaftungen, Selektionen und Hinrichtungen bildeten. Die Besatzer bezeichneten Bydgoszcz als Bromberg.
Verknüpfte Personen: Walter Braemer · Jakob Lölgen · Rudolf Tröger
- Dienststelle der Sicherheitspolizei in Stanisławów
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1941–1944
Regionale Dienststelle der Sicherheitspolizei im Distrikt Galizien, beteiligt an Massenerschießungen, Ghettoisierung, Deportationen und der Vernichtung jüdischer Gemeinden. Stanisławów ist der damalige polnische Name; die Stadt heißt heute Iwano-Frankiwsk und liegt in der Ukraine.
Verknüpfte Personen: Hans Krüger · Fritz Katzmann · Otto Wächter
- Verwaltungskette des Ghettos Łódź
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1939–1944
Das Zusammenwirken von Regierungsbezirk, Stadtverwaltung, Ghettoverwaltung und Gestapo: von Errichtung und Abriegelung des Ghettos bis zu Ausbeutung, Raub und Deportationen nach Kulmhof. Der Begriff bezeichnet eine Kette unterschiedlicher Zuständigkeiten, nicht eine einzige Behörde.
Verknüpfte Personen: Friedrich Uebelhoer · Werner Ventzki · Hans Biebow · Otto Bradfisch · Günter Fuchs
- Wiederinbetriebnahme der Tötungsstätte Kulmhof
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März–Juli 1944
Wiederaufbau der Tötungsinfrastruktur durch das Sonderkommando Bothmann 1944 und erneute Deportation von Bewohnerinnen und Bewohnern des Ghettos Łódź, die in Gaswagen ermordet wurden.
Verknüpfte Personen: Hans Bothmann · Arthur Greiser · Otto Bradfisch · Günter Fuchs