Deutsche Forschungsausgabe

Günter Fuchs

1963 zu lebenslanger Haft verurteilt 1911–?

Günter Fuchs war Leiter des für Judenangelegenheiten zuständigen Referats II B der Gestapo in Łódź. Das Profil rekonstruiert Funktion und Handlungsspielraum im dokumentierten Tätigkeitsgebiet (Łódź, das Ghetto Łódź und Chełmno) anhand des Amtes, von Entscheidungen, Aufsicht oder operativem Handeln. Es schreibt nicht sämtliche Verbrechen einer Institution oder Region einer einzelnen Person zu.

DeportationenSelekcjeShoah

Gesicherte Befunde

  • Fuchs leitete das Referat der Gestapo in Łódź, das für Judenangelegenheiten zuständig war.
  • Er wirkte an der Vorbereitung und Durchführung der Deportationen aus dem Ghetto nach Chełmno sowie an Selektionen mit.
  • Das Urteil rechnete ihm außerdem einzelne Tötungen, Tötungsversuche und Gewalttaten während der Operationen zu.

Stellung in der Verantwortungskette

Das Profil unterscheidet zwischen dem Leiter der gesamten Gestapo-Dienststelle und dem Leiter eines Fachreferats mit festgelegten Aufgaben. Zusammen gelesen zeigen die Profile Bradfischs und Fuchs’, wie eine Weisung von der Dienststellenleitung zur Operation vor Ort gelangte.

Zentrale Ereignisse und Mechanismen

  • Deportationen aus dem Ghetto Łódź im Jahr 1942
  • die Auflösung des Ghettos Łódź im Jahr 1944
Keine Rangliste nach Opferzahlen

Der Kreis beschreibt Macht, Funktion und Handlungsmacht. Mehrere Profile können verschiedene Teile derselben Verfolgungskette erfassen; Opferzahlen auf Profilebene dürfen daher nicht addiert werden.

Aufarbeitung nach 1945

1963 verurteilte das Landgericht Hannover Fuchs wegen Mordes, versuchten Mordes und Beihilfe zum Massenmord an Bewohnerinnen und Bewohnern des Ghettos Łódź zu lebenslanger Haft.

Grenzen der Quellenlage

Der spätere Vollzug der Strafe und Fuchs’ Todesdatum sind in den hier verwendeten Quellen nicht zuverlässig belegt. Diese Angaben bleiben offen.

Quellen

Die Quellengrundlage verbindet institutionelles, archivalisches, prozessbezogenes oder wissenschaftliches Material von mindestens zwei unabhängigen Herausgebern.