Erinnerung an die Opfer
Dieses Archiv nennt Täter, um zu erklären, wie Verfolgung und Massenmord organisiert wurden. Es behandelt sie nicht als Protagonisten, die bewundert, gesammelt oder miteinander verglichen werden sollen. Im Mittelpunkt der Geschichte stehen weiterhin die Millionen Menschen, deren Leben, Familien, Häuser, Kulturen und Gemeinschaften vom nationalsozialistischen Deutschland und seinen Kollaborateuren angegriffen wurden.
Verwaltungsbegriffe des Regimes wie „Umsiedlung“, „Evakuierung“, „Sonderbehandlung“ oder „Sicherheitsaktion“ verschleierten häufig Enteignung, Zwangsarbeit, Deportation und Mord. Nazi Report übernimmt solche Begriffe nur, wenn sie für die Auslegung einer Quelle erforderlich sind, und erläutert die Gewalt, die der Euphemismus verbergen sollte.
Keine Schätzung auf Profilebene kann die Erfahrung der Opfer abbilden. Dieselbe Person kann in der dokumentarischen Kette einer Ghettoanordnung, eines Deportationsplans, einer Zugbewegung, einer Selektion und eines Nachkriegsprozesses erscheinen. Deshalb ordnen die sieben Kreise Macht und Funktion ein, anstatt eine auf Gesamtzahlen beruhende Rangfolge zu schaffen.
Wer über das Täterarchiv hinaus weiterforschen möchte, sollte die verlinkten Sammlungen von Gedenkstätten, Archiven und Forschungseinrichtungen nutzen. Sie bewahren Zeugnisse, Familienunterlagen, Fotografien, Gemeindegeschichten und die Namen der Menschen, die das Besatzungssystem auslöschen wollte.