Deutsche Forschungsausgabe
Hans Bothmann
Hans Bothmann war zweiter Kommandant der Vernichtungsstätte Chełmno. Das Profil rekonstruiert Funktion und Handlungsspielraum im dokumentierten Tätigkeitsgebiet (Chełmno und der Reichsgau Wartheland) anhand des Amtes, von Entscheidungen, Aufsicht oder operativem Handeln. Es schreibt nicht sämtliche Verbrechen einer Institution oder Region einer einzelnen Person zu.
Gesicherte Befunde
- Bothmann löste Herbert Lange 1942 als Kommandant der Vernichtungsstätte Chełmno ab.
- Er führte die Einheit während der ersten Betriebsphase der Vernichtungsstätte und erneut nach deren Reaktivierung im Jahr 1944.
- Unter seinem Kommando ermordete die Einheit Deportierte in Gaswagen und tötete im Januar 1945 die letzten Gefangenen.
Stellung in der Verantwortungskette
Das Profil zeigt den Kommandowechsel, die personelle Kontinuität und die logistische Reaktivierung der Vernichtungsstätte im Jahr 1944. Bothmanns Verantwortung wird anhand von Kommando und Befehlen dokumentiert, ohne Opferzahlen beider Phasen zusammenzurechnen.
Zentrale Ereignisse und Mechanismen
- der Betrieb von Chełmno 1942–1943
- die Reaktivierung von Chełmno und Transporte aus Łódź im Jahr 1944
Der Kreis beschreibt Macht, Funktion und Handlungsmacht. Mehrere Profile können verschiedene Teile derselben Verfolgungskette erfassen; Opferzahlen auf Profilebene dürfen daher nicht addiert werden.
Aufarbeitung nach 1945
Bothmann geriet nach dem Krieg in britische Gefangenschaft und starb dort im April 1946 durch Suizid. Er stand nie vor Gericht.
Grenzen der Quellenlage
Die Quellen datieren den Kommandowechsel entweder auf März oder April 1942. Das Profil erhält diese Zeitspanne, statt eine größere Genauigkeit vorzugeben, als die Belege zulassen.
Quellen
Die Quellengrundlage verbindet institutionelles, archivalisches, prozessbezogenes oder wissenschaftliches Material von mindestens zwei unabhängigen Herausgebern.