Deutsche Forschungsausgabe

Herbert Lange

1945 getötet; nie vor Gericht gestellt 1909–1945

Herbert Lange war Führer des Sonderkommandos Lange und erster Kommandant der Vernichtungsstätte Chełmno. Das Profil rekonstruiert Funktion und Handlungsspielraum im dokumentierten Tätigkeitsgebiet (der Reichsgau Wartheland, Fort VII und Chełmno) anhand des Amtes, von Entscheidungen, Aufsicht oder operativem Handeln. Es schreibt nicht sämtliche Verbrechen einer Institution oder Region einer einzelnen Person zu.

Ermordung von Patientinnen und PatientenGaswagenShoah

Gesicherte Befunde

  • Lange führte die Einheit, die Patientinnen und Patienten psychiatrischer Einrichtungen im Wartheland ermordete.
  • Die Einheit setzte Gaswagen ein und operierte unter anderem in Verbindung mit Fort VII.
  • Lange wurde erster Kommandant der Vernichtungsstätte Chełmno, wo die zuvor von der Einheit gesammelten Erfahrungen für den Massenmord genutzt wurden.

Stellung in der Verantwortungskette

Das Profil verfolgt die Übertragung von Personal, Technik und Praxis von der Ermordung institutionalisierter Patientinnen und Patienten auf eine eigens eingerichtete Vernichtungsstätte. Es ordnet Lange in die SS- und Polizeikette im Wartheland ein, anstatt den Prozess als Werk eines einzelnen Mannes darzustellen.

Zentrale Ereignisse und Mechanismen

  • die Ermordung von Patientinnen und Patienten psychiatrischer Einrichtungen zwischen 1939 und 1941
  • die Inbetriebnahme der Vernichtungsstätte Chełmno im Jahr 1941
Keine Rangliste nach Opferzahlen

Der Kreis beschreibt Macht, Funktion und Handlungsmacht. Mehrere Profile können verschiedene Teile derselben Verfolgungskette erfassen; Opferzahlen auf Profilebene dürfen daher nicht addiert werden.

Aufarbeitung nach 1945

Lange wurde im April 1945 während der Schlacht um Berlin getötet und stand nie vor Gericht.

Grenzen der Quellenlage

Die Schätzungen für einzelne Mordaktionen und Angaben zur genauen Zusammensetzung der Einheit weichen voneinander ab. Das Profil konzentriert sich daher auf die belegte Führungsrolle und die Kontinuität des Mechanismus.

Quellen

Die Quellengrundlage verbindet institutionelles, archivalisches, prozessbezogenes oder wissenschaftliches Material von mindestens zwei unabhängigen Herausgebern.