Deutsche Forschungsausgabe

Jakob Lölgen

1966 freigesprochen 1897–1980

Jakob Lölgen war Führer des Teilkommandos Bydgoszcz des Einsatzkommandos 16. Das Profil rekonstruiert Funktion und Handlungsspielraum im dokumentierten Tätigkeitsgebiet (Bydgoszcz und Danzig-Westpreußen) anhand des Amtes, von Entscheidungen, Aufsicht oder operativem Handeln. Es schreibt nicht sämtliche Verbrechen einer Institution oder Region einer einzelnen Person zu.

IntelligenzaktionHinrichtungenRepresje wobec elit

Gesicherte Befunde

  • Lölgen führte im Herbst 1939 das Teilkommando Bydgoszcz des Einsatzkommandos 16.
  • Das Teilkommando war an der Selektion von Gefangenen und an der Erschießung von Angehörigen der polnischen Intelligenz beteiligt.
  • Das Urteil vom 1. April 1966 bestätigte die Mitwirkung der Angeklagten am Verfolgungsapparat, sprach sie jedoch frei, weil das Gericht den Befehlsnotstand anerkannte.

Stellung in der Verantwortungskette

Der Fall zeigt ein lokales Bindeglied zwischen Listen, Verhaftungen, Selektion und Erschießung. Er überträgt weder die gesamte Verantwortung des Selbstschutzes noch diejenige aller in Bydgoszcz eingesetzten Formationen auf Lölgen.

Zentrale Ereignisse und Mechanismen

  • Selektionen im Internierungslager Bydgoszcz im Herbst 1939
  • Erschießungen von Angehörigen der polnischen Eliten von Bydgoszcz
Keine Rangliste nach Opferzahlen

Der Kreis beschreibt Macht, Funktion und Handlungsmacht. Mehrere Profile können verschiedene Teile derselben Verfolgungskette erfassen; Opferzahlen auf Profilebene dürfen daher nicht addiert werden.

Aufarbeitung nach 1945

Nach dem Krieg kehrte Lölgen in Trier in den kriminalpolizeilichen Dienst zurück. 1966 stand er gemeinsam mit Horst Eichler in München vor Gericht und wurde freigesprochen.

Grenzen der Quellenlage

Der Kandidat war in Welle 3 zurückgestellt worden. Die Veröffentlichung wurde möglich, nachdem neues, unabhängiges Material gefunden worden war: eine Beschreibung der Urteilsakten durch das IPN, eine spätere Analyse des Prozesses und eine Bildungspublikation des IPN. Abweichende Schreibweisen seines Nachnamens bleiben als Aliasformen erhalten.

Quellen

Die Quellengrundlage verbindet institutionelles, archivalisches, prozessbezogenes oder wissenschaftliches Material von mindestens zwei unabhängigen Herausgebern.