Deutschsprachige quellengebundene Ausgabe

Günther Pancke

1948 in Dänemark zu zwanzig Jahren Haft verurteilt; 1953 begnadigt und ausgewiesen 1899–1973

Günther Pancke war Höherer SS- und Polizeiführer im besetzten Dänemark. Das Profil rekonstruiert Funktion und Handlungsspielraum im dokumentierten Tätigkeitsgebiet (Dänemark) anhand des Amtes, von Entscheidungen, Aufsicht oder operativem Handeln. Es schreibt nicht sämtliche Verbrechen einer Institution oder Region einer einzelnen Person zu.

SSPolizeiDeportationenRepressionen

Gesicherte Befunde

  • Pancke wurde 1943 Höherer SS- und Polizeiführer in Dänemark und war für polizeiliche Terrormaßnahmen gegen die besetzte Gesellschaft verantwortlich.
  • Ein in Nürnberg vorgelegter dänischer Bericht beschrieb den Plan zur Entwaffnung und Deportation der dänischen Polizei als gemeinsames Vorhaben Panckes und Hermann von Hannekens; Pancke legte Himmler den Plan vor und wirkte nach Hitlers Billigung gemeinsam mit Otto Bovensiepen an seiner Ausführung mit.
  • Am 19. September 1944 wurde die Polizei bei der als Aktion Möwe bekannten Operation aufgelöst; rund zweitausend Polizisten wurden interniert und deportiert. Das Stadtarchiv Frederiksberg bezeichnet die Operation als von Pancke sorgfältig geplant.
  • 1948 verurteilte ihn ein dänisches Gericht zu zwanzig Jahren Haft. 1953 wurde er begnadigt und aus Dänemark ausgewiesen.

Stellung in der Verantwortungskette

Pancke steht für einen eigenen Besatzungsmechanismus: die Ausschaltung der einheimischen Polizei als institutionelles Hindernis für den deutschen Terror. Seine Rolle umfasste die Vorbereitung des Plans, die Einholung der Zustimmung in der SS-Hierarchie und die Mitwirkung an der Leitung der Aktion, nicht nur die Amtsinhaberschaft.

Zentrale Ereignisse und Mechanismen

  • Übernahme des Amtes des HSSPF in Dänemark 1943
  • Ausarbeitung und Weiterleitung des Plans für die Aktion gegen die dänische Polizei 1944
  • Aktion Möwe und Deportation der Polizisten am 19. September 1944
  • Verurteilung zu zwanzig Jahren Haft 1948
Keine Rangliste nach Opferzahlen

Der Kreis beschreibt Macht, Funktion und Handlungsmacht. Mehrere Profile können verschiedene Teile derselben Verfolgungskette erfassen; Opferzahlen auf Profilebene dürfen daher nicht addiert werden.

Aufarbeitung nach 1945

Pancke wurde in Dänemark gemeinsam mit anderen hohen Besatzungsfunktionären vor Gericht gestellt. 1948 erhielt er eine Haftstrafe von zwanzig Jahren. 1953 wurde er begnadigt und in die Bundesrepublik Deutschland ausgewiesen; er starb 1973.

Grenzen der Quellenlage

Planung, Billigung und Ausführung der Operation waren zwischen Pancke, von Hanneken, Bovensiepen, Himmler, Hitler und den Einheiten vor Ort aufgeteilt. Das Profil schreibt Pancke weder die persönliche Festnahme jedes Polizisten noch sämtliche späteren Verbrechen von Hilfsformationen zu. Die ungefähre Zahl der Deportierten bleibt als solche gekennzeichnet, statt falsche Genauigkeit zu erzeugen.

Quellen

Die Quellengrundlage verbindet institutionelles, archivalisches, prozessbezogenes oder wissenschaftliches Material von mindestens zwei unabhängigen Herausgebern.