Deutsche Forschungsausgabe

Walter Stamm

für seine Tätigkeit in Warschau nicht rechtskräftig verurteilt 1904–1970

Walter Stamm war Inspekteur der Sicherheitspolizei und des SD in Warschau sowie Vorgesetzter des Gefängnis- und Exekutionsapparats. Das Profil rekonstruiert Funktion und Handlungsspielraum im dokumentierten Tätigkeitsgebiet (Warschau und der Distrikt Warschau) anhand des Amtes, von Entscheidungen, Aufsicht oder operativem Handeln. Es schreibt nicht sämtliche Verbrechen einer Institution oder Region einer einzelnen Person zu.

Gefängnisse und DeportationenMassenhinrichtungenPolizeiliche Repression

Gesicherte Befunde

  • Stamm war Inspekteur der Sicherheitspolizei und des SD in Warschau und stand an der Spitze eines Gefängnis- und Exekutionsapparats.
  • Die Quellen verbinden seine Führungs- und Organisationsfunktion mit der Aufsicht über den Sipo/SD-Apparat und das Gefängnis Pawiak.
  • Als dokumentierter Mechanismus werden Polizeiterror, Gefängnishaft und die Exekution von Gefangenen im besetzten Warschau genannt.

Stellung in der Verantwortungskette

Das Profil macht eine dauerhafte Struktur von Haft und Exekution sichtbar, die weder mit einer einzelnen Aktion noch mit der Funktion eines Gefängniskommandanten gleichgesetzt werden darf.

Zentrale Ereignisse und Mechanismen

  • die Aufsicht über den Sipo/SD-Apparat und das Gefängnis Pawiak
  • die Exekution von Gefangenen im besetzten Warschau
Keine Rangliste nach Opferzahlen

Der Kreis beschreibt Macht, Funktion und Handlungsmacht. Mehrere Profile können verschiedene Teile derselben Verfolgungskette erfassen; Opferzahlen auf Profilebene dürfen daher nicht addiert werden.

Aufarbeitung nach 1945

Stamm wurde für seine Tätigkeit in Warschau nicht rechtskräftig verurteilt.

Grenzen der Quellenlage

Amtsbezeichnungen und Reichweite seiner Stellung ändern sich in den Quellen. Für einzelne Zuschreibungen ist deshalb die jeweilige Chronologie von IdS, BdS und KdS in Warschau maßgeblich.

Quellen

Die Quellengrundlage verbindet institutionelles, archivalisches, prozessbezogenes oder wissenschaftliches Material von mindestens zwei unabhängigen Herausgebern.