Deutsche Forschungsausgabe
Walter Pelzhausen
Walter Pelzhausen war Kommandant des Polizeigefängnisses Radogoszcz in Łódź. Das Profil rekonstruiert Funktion und Handlungsspielraum im dokumentierten Tätigkeitsgebiet (Łódź und Radogoszcz) anhand des Amtes, von Entscheidungen, Aufsicht oder operativem Handeln. Es schreibt nicht sämtliche Verbrechen einer Institution oder Region einer einzelnen Person zu.
Gesicherte Befunde
- Pelzhausen kommandierte das Gefängnis Radogoszcz in der letzten Phase der Besatzung.
- Brutale Haftbedingungen, Schläge, Folter und Hinrichtungen gehörten zum alltäglichen Repressionsapparat des Gefängnisses.
- In der Nacht vom 17. auf den 18. Januar 1945 begann das Personal mit der Auflösung des Gefängnisses, erschoss Gefangene und setzte das Gebäude in Brand.
Stellung in der Verantwortungskette
Der Fall verbindet die alltägliche Gewalt im Gefängnis mit dem abschließenden Versuch, Gefangene und Beweise zu vernichten. Die Verantwortung des Kommandanten wird neben den Taten namentlich bekannter Wachleute beschrieben, nicht an deren Stelle.
Zentrale Ereignisse und Mechanismen
- Terror im Gefängnis Radogoszcz
- die Auflösung des Gefängnisses und das Massaker im Januar 1945
Der Kreis beschreibt Macht, Funktion und Handlungsmacht. Mehrere Profile können verschiedene Teile derselben Verfolgungskette erfassen; Opferzahlen auf Profilebene dürfen daher nicht addiert werden.
Aufarbeitung nach 1945
Pelzhausen wurde 1947 in Łódź vor Gericht gestellt, zum Tode verurteilt und im März 1948 hingerichtet.
Grenzen der Quellenlage
Die Zahl der Menschen im Gebäude und der genaue Verlauf des Brandes werden aus Zeugenaussagen und Prozessakten rekonstruiert. Abweichende Gesamtzahlen werden nicht verwendet, um Täter in eine Rangfolge zu bringen.
Quellen
Die Quellengrundlage verbindet institutionelles, archivalisches, prozessbezogenes oder wissenschaftliches Material von mindestens zwei unabhängigen Herausgebern.