Deutsche Forschungsausgabe
Max Grosskopf
Max Grosskopf war Kommandeur der Sicherheitspolizei und des SD im Distrikt Krakau. Das Profil rekonstruiert Funktion und Handlungsspielraum im dokumentierten Tätigkeitsgebiet (Kraków und der Distrikt Krakau) anhand des Amtes, von Entscheidungen, Aufsicht oder operativem Handeln. Es schreibt nicht sämtliche Verbrechen einer Institution oder Region einer einzelnen Person zu.
Gesicherte Befunde
- Grosskopf leitete von 1940 bis 1943 die Dienststelle des Kommandeurs der Sicherheitspolizei und des SD in Krakau; ihr unterstanden Gestapo, Kriminalpolizei und SD.
- Die Dienststelle war an der Verfolgung der Krakauer Jüdinnen und Juden, an Deportationen und an der Auflösung des Ghettos beteiligt.
- Neuere Forschungen rekonstruieren die lokalen Organisatoren des Holocaust innerhalb der Krakauer Gestapo und unterscheiden deren jeweilige Zuständigkeiten.
Stellung in der Verantwortungskette
Grosskopfs Verantwortung ergibt sich aus seiner Leitung eines regionalen Polizeiapparats. Sie beruht nicht auf der Annahme, er habe jedes von diesem Apparat begangene Verbrechen persönlich ausgeführt.
Zentrale Ereignisse und Mechanismen
- der Betrieb des Krakauer Ghettos
- Deportationen und die Auflösung des Krakauer Ghettos
Der Kreis beschreibt Macht, Funktion und Handlungsmacht. Mehrere Profile können verschiedene Teile derselben Verfolgungskette erfassen; Opferzahlen auf Profilebene dürfen daher nicht addiert werden.
Aufarbeitung nach 1945
Grosskopf starb im April 1945 durch Suizid. 1948 wurde er gerichtlich für tot erklärt; er stand nie vor Gericht.
Grenzen der Quellenlage
Der Kandidat war in Welle 3 zurückgestellt worden. Eine 2025 veröffentlichte, begutachtete Studie und eine davon unabhängige Publikation des IPN schufen die für eine Veröffentlichung erforderliche neue Quellenbasis.
Quellen
Die Quellengrundlage verbindet institutionelles, archivalisches, prozessbezogenes oder wissenschaftliches Material von mindestens zwei unabhängigen Herausgebern.