Deutsche Forschungsausgabe
Paul Otto Geibel
Paul Otto Geibel war SS- und Polizeiführer im Distrikt Warschau. Das Profil rekonstruiert Funktion und Handlungsspielraum im dokumentierten Tätigkeitsgebiet (Warschau und der Distrikt Warschau) anhand des Amtes, von Entscheidungen, Aufsicht oder operativem Handeln. Es schreibt nicht sämtliche Verbrechen einer Institution oder Region einer einzelnen Person zu.
Gesicherte Befunde
- Geibel war SS- und Polizeiführer im Distrikt Warschau und leitete damit den ständigen SS- und Polizeiapparat des Distrikts.
- Die kanonischen Angaben verbinden seine Führungs- und Organisationsverantwortung mit der Niederschlagung des Warschauer Aufstands und mit Verbrechen in Warschauer Krankenhäusern.
- Als weiteres dokumentiertes Ereignis werden polizeiliche Maßnahmen und die Zerstörung der Stadt nach der Kapitulation genannt.
Stellung in der Verantwortungskette
Das Profil ergänzt die Darstellung der eingesetzten Kampfgruppen um den ständigen Polizeiapparat des Distrikts. Es trennt Maßnahmen während der Kämpfe von der späteren planmäßigen Zerstörung der Stadt.
Zentrale Ereignisse und Mechanismen
- die Niederschlagung des Warschauer Aufstands
- polizeiliche Maßnahmen und die Zerstörung Warschaus nach der Kapitulation
Der Kreis beschreibt Macht, Funktion und Handlungsmacht. Mehrere Profile können verschiedene Teile derselben Verfolgungskette erfassen; Opferzahlen auf Profilebene dürfen daher nicht addiert werden.
Aufarbeitung nach 1945
Geibel wurde in Polen zu lebenslanger Haft verurteilt und starb 1966 im Gefängnis.
Grenzen der Quellenlage
Maßnahmen während der Kämpfe und die planmäßige Zerstörung nach der Kapitulation sind getrennt zu belegen. Das Profil schreibt Geibel nur Vorgänge zu, für die seine Funktion oder sein Handeln in den Quellen ausgewiesen ist.
Quellen
Die Quellengrundlage verbindet institutionelles, archivalisches, prozessbezogenes oder wissenschaftliches Material von mindestens zwei unabhängigen Herausgebern.