Deutsche Forschungsausgabe
Heinz Reinefarth
Heinz Reinefarth war Kommandeur einer Kampfgruppe bei der Niederschlagung des Warschauer Aufstands. Das Profil rekonstruiert Funktion und Handlungsspielraum im dokumentierten Tätigkeitsgebiet (Warschau, Wola und die Altstadt) anhand des Amtes, von Entscheidungen, Aufsicht oder operativem Handeln. Es schreibt nicht sämtliche Verbrechen einer Institution oder Region einer einzelnen Person zu.
Gesicherte Befunde
- Reinefarth führte während der Niederschlagung des Warschauer Aufstands die nach ihm benannte Kampfgruppe.
- Die Quellen verbinden seine Führungs- und Organisationsverantwortung mit dem Massaker von Wola und den Einsätzen der Kampfgruppe Reinefarth im August 1944.
- Als weiterer Mechanismus ist die Vertreibung der Warschauer Bevölkerung dokumentiert.
Stellung in der Verantwortungskette
Reinefarth ist als eigenständiges Glied der Befehlskette zwischen übergeordneten Befehlen und den eingesetzten Untereinheiten einzuordnen. Seine eigenen Meldungen, die Befehle der Vorgesetzten und die Taten einzelner Untereinheiten müssen dabei getrennt ausgewiesen werden.
Zentrale Ereignisse und Mechanismen
- das Massaker von Wola
- die Einsätze der Kampfgruppe Reinefarth im August 1944
Der Kreis beschreibt Macht, Funktion und Handlungsmacht. Mehrere Profile können verschiedene Teile derselben Verfolgungskette erfassen; Opferzahlen auf Profilebene dürfen daher nicht addiert werden.
Aufarbeitung nach 1945
Reinefarth wurde nicht an Polen ausgeliefert und nicht verurteilt. Später war er Bürgermeister von Westerland und Abgeordneter im Landtag von Schleswig-Holstein.
Grenzen der Quellenlage
Aus seiner Kommandofunktion folgt keine undifferenzierte persönliche Zuschreibung jeder Tat einer Untereinheit. Das Profil trennt eigene Meldungen, übergeordnete Befehle und nachgewiesene Handlungen der eingesetzten Verbände.
Quellen
Die Quellengrundlage verbindet institutionelles, archivalisches, prozessbezogenes oder wissenschaftliches Material von mindestens zwei unabhängigen Herausgebern.