Deutsche Forschungsausgabe
Josef Meisinger
Josef Meisinger war Kommandeur der Sicherheitspolizei und des SD im Distrikt Warschau. Das Profil rekonstruiert Funktion und Handlungsspielraum im dokumentierten Tätigkeitsgebiet (Warschau, der Distrikt Warschau und Palmiry) anhand des Amtes, von Entscheidungen, Aufsicht oder operativem Handeln. Es schreibt nicht sämtliche Verbrechen einer Institution oder Region einer einzelnen Person zu.
Gesicherte Befunde
- Meisinger war Kommandeur der Sicherheitspolizei und des SD im Distrikt Warschau und gehörte den Strukturen von Sipo, SD, Gestapo und Einsatzgruppe IV an.
- Die Quellen ordnen seine Führungs-, Organisations- und Entscheidungsverantwortung der AB-Aktion im Distrikt Warschau und dem dortigen Polizeiterror zu.
- Als zentrale Ereignisse sind die Exekutionen in Palmiry und die AB-Aktion im Distrikt Warschau dokumentiert.
Stellung in der Verantwortungskette
Das Profil verortet Meisinger als Bindeglied zwischen der Distriktverwaltung und dem ausführenden Apparat der Sicherheitspolizei. Aus seiner Leitungsfunktion folgt keine automatische persönliche Zuschreibung jeder im Distrikt begangenen Tat.
Zentrale Ereignisse und Mechanismen
- die AB-Aktion im Distrikt Warschau
- die Exekutionen in Palmiry
Der Kreis beschreibt Macht, Funktion und Handlungsmacht. Mehrere Profile können verschiedene Teile derselben Verfolgungskette erfassen; Opferzahlen auf Profilebene dürfen daher nicht addiert werden.
Aufarbeitung nach 1945
Meisinger wurde an Polen ausgeliefert, im Warschauer Prozess zum Tode verurteilt und 1947 hingerichtet.
Grenzen der Quellenlage
Die vom Urteil erfassten Taten sind von der weiter gefassten, in den Quellen beschriebenen Amts- und Führungsverantwortung zu unterscheiden.
Quellen
Die Quellengrundlage verbindet institutionelles, archivalisches, prozessbezogenes oder wissenschaftliches Material von mindestens zwei unabhängigen Herausgebern.