Deutsche Forschungsausgabe

Hans Krüger

lebenslange Freiheitsstrafe; 1986 entlassen 1909–1988

Hans Krüger war Leiter der Dienststelle der Sicherheitspolizei in Stanisławów. Das Profil rekonstruiert Funktion und Handlungsspielraum im dokumentierten Tätigkeitsgebiet (Stanisławów und der Distrikt Galizien) anhand des Amtes, von Entscheidungen, Aufsicht oder operativem Handeln. Es schreibt nicht sämtliche Verbrechen einer Institution oder Region einer einzelnen Person zu.

Masowe egzekucjeLikwidacje gettShoah

Gesicherte Befunde

  • Krüger leitete die Dienststelle der Sicherheitspolizei in Stanisławów.
  • Er befehligte Massenerschießungen und nahm persönlich daran teil.
  • Die ihm unterstehende Dienststelle war an Ghettoisierung, Deportationen und der Vernichtung jüdischer Gemeinden in der gesamten Region beteiligt.

Stellung in der Verantwortungskette

Das Profil unterscheidet die im Prozess gegen Krüger nachgewiesenen Verbrechen von der umfassenderen Geschichte des Holocaust im Distrikt Galizien.

Zentrale Ereignisse und Mechanismen

  • das Massaker von Stanisławów im Oktober 1941
  • Ghettoauflösungen und Deportationen im Distrikt Galizien
Keine Rangliste nach Opferzahlen

Der Kreis beschreibt Macht, Funktion und Handlungsmacht. Mehrere Profile können verschiedene Teile derselben Verfolgungskette erfassen; Opferzahlen auf Profilebene dürfen daher nicht addiert werden.

Aufarbeitung nach 1945

1968 verurteilte das Landgericht Münster Krüger wegen Mordes und Beihilfe zum Mord zu lebenslanger Haft. 1986 wurde er entlassen; zwei Jahre später starb er.

Grenzen der Quellenlage

Die Gerichtsakten decken nur einen Teil der Verbrechen der Dienststelle ab. Die Zahl der Opfer in der gesamten Region wird nicht als Maß für die Schuld einer einzelnen Person verwendet.

Quellen

Die Quellengrundlage verbindet institutionelles, archivalisches, prozessbezogenes oder wissenschaftliches Material von mindestens zwei unabhängigen Herausgebern.