Deutsche Forschungsausgabe
Werner Ventzki
Werner Ventzki war Oberbürgermeister des besetzten Łódź und Beamter der Verwaltung des Reichsgaus Wartheland. Das Profil rekonstruiert Funktion und Handlungsspielraum im dokumentierten Tätigkeitsgebiet (Łódź und der Reichsgau Wartheland) anhand des Amtes, von Entscheidungen, Aufsicht oder operativem Handeln. Es schreibt nicht sämtliche Verbrechen einer Institution oder Region einer einzelnen Person zu.
Gesicherte Befunde
- Vor der Übernahme des kommunalen Amtes arbeitete Ventzki im Wartheland an der Umsiedlungs- und Bevölkerungspolitik.
- Von 1941 bis 1943 war er Oberbürgermeister von Litzmannstadt und einer der ranghöchsten zivilen Funktionäre der Stadt, in der sich das Ghetto Łódź befand.
- Die Stadtverwaltung war an der Ausbeutung von Arbeitskräften, der Beschlagnahme von Eigentum und der Verwaltung der materiellen Folgen von Deportationen beteiligt.
Stellung in der Verantwortungskette
Das Profil legt die kommunale Ebene der Besatzung offen, auf der Rassenpolitik in Wohnraumverwaltung, Wohlfahrtspolitik, Enteignung und ghettobezogene Dienstleistungen überging. Ventzkis Verantwortung bleibt auf Zuständigkeiten begrenzt, die durch Dokumente und Forschung belegt sind.
Zentrale Ereignisse und Mechanismen
- die Verwaltung des besetzten Łódź von 1941 bis 1943
- die Vertreibung von Polinnen und Polen und die Ausbeutung des Ghettos
Der Kreis beschreibt Macht, Funktion und Handlungsmacht. Mehrere Profile können verschiedene Teile derselben Verfolgungskette erfassen; Opferzahlen auf Profilebene dürfen daher nicht addiert werden.
Aufarbeitung nach 1945
Nach dem Krieg arbeitete Ventzki in der westdeutschen Verwaltung, unter anderem in Angelegenheiten der Vertriebenen. Die Verfahren führten weder zu einer Anklage noch zu einem Prozess. Er starb 2004.
Grenzen der Quellenlage
Die Zuständigkeit für das Ghetto war zwischen Stadtverwaltung, Ghettoverwaltung, Gestapo und der Führung des Warthelands aufgeteilt. Das Profil schreibt Ventzki keine Handlungen zu, die ausschließlich in den Zuständigkeitsbereich dieser anderen Strukturen fielen.
Quellen
Die Quellengrundlage verbindet institutionelles, archivalisches, prozessbezogenes oder wissenschaftliches Material von mindestens zwei unabhängigen Herausgebern.