Deutsche Forschungsausgabe
Maximilian Grabner
Maximilian Grabner war Leiter der Politischen Abteilung der Gestapo im Konzentrationslager Auschwitz. Das Profil rekonstruiert Funktion und Handlungsspielraum im dokumentierten Tätigkeitsgebiet (Auschwitz-Birkenau) anhand des Amtes, von Entscheidungen, Aufsicht oder operativem Handeln. Es schreibt nicht sämtliche Verbrechen einer Institution oder Region einer einzelnen Person zu.
Gesicherte Befunde
- Grabner leitete von 1940 bis 1943 die Politische Abteilung in Auschwitz.
- Die Abteilung war für Registrierung, Ermittlungen und Vernehmungen zuständig; ihre Beamten folterten Gefangene.
- Grabner war an Verfahren des Polizeistandgerichts und an Hinrichtungen von Gefangenen beteiligt.
Stellung in der Verantwortungskette
Das Profil trennt die Politische Abteilung der Gestapo von der Lagerkommandantur und erläutert, wie beide Strukturen bei Ermittlungen, Selektionen und Hinrichtungen zusammenwirkten.
Zentrale Ereignisse und Mechanismen
- die Tätigkeit der Politischen Abteilung in Auschwitz
- Hinrichtungen in Block 11
Der Kreis beschreibt Macht, Funktion und Handlungsmacht. Mehrere Profile können verschiedene Teile derselben Verfolgungskette erfassen; Opferzahlen auf Profilebene dürfen daher nicht addiert werden.
Aufarbeitung nach 1945
Grabner wurde 1947 an Polen ausgeliefert, im ersten Auschwitz-Prozess zum Tode verurteilt und im Januar 1948 hingerichtet.
Grenzen der Quellenlage
Nicht jedes von der Politischen Abteilung begangene Verbrechen kann ihrem Leiter persönlich zugerechnet werden. Das Profil nutzt Prozessakten, um den Umfang seiner Leitungsverantwortung von einzelnen Taten zu unterscheiden.
Quellen
Die Quellengrundlage verbindet institutionelles, archivalisches, prozessbezogenes oder wissenschaftliches Material von mindestens zwei unabhängigen Herausgebern.