Publikationsprotokoll

20 neue Profile — 3. Oktober 2026

An diesem Tag wurden dem Archiv 20 vollständige Profile in fünf Sprachfassungen hinzugefügt.

Karl Fiehler

Münchner Oberbürgermeister

Umfang des neuen Profils

Als Münchner Oberbürgermeister prägte Karl Fiehler die kommunale Verfolgung der Juden mit; in einem Rundschreiben vom 1933-03-24 ordnete er an, städtische Aufträge nicht an Unternehmen zu vergeben, die Juden oder Ausländern gehörten oder von ihnen geleitet wurden. Im 1949-01 stufte ihn die Münchner Spruchkammer in Kategorie II ein und verhängte 2 Jahre Arbeitslager, die durch die Internierung als verbüßt galten, sowie ein 12-jähriges Berufsverbot; dies war keine strafrechtliche Verurteilung wegen Holocaustverbrechen.

Verbundene Verbrechen und Orte

  • Judenverfolgung
  • Administrative Repression
  • Verbrechensbürokratie
  • München, Deutschland

Quellengrundlage

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Karl Frenzel

Leiter des Bahnhofskommandos in Sobibor

Umfang des neuen Profils

Seit dem Sommer 1942 leitete Karl Frenzel das Bahnhofskommando in Sobibor und schlug persönlich mit einer Peitsche auf Deportierte ein; das Gericht stellte außerdem fest, dass er mindestens 70, wahrscheinlich aber mehr als 100 Auspeitschungen anordnete. 1966 verurteilt, erhielt er im Wiederaufnahmeverfahren von 1985 lebenslange Freiheitsstrafe wegen Mittäterschaft am Mord an mindestens 150000 Menschen; eine gesonderte lebenslange Strafe wegen des Mordes an 1 Person blieb bestehen, und die Gesamtstrafe wurde 1987 rechtskräftig.

Verbundene Verbrechen und Orte

  • Aktion Reinhardt
  • Shoah
  • Lagerterror
  • Einzeltötungen
  • Sobibor, besetztes Polen

Quellengrundlage

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Karl Genzken

Chef des Sanitätsamtes der Waffen-SS

Umfang des neuen Profils

Als Chef des Sanitätsamtes der Waffen-SS war Karl Genzken Vorgesetzter von Personen, die Fleckfieberversuche durchführten; das Tribunal stellte fest, dass er für Versuche an Häftlingen ohne deren Einwilligung verantwortlich war und sie unterstützte; die Versuche führten zu Todesfällen. Am 1947-08-20 wurde er wegen Kriegsverbrechen, Verbrechen gegen die Menschlichkeit und Mitgliedschaft in der verbrecherischen SS schuldig gesprochen und zu lebenslanger Freiheitsstrafe verurteilt; die Strafe wurde auf 20 Jahre herabgesetzt, und am 1954-04-17 wurde er auf Bewährung entlassen.

Verbundene Verbrechen und Orte

  • Pseudomedizinische Experimente
  • Waffen-SS
  • NS-Medizin
  • Deutschland

Quellengrundlage

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Karl Gutenberger

Höherer SS- und Polizeiführer West

Umfang des neuen Profils

Als Höherer SS- und Polizeiführer West befahl Karl Gutenberger der Polizei 1945, rücksichtslos vorzugehen, und ließ Erschießungen ohne Gerichtsverfahren zu; in einem dokumentierten Fall erklärte er, 2 Zivilisten mit weißer Fahne seien zum Tode verurteilt, woraufhin sie erschossen wurden. Am 1948-10-20 verurteilte ihn ein britisches Militärgericht zu 12 Jahren Haft; am 1953-03-10 verhängte das Aachener Gericht wegen Beihilfe zur Tötung Franz Oppenhoffs 2 Jahre und 6 Monate, bevor er am 1953-05-09 begnadigt und entlassen wurde.

Verbundene Verbrechen und Orte

  • SS und Polizei
  • Außergerichtliche Hinrichtungen
  • Polizeiterror
  • Endphaseverbrechen
  • Rheinland und Westfalen, Deutschland

Quellengrundlage

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Karl Hass

Sipo- und SD-Offizier in Rom

Umfang des neuen Profils

Als Sipo- und SD-Offizier in Rom wirkte Karl Hass an der Vorbereitung des Massakers in den Ardeatinischen Höhlen mit und erschoss mindestens 2 Menschen persönlich; das Gericht stellte fest, dass er auch zur Ermordung der übrigen Opfer beitrug. Am 1998-03-07 verurteilte ihn das Berufungsgericht zu lebenslanger Haft, das Urteil wurde am 1998-11-16 bestätigt, und er verbüßte die Strafe bis zu seinem Tod am 2004-04-21 im Hausarrest.

Verbundene Verbrechen und Orte

  • Sicherheitspolizei und SD
  • Hinrichtungen
  • Kriegsverbrechen
  • Verbrechen gegen die Menschlichkeit
  • Rom, Italien

Quellengrundlage

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Karl-Friedrich Höcker

Adjutant des Kommandanten von Auschwitz

Umfang des neuen Profils

Als Adjutant des Kommandanten von Auschwitz leitete Karl-Friedrich Höcker die Benachrichtigungen über mindestens 3 Transporte ungarischer Juden weiter; das Gericht stellte fest, dass er damit zur Ermordung von mindestens 3000 Deportierten beitrug. 1965 wurde er zu 7 Jahren Haft verurteilt und 1970-04 auf Bewährung entlassen; am 1989-05-03 verurteilte ihn das Bielefelder Gericht wegen Beihilfe zum Massenmord in den Gaskammern von Majdanek zu 4 Jahren, bevor er 1992 entlassen wurde.

Verbundene Verbrechen und Orte

  • Auschwitz
  • Majdanek
  • Konzentrationslager
  • Gaskammern
  • Auschwitz und Majdanek, besetztes Polen

Quellengrundlage

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Claus Schilling

Arzt und Leiter der Malariaversuche

Umfang des neuen Profils

Claus Schilling leitete in Dachau erzwungene Malariaversuche an etwa 1200 Häftlingen; die Prozessunterlagen belegen die fehlende freiwillige Einwilligung und Todesfälle im Zusammenhang mit den Versuchen. Am 1945-12-13 verurteilte ihn ein US-Militärgericht im Dachauer Hauptprozess zum Tode; das Urteil wurde am 1946-05-28 in Landsberg vollstreckt.

Verbundene Verbrechen und Orte

  • Pseudomedizinische Experimente
  • NS-Medizin
  • Konzentrationslager
  • Dachau, Deutschland

Quellengrundlage

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Karl Rahm

letzter Kommandant des Ghettos Theresienstadt

Umfang des neuen Profils

Als letzter Kommandant des Ghettos Theresienstadt leitete er dessen Verwaltung, wirkte an der propagandistischen Täuschung vor dem Besuch des Roten Kreuzes mit und überwachte Deportationen nach Auschwitz. Ein Gericht in Litoměřice verurteilte ihn zum Tode; das Urteil wurde am 1947-04-30 vollstreckt.

Verbundene Verbrechen und Orte

  • Konzentrationslager
  • Shoah
  • Deportationen
  • Selektionen
  • Theresienstadt, Protektorat Böhmen und Mähren

Quellengrundlage

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Karl Wolff

Chef von Himmlers Persönlichem Stab

Umfang des neuen Profils

Als Chef von Himmlers Persönlichem Stab und SS-Verbindungsoffizier im Führerhauptquartier half er, die Transporte von Juden aus dem Warschauer Ghetto nach Treblinka sicherzustellen. 1964 wurde er wegen Beihilfe zum Mord an mindestens 300000 Menschen zu 15 Jahren Haft verurteilt; 1965 wurde das Urteil bestätigt, 1969 kam er aus Gesundheitsgründen frei.

Verbundene Verbrechen und Orte

  • Zentralverwaltung
  • SS
  • Shoah
  • Deportation von Juden
  • Deutsches Reich und besetztes Europa

Quellengrundlage

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Karl-Adolf Hollidt

Wehrmachtbefehlshaber

Umfang des neuen Profils

Als Wehrmachtbefehlshaber duldete er wissentlich den rechtswidrigen Einsatz von Kriegsgefangenen und Zivilpersonen für Arbeiten zugunsten der Kampftruppe. Im OKW-Prozess wurde er wegen Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit schuldig gesprochen und zu 5 Jahren Haft verurteilt.

Verbundene Verbrechen und Orte

  • Wehrmacht
  • Verbrechen der Wehrmacht
  • Zwangsarbeit
  • Kriegsgefangene
  • Ostfront

Quellengrundlage

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Klaus Dylewski

Angehöriger der Politischen Abteilung Auschwitz

Umfang des neuen Profils

Als Angehöriger der Politischen Abteilung von Auschwitz überwachte er Transporte an der Rampe und wirkte an Bunkerentleerungen und den anschließenden Erschießungen mit; dass er selbst selektierte, stellte das Gericht nicht fest. Am 1965-08-19 wurde er wegen Beihilfe zum Mord in 32 Fällen mit mindestens 1530 Opfern zu 5 Jahren Haft verurteilt; 1968 wurde er entlassen.

Verbundene Verbrechen und Orte

  • Auschwitz
  • Hinrichtungen
  • Shoah
  • Lagerterror
  • Auschwitz, besetztes Polen

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Kurt Eccarius

Leiter des Zellenbaus in Sachsenhausen

Umfang des neuen Profils

Als langjähriger Leiter des Zellenbaus im KZ Sachsenhausen trug er das dortige Gewaltsystem mit und leistete Beihilfe zur Ermordung des 14-jährigen Heinrich Petz. 1947 wurde er zu lebenslanger Zwangsarbeit verurteilt; am 1969-12-22 bildete ein westdeutsches Gericht eine Gesamtstrafe von 8,5 Jahren, die nach Anrechnung früherer Strafe und Untersuchungshaft als verbüßt galt.

Verbundene Verbrechen und Orte

  • Konzentrationslager
  • Lagerterror
  • Einzeltötungen
  • Hinrichtungen
  • Sachsenhausen, Deutschland

Quellengrundlage

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Kurt Meyer

Waffen-SS-Kommandeur

Umfang des neuen Profils

Als Waffen-SS-Kommandeur forderte er seine Soldaten dazu auf, keine Gefangenen zu machen, und trug Befehlsverantwortung für die Erschießung kanadischer Kriegsgefangener in seinem Hauptquartier; einen eigenen Tötungsbefehl stellte das Gericht nicht fest. 1945 wurde er zum Tode verurteilt, die Strafe wurde in lebenslange Haft umgewandelt, und am 1954-09-07 kam er frei.

Verbundene Verbrechen und Orte

  • Waffen-SS
  • Kriegsgefangene
  • Kriegsverbrechen
  • Hinrichtungen
  • Normandie, Frankreich

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Ludwig Plagge

Blockführer und Abschnittsleiter

Umfang des neuen Profils

Als Blockführer in Auschwitz schlug Ludwig Plagge Häftlinge und übte weitere Gewalt aus; er leitete auch den Abschnitt des Roma-Lagers, während Zeugenaussagen und Anklage ihn mit Selektionen und Tötungen verbanden. Der Oberste Nationale Gerichtshof verurteilte ihn 1947 zum Tode; das Urteil wurde am 1948-01-24 in Krakau vollstreckt.

Verbundene Verbrechen und Orte

  • Konzentrationslager
  • Lagerterror
  • Auschwitz
  • Genozid an Roma und Sinti
  • Auschwitz, besetztes Polen

Quellengrundlage

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Luise Danz

SS-Aufseherin und Rapportführerin

Umfang des neuen Profils

Als Aufseherin in Majdanek und Auschwitz schlug Luise Danz Häftlinge; Ende 1944 wurde sie Rapportführerin im Abschnitt BIIb von Auschwitz-Birkenau und wirkte am brutalen Lagerregime mit. Am 1947-12-22 verurteilte sie der Oberste Nationale Gerichtshof zu lebenslanger Haft; nach einer Amnestie wurde die Strafe auf 15 Jahre geändert, und am 1957-08-20 wurde sie entlassen.

Verbundene Verbrechen und Orte

  • Konzentrationslager
  • Lagerterror
  • Auschwitz
  • Majdanek
  • Majdanek und Auschwitz, besetztes Polen

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Martin Gottfried Weiss

Konzentrationslagerkommandant

Umfang des neuen Profils

Martin Gottfried Weiss war Kommandant von Neuengamme, Dachau und zeitweise Majdanek; im Dachauer Hauptprozess stellte das Gericht seine Teilnahme am verbrecherischen gemeinsamen Plan des Lagerbetriebs fest. Am 1945-12-13 verurteilte ihn ein US-Militärgericht zum Tode; das Urteil wurde am 1946-05-29 in Landsberg vollstreckt.

Verbundene Verbrechen und Orte

  • Konzentrationslager
  • Lagerterror
  • SS
  • Majdanek
  • Dachau und Neuengamme, Deutschland

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Max Koegel

Konzentrationslagerkommandant

Umfang des neuen Profils

Als Kommandant von Ravensbrück leitete Max Koegel das Lager während des Ausbaus des Zellenbaus und der Selektionen im Rahmen der Aktion 14f13; später war er Kommandant in Majdanek und Flossenbürg. Er wurde 1946 gefasst, beging jedoch am 1946-06-26 in amerikanischer Haft vor einem Prozess Suizid; gegen ihn erging kein Urteil.

Verbundene Verbrechen und Orte

  • Konzentrationslager
  • Lagerterror
  • Aktion 14f13
  • SS
  • Ravensbrück und Flossenbürg, Deutschland

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Max Simon

Waffen-SS-Divisionskommandeur

Umfang des neuen Profils

Als Kommandeur der 16. SS-Panzergrenadier-Division Reichsführer-SS führte Max Simon eine Formation, die schwere Massaker an italienischen Zivilisten verübte, darunter in Sant’Anna di Stazzema und im Gebiet von Monte Sole. Ein britisches Militärgericht in Padua verurteilte ihn 1947 zum Tode; 1948 wurde die Strafe in lebenslange Haft umgewandelt, und am 1954-11-30 wurde er entlassen.

Verbundene Verbrechen und Orte

  • Waffen-SS
  • Kriegsverbrechen
  • Verbrechen an Zivilistinnen und Zivilisten
  • Massenhinrichtungen
  • Toskana und Emilia-Romagna, Italien

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Oskar Gröning

Mitarbeiter der Häftlingsgeldverwaltung und bewaffneter Rampenposten

Umfang des neuen Profils

Ab 1942-09 war Oskar Gröning in der Häftlingsgeldverwaltung des KZ Auschwitz eingesetzt. Während der Ungarn-Aktion bewachte er an mindestens 3 Tagen das Gepäck der Deportierten an der Rampe, hielt ihre Arglosigkeit aufrecht und war Teil der bewaffneten Drohkulisse; außerdem sortierte, verbuchte und überführte er abgenommenes Geld nach Berlin. Am 2015-07-15 wurde er wegen Beihilfe zum Mord in 300000 Fällen zu 4 Jahren Haft verurteilt. Seine Revision wurde am 2016-09-20 verworfen und seine Beschwerde gegen den verweigerten Strafaufschub am 2017-12-21 zurückgewiesen; er starb am 2018-03-09 vor dem Haftantritt im Krankenhaus.

Verbundene Verbrechen und Orte

  • Auschwitz
  • Konzentrationslager
  • Shoah
  • Eigentumsraub
  • Auschwitz, besetztes Polen

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Oswald Kaduk

Rapportführer in Auschwitz

Umfang des neuen Profils

Als Rapportführer in Auschwitz ermordete er eigenhändig Häftlinge und wirkte als Mittäter an 2 Selektionen mit, bei denen mindestens 1002 Menschen zum Tode bestimmt wurden. Am 1947-08-25 verurteilte ihn ein sowjetisches Militärgericht zu 25 Jahren Zwangsarbeit, am 1956-04-26 wurde er begnadigt, und am 1965-08-19 verurteilte ihn ein Frankfurter Gericht wegen 10 Morden und mittäterschaftlichen Mordes in 2 Fällen mit mindestens 1002 Opfern zu lebenslangem Zuchthaus; 1989 wurde er entlassen.

Verbundene Verbrechen und Orte

  • Auschwitz
  • Konzentrationslager
  • Lagerterror
  • Einzeltötungen
  • Auschwitz, besetztes Polen

Quellengrundlage

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