II Kreis II von VII

Strategischer Kern des Regimes

Führende Vertreter von Staat, Partei, SS, Polizei, Wehrmacht und Propaganda, die verbrecherische Politik prägten und koordinierten.

Diese Personen kontrollierten zentrale Institutionen und verwandelten die Ziele des Diktators in Strategie, Prioritäten und verbindliche Entscheidungen. Ihre Profile trennen politische Gestaltungsmacht von der Arbeit nachgeordneter Behörden und Einsatzformationen.

Wie die Kreise funktionieren. Die sieben Kreise ordnen die dokumentierte Stellung einer Person in der Kette von Entscheidung, Koordination, Verwaltung und Ausführung ein. Sie bilden weder Leid, Bekanntheit noch Opferzahlen ab. Die Einordnung beruht auf Funktion, formaler Befugnis, Entscheidungsmacht, operativer Kontrolle und nachgewiesenem individuellem Handeln. Rollen konnten sich überschneiden und im Laufe der Zeit verändern; jedes Profil erläutert deshalb die Belege und die Grenzen der Zuschreibung.

14 Profile

Die Profile sind alphabetisch nach Nachnamen geordnet. Die Einordnung folgt dokumentierter Funktion und Handlungsmacht, niemals einer Rangfolge nach Opferzahlen.

Kreis II von VII

Gottlob Berger

Chef des SS-Hauptamts und Organisator der Rekrutierung für die Waffen-SS

1949 verurteilt; Strafmaß herabgesetzt und 1951 entlassen

Kreis II von VII

Martin Bormann

Leiter der Parteikanzlei der NSDAP und Sekretär Hitlers

in Abwesenheit zum Tode verurteilt; 1945 in Berlin gestorben

Kreis II von VII

Richard Walther Darré

Reichsminister für Ernährung und Landwirtschaft, ehemaliger Leiter des RuSHA und Ideologe von „Blut und Boden“

1949 verurteilt; 1950 entlassen

Kreis II von VII

Erich Adam Dinges

Fahrer im Lagerpersonal

Am 22. Dezember 1947 wurde er zu 5 Jahren Haft verurteilt und 1952 entlassen.

Kreis II von VII

Joseph Goebbels

Reichsminister für Volksaufklärung und Propaganda und Gauleiter von Berlin

nicht vor Gericht gestellt; 1945 durch Suizid gestorben

Kreis II von VII

Hermann Göring

Reichsmarschall, Oberbefehlshaber der Luftwaffe und Beauftragter für den Vierjahresplan

in Nürnberg zum Tode verurteilt; 1946 in Haft durch Suizid gestorben

Kreis II von VII

Siegfried Handloser

Chef des Wehrmachtssanitätswesens

1947 zu lebenslanger Haft verurteilt; am 31. Januar 1951 auf 20 Jahre herabgesetzt; Strafvollzug 1954 aus gesundheitlichen Gründen unterbrochen.

Kreis II von VII

Rudolf Heß

Stellvertreter Hitlers in der NSDAP und Reichsminister ohne Geschäftsbereich.

1946 in Nürnberg zu lebenslanger Haft verurteilt.

Kreis II von VII

Reinhard Heydrich

Chef des RSHA und stellvertretender Reichsprotektor in Böhmen und Mähren

nicht vor Gericht gestellt; 1942 nach dem Prager Attentat gestorben

Kreis II von VII

Heinrich Himmler

Reichsführer-SS, Chef der Deutschen Polizei und Reichsminister des Innern

nicht vor Gericht gestellt; 1945 in britischer Haft durch Suizid gestorben

Kreis II von VII

Robert Ley

Reichsleiter der NSDAP und Leiter der Deutschen Arbeitsfront

1945 vor Prozessbeginn in alliierter Haft durch Suizid gestorben

Kreis II von VII

Robert Mulka

Adjutant des Kommandanten und Stabsführer der Kommandantur

1965 zu 14 Jahren Zuchthaus verurteilt; am 20. Februar 1968 aus der Haft entlassen.

Kreis II von VII

Oskar Schröder

Chef des Sanitätswesens der Luftwaffe

1947 zu lebenslanger Haft verurteilt; die Strafe wurde später auf 15 Jahre herabgesetzt; am 1. April 1954 bedingt entlassen.

Kreis II von VII

Gustav Adolf Steengracht von Moyland

Staatssekretär im Auswärtigen Amt von 1943 bis 1945

im Wilhelmstraßen-Prozess verurteilt; Strafe nach Überprüfung: fünf Jahre