Deutschsprachige quellengebundene Ausgabe
Elisabeth Volkenrath
Elisabeth Volkenrath war Oberaufseherin in Auschwitz und Bergen-Belsen. Das Profil rekonstruiert Funktion und Handlungsspielraum im dokumentierten Tätigkeitsgebiet (besetztes Polen · Deutschland) anhand des Amtes, von Entscheidungen, Aufsicht oder operativem Handeln. Es schreibt nicht sämtliche Verbrechen einer Institution oder Region einer einzelnen Person zu.
Gesicherte Befunde
- Elisabeth Volkenrath wurde am 5. September 1919 in Schönau geboren. Ab März 1942 war sie Aufseherin in Auschwitz und wurde im Herbst 1944 Oberaufseherin. (Quelle: Państwowe Muzeum Auschwitz-Birkenau — “Chain of command”, biogram Elisabeth Volkenrath)
- 1945 wurde sie nach Bergen-Belsen versetzt, wo sie als Oberaufseherin die Dienste der ihr unterstellten Aufseherinnen einteilte. (Quelle: Państwowe Muzeum Auschwitz-Birkenau — “Chain of command”, biogram Elisabeth Volkenrath)
- Der Prozessbericht hält Aussagen ehemaliger Häftlinge über Schläge durch Volkenrath und ihre Beteiligung an Selektionen in Auschwitz fest; Volkenrath bestritt eigene Selektionen und räumte nur Ohrfeigen ein. (Quelle: United Nations War Crimes Commission / Law Library of Congress — Law Reports, vol. II, printed pp. 38–39, 47–50, 57, 126 and 138 (PDF pp. 51–52, 60–63, 70, 139 and 151))
- Ein britisches Militärgericht verurteilte sie zum Tod durch den Strang; das Urteil wurde am 13. Dezember 1945 in Hameln vollstreckt. (Quelle: United Nations War Crimes Commission / Law Library of Congress — Law Reports, vol. II, printed pp. 38–39, 47–50, 57, 126 and 138 (PDF pp. 51–52, 60–63, 70, 139 and 151); Quelle: Gedenkstätte Bergen-Belsen — chronology and section “The Prosecution of the Perpetrators”)
Stellung in der Verantwortungskette
Volkenraths Verantwortung wird anhand ihrer Funktionen in der Lagerhierarchie, individualisierender Zeugenaussagen im Prozessbericht und des gerichtlichen Ergebnisses dargestellt. Der Text trennt Vorwürfe und Aussagen von den Feststellungen, die allein aus dem Urteil folgen. (Quelle: Państwowe Muzeum Auschwitz-Birkenau — “Chain of command”, biogram Elisabeth Volkenrath; Quelle: United Nations War Crimes Commission / Law Library of Congress — Law Reports, vol. II, printed pp. 38–39, 47–50, 57, 126 and 138 (PDF pp. 51–52, 60–63, 70, 139 and 151))
Zentrale Ereignisse und Mechanismen
- März 1942 – Dienstbeginn in Auschwitz (Quelle: Państwowe Muzeum Auschwitz-Birkenau — “Chain of command”, biogram Elisabeth Volkenrath)
- Herbst 1944 – Übernahme der Funktion als Oberaufseherin (Quelle: Państwowe Muzeum Auschwitz-Birkenau — “Chain of command”, biogram Elisabeth Volkenrath)
- 17. November 1945 – Todesurteil im ersten Belsen-Prozess (Quelle: United Nations War Crimes Commission / Law Library of Congress — Law Reports, vol. II, printed pp. 38–39, 47–50, 57, 126 and 138 (PDF pp. 51–52, 60–63, 70, 139 and 151))
- 13. Dezember 1945 – Vollstreckung des Urteils in Hameln (Quelle: United Nations War Crimes Commission / Law Library of Congress — Law Reports, vol. II, printed pp. 38–39, 47–50, 57, 126 and 138 (PDF pp. 51–52, 60–63, 70, 139 and 151); Quelle: Gedenkstätte Bergen-Belsen — chronology and section “The Prosecution of the Perpetrators”)
Der Kreis beschreibt Macht, Funktion und Handlungsmacht. Mehrere Profile können verschiedene Teile derselben Verfolgungskette erfassen; Opferzahlen auf Profilebene dürfen daher nicht addiert werden.
Aufarbeitung nach 1945
Ein britisches Militärgericht verurteilte Volkenrath im ersten Prozess gegen Angehörige des KZ Bergen-Belsen zum Tod durch den Strang. Das Urteil wurde am 13. Dezember 1945 in Hameln vollstreckt. (Quelle: United Nations War Crimes Commission / Law Library of Congress — Law Reports, vol. II, printed pp. 38–39, 47–50, 57, 126 and 138 (PDF pp. 51–52, 60–63, 70, 139 and 151); Quelle: Gedenkstätte Bergen-Belsen — chronology and section “The Prosecution of the Perpetrators”)
Grenzen der Quellenlage
Der UNWCC-Bericht fasst Zeugenaussagen, Verteidigung und Anklagevortrag zusammen. Einzelne Vorwürfe dürfen weder als eigenständige gerichtliche Feststellungen noch als Grundlage für die Zurechnung aller Verbrechen beider Lager dargestellt werden. (Quelle: United Nations War Crimes Commission / Law Library of Congress — Law Reports, vol. II, printed pp. 38–39, 47–50, 57, 126 and 138 (PDF pp. 51–52, 60–63, 70, 139 and 151))
Quellen
Die Quellengrundlage verbindet institutionelles, archivalisches, prozessbezogenes oder wissenschaftliches Material von mindestens zwei unabhängigen Herausgebern.