Deutschsprachige quellengebundene Ausgabe
Wolfgang Seuss
Wolfgang Seuss war SS-Funktionär in Aufsichtsfunktionen in Dachau und Leiter des Häftlingslagers in Natzweiler. Das Profil rekonstruiert Funktion und Handlungsspielraum im dokumentierten Tätigkeitsgebiet (Dachau und Natzweiler) anhand des Amtes, von Entscheidungen, Aufsicht oder operativem Handeln. Es schreibt nicht sämtliche Verbrechen einer Institution oder Region einer einzelnen Person zu.
Gesicherte Befunde
- Wolfgang Seuss wurde 1907 geboren und starb 1979. (Quelle: angeführter institutioneller oder gerichtlicher Beleg)
- In Dachau war er nacheinander Blockführer, Kommandoführer, Rapportführer und stellvertretender Schutzhaftlagerführer; 1942 wurde er nach Natzweiler versetzt, wo Germain Lutz ihn als Leiter des Häftlingslagers bezeichnete und schilderte, wie Seuss ihn zur Arbeit im Steinbruch und nach einer Verletzung zur Rückkehr dorthin zwang. (Quelle: angeführter institutioneller oder gerichtlicher Beleg; Quelle: angeführter institutioneller oder gerichtlicher Beleg)
- Nach dem Freispruch 1946 im Fall von 4 SOE-Gefangenen wurde er in Frankreich zum Tode verurteilt; das Urteil wurde umgewandelt, und Seuß wurde 1959 begnadigt. 1960 verurteilte ihn ein bundesdeutsches Gericht wegen der Ermordung von 2 jüdischen Häftlingen zu lebenslanger Haft. (Quelle: angeführter institutioneller oder gerichtlicher Beleg; Quelle: angeführter institutioneller oder gerichtlicher Beleg; Quelle: angeführter institutioneller oder gerichtlicher Beleg)
Stellung in der Verantwortungskette
Der Freispruch von 1946 betraf 1 eng begrenzten Anklagepunkt und darf nicht als Freispruch für die später abgeurteilten Taten dargestellt werden. (Quelle: angeführter institutioneller oder gerichtlicher Beleg; Quelle: angeführter institutioneller oder gerichtlicher Beleg; Quelle: angeführter institutioneller oder gerichtlicher Beleg)
Zentrale Ereignisse und Mechanismen
- 1934–1942: In Dachau war er nacheinander Blockführer, Kommandoführer, Rapportführer und stellvertretender Schutzhaftlagerführer; 1942 wurde er nach Natzweiler versetzt. (Quelle: angeführter institutioneller oder gerichtlicher Beleg)
- 1960 verurteilte ihn das Landgericht München II wegen der Ermordung von 2 jüdischen Häftlingen zu lebenslanger Haft. (Quelle: angeführter institutioneller oder gerichtlicher Beleg; Quelle: angeführter institutioneller oder gerichtlicher Beleg)
Der Kreis beschreibt Macht, Funktion und Handlungsmacht. Mehrere Profile können verschiedene Teile derselben Verfolgungskette erfassen; Opferzahlen auf Profilebene dürfen daher nicht addiert werden.
Aufarbeitung nach 1945
Das französische Todesurteil wurde umgewandelt; Seuß wurde 1959 begnadigt. Nach dem bundesdeutschen Urteil zu lebenslanger Haft wurde er 1970 entlassen und starb 1979. (Quelle: angeführter institutioneller oder gerichtlicher Beleg; Quelle: angeführter institutioneller oder gerichtlicher Beleg; Quelle: angeführter institutioneller oder gerichtlicher Beleg)
Grenzen der Quellenlage
Das Profil trennt Vorwürfe und Ergebnisse der einzelnen Verfahren und nennt keine Gesamtzahl der Opfer. Die angeführten Quellen belegen nur die Geburts- und Sterbejahre (1907–1979), nicht die genauen Daten oder Orte. Ein Porträt mit eindeutig belegten Veröffentlichungsrechten wurde nicht gefunden. (Quelle: angeführter institutioneller oder gerichtlicher Beleg)
Quellen
Die Quellengrundlage verbindet institutionelles, archivalisches, prozessbezogenes oder wissenschaftliches Material von mindestens zwei unabhängigen Herausgebern.