Deutschsprachige quellengebundene Ausgabe
Wilhelm Boger
Wilhelm Boger war Angehöriger des Ermittlungs- und Vernehmungsreferats der Politischen Abteilung in Auschwitz. Das Profil rekonstruiert Funktion und Handlungsspielraum im dokumentierten Tätigkeitsgebiet (Auschwitz) anhand des Amtes, von Entscheidungen, Aufsicht oder operativem Handeln. Es schreibt nicht sämtliche Verbrechen einer Institution oder Region einer einzelnen Person zu.
Gesicherte Befunde
- Wilhelm Boger wurde am 19. Dezember 1906 in Stuttgart geboren und starb am 3. April 1977 während der Strafhaft in Bietigheim. (Quelle: angeführter institutioneller oder gerichtlicher Beleg)
- Vom 23. Dezember 1943 bis zur Räumung von Auschwitz leitete er das Ermittlungs- und Vernehmungsreferat der Politischen Abteilung; das Auschwitz-Museum nennt ihn unter den berüchtigtsten Funktionären dieser Einheit. (Quelle: angeführter institutioneller oder gerichtlicher Beleg; Quelle: angeführter institutioneller oder gerichtlicher Beleg)
- 1965 verurteilte ihn das Gericht wegen 5 Morden, gemeinschaftlichen Mordes in 109 Fällen und Beihilfe zum Mord in 1.010 Fällen zu lebenslangem Zuchthaus und weiteren 5 Jahren. (Quelle: angeführter institutioneller oder gerichtlicher Beleg; Quelle: angeführter institutioneller oder gerichtlicher Beleg; Quelle: angeführter institutioneller oder gerichtlicher Beleg)
Stellung in der Verantwortungskette
Das Profil trennt Bogers Amt in der politischen Lagerpolizei von den im Prozess individuell nachgewiesenen Taten und schreibt ihm nicht pauschal sämtliche Verbrechen der Politischen Abteilung zu. (Quelle: angeführter institutioneller oder gerichtlicher Beleg; Quelle: angeführter institutioneller oder gerichtlicher Beleg; Quelle: angeführter institutioneller oder gerichtlicher Beleg)
Zentrale Ereignisse und Mechanismen
- Vom 23. Dezember 1943 bis zur Lagerräumung leitete er das Ermittlungs- und Vernehmungsreferat der Politischen Abteilung in Auschwitz. (Quelle: angeführter institutioneller oder gerichtlicher Beleg; Quelle: angeführter institutioneller oder gerichtlicher Beleg)
- Im August 1965 erhielt er lebenslanges Zuchthaus und weitere 5 Jahre für 5 Morde, 109 gemeinschaftlich begangene Morde und Beihilfe zu 1.010 Morden. (Quelle: angeführter institutioneller oder gerichtlicher Beleg; Quelle: angeführter institutioneller oder gerichtlicher Beleg)
Der Kreis beschreibt Macht, Funktion und Handlungsmacht. Mehrere Profile können verschiedene Teile derselben Verfolgungskette erfassen; Opferzahlen auf Profilebene dürfen daher nicht addiert werden.
Aufarbeitung nach 1945
Im Oktober 1958 verhaftet, wurde er 1965 zu lebenslangem Zuchthaus und 5 weiteren Jahren verurteilt und starb am 3. April 1977 in Strafhaft. (Quelle: angeführter institutioneller oder gerichtlicher Beleg; Quelle: angeführter institutioneller oder gerichtlicher Beleg)
Grenzen der Quellenlage
Die Zahlen bezeichnen die rechtlichen Tatkategorien des Urteils und keine gesonderte Opferbilanz dieses Profils. Ein Porträt mit eindeutig belegten Veröffentlichungsrechten wurde nicht gefunden. (Quelle: angeführter institutioneller oder gerichtlicher Beleg; Quelle: angeführter institutioneller oder gerichtlicher Beleg; Quelle: angeführter institutioneller oder gerichtlicher Beleg; Quelle: angeführter institutioneller oder gerichtlicher Beleg)
Quellen
Die Quellengrundlage verbindet institutionelles, archivalisches, prozessbezogenes oder wissenschaftliches Material von mindestens zwei unabhängigen Herausgebern.