Deutschsprachige quellengebundene Ausgabe
Walter Kuntze
Walter Kuntze war stellvertretender Wehrmachtbefehlshaber Südost. Das Profil rekonstruiert Funktion und Handlungsspielraum im dokumentierten Tätigkeitsgebiet (Balkan) anhand des Amtes, von Entscheidungen, Aufsicht oder operativem Handeln. Es schreibt nicht sämtliche Verbrechen einer Institution oder Region einer einzelnen Person zu.
Gesicherte Befunde
- Walter Kuntze wurde am 23. Februar 1883 in Pritzerbe geboren und starb am 1. April 1960 in Detmold. (Quelle: angeführter Beleg; Quelle: angeführter Beleg)
- Vom 27. Oktober 1941 bis 8. August 1942 war er stellvertretender Wehrmachtbefehlshaber Südost und führte die 12. Armee. (Quelle: angeführter Beleg; Quelle: angeführter Beleg; Quelle: angeführter Beleg)
- Am 19. März 1942 unterzeichnete er einen Befehl zur Bekämpfung des Aufstands in Serbien und Kroatien, der Repressalien, die Zerstörung von Ortschaften und den Einsatz von Lagern behandelte. (Quelle: angeführter Beleg; Quelle: angeführter Beleg)
- Das Gericht stellte fest, dass er Berichte über Repressalienverbrechen sowie die Erfassung und Verbringung von Juden und Roma in Lager erhielt, aber nicht eingriff; es stellte nicht fest, dass er ihre Erschießung oder Verbringung angeordnet hatte. (Quelle: angeführter Beleg; Quelle: angeführter Beleg)
- Am 19. Februar 1948 wurde er in den Anklagepunkten I, III und IV schuldig gesprochen und zu lebenslanger Haft verurteilt; im Februar 1953 wurde er aus medizinischen Gründen entlassen, ohne dass das Urteil aufgehoben wurde. (Quelle: angeführter Beleg; Quelle: angeführter Beleg; Quelle: angeführter Beleg)
Stellung in der Verantwortungskette
Kuntzes Verantwortung ist vor allem Befehlsverantwortung und folgt aus einem unterzeichneten Befehl, den bei seinem Stab eingegangenen Meldungen und dem Unterlassen, rechtswidrige Praktiken unterstellter Einheiten zu verhindern. (Quelle: angeführter Beleg; Quelle: angeführter Beleg; Quelle: angeführter Beleg)
Zentrale Ereignisse und Mechanismen
- Am 19. März 1942 unterzeichnete er einen Befehl zur Verschärfung der Aufstandsbekämpfung in Serbien und Kroatien. (Quelle: angeführter Beleg; Quelle: angeführter Beleg)
- Am 19. Februar 1948 sprach ihn das Gericht in den Anklagepunkten I, III und IV schuldig und verhängte lebenslange Haft. (Quelle: angeführter Beleg; Quelle: angeführter Beleg)
- Im Februar 1953 wurde er aus medizinischen Gründen entlassen; das Urteil blieb bestehen. (Quelle: angeführter Beleg)
Der Kreis beschreibt Macht, Funktion und Handlungsmacht. Mehrere Profile können verschiedene Teile derselben Verfolgungskette erfassen; Opferzahlen auf Profilebene dürfen daher nicht addiert werden.
Aufarbeitung nach 1945
Am 19. Februar 1948 wurde er zu lebenslanger Haft verurteilt. Im Februar 1953 wurde er aus medizinischen Gründen entlassen, ohne dass das Urteil aufgehoben wurde; am 1. April 1960 starb er in Detmold. (Quelle: angeführter Beleg; Quelle: angeführter Beleg; Quelle: angeführter Beleg; Quelle: angeführter Beleg; Quelle: angeführter Beleg)
Grenzen der Quellenlage
Das Urteil stellte ausdrücklich fest, dass die Akten keinen Befehl Kuntzes zur Erschießung von Juden und Roma oder zu ihrer Verbringung in ein Lager belegten. Das Profil geht nicht über die gerichtlichen Feststellungen hinaus. Das Porträt von 1948 des U.S. Army Signal Corps aus den Beständen der National Archives and Records Administration ist bei Wikimedia Commons als gemeinfrei gekennzeichnet. (Quelle: angeführter Beleg; Quelle: angeführter Beleg; Quelle: angeführter Beleg)
Quellen
Die Quellengrundlage verbindet institutionelles, archivalisches, prozessbezogenes oder wissenschaftliches Material von mindestens zwei unabhängigen Herausgebern.