Deutschsprachige quellengebundene Ausgabe
Martin Sommer
Martin Sommer war Arrestaufseher und unmittelbarer Täter von Morden. Das Profil rekonstruiert Funktion und Handlungsspielraum im dokumentierten Tätigkeitsgebiet (Buchenwald) anhand des Amtes, von Entscheidungen, Aufsicht oder operativem Handeln. Es schreibt nicht sämtliche Verbrechen einer Institution oder Region einer einzelnen Person zu.
Gesicherte Befunde
- Walter Gerhard Martin Sommer wurde am 8. Februar 1915 in Schkölen geboren und starb am 7. Juni 1988 im Stephanusheim in Rummelsberg. (Quelle: angeführter Beleg; Quelle: angeführter Beleg)
- Als SS-Hauptscharführer gehörte er zum Stammpersonal des KZ Buchenwald und war für den Arrestbau verantwortlich. (Quelle: angeführter Beleg; Quelle: angeführter Beleg)
- Das Gericht stellte fest, dass er vom Frühjahr 1940 bis Ende 1942 mindestens 25 namentlich unbekannte Häftlinge durch intravenöse Injektionen von Evipan, Phenol oder Luft tötete. (Quelle: angeführter Beleg; Quelle: angeführter Beleg)
- Das Landgericht Bayreuth verurteilte ihn am 3. Juli 1958 wegen 25 Morden zu lebenslangem Zuchthaus; am 5. Mai 1959 verwarf der Bundesgerichtshof seine Revision. (Quelle: angeführter Beleg; Quelle: angeführter Beleg)
Stellung in der Verantwortungskette
Das Profil schreibt Sommer die rechtskräftig festgestellten Morde und seine dokumentierte Funktion als Arrestaufseher zu, nicht jede berichtete Lagerstraftat. (Quelle: angeführter Beleg; Quelle: angeführter Beleg)
Zentrale Ereignisse und Mechanismen
- Vom Frühjahr 1940 bis Ende 1942 ermordete er mindestens 25 Häftlinge durch Injektionen. (Quelle: angeführter Beleg; Quelle: angeführter Beleg)
- Am 3. Juli 1958 wurde er zu lebenslangem Zuchthaus verurteilt; am 5. Mai 1959 wurde das Urteil durch die Verwerfung der Revision rechtskräftig. (Quelle: angeführter Beleg; Quelle: angeführter Beleg)
Der Kreis beschreibt Macht, Funktion und Handlungsmacht. Mehrere Profile können verschiedene Teile derselben Verfolgungskette erfassen; Opferzahlen auf Profilebene dürfen daher nicht addiert werden.
Aufarbeitung nach 1945
1971 wurde die Vollstreckung zur medizinischen Behandlung unterbrochen, 1973 kam er in ein Pflegeheim. Spätere Anträge auf Bewährungsentlassung wurden abgelehnt; er starb am 7. Juni 1988, während die Strafe fortbestand. (Quelle: angeführter Beleg)
Grenzen der Quellenlage
Das Urteil umfasste 25 Morde und wies selbst darauf hin, dass dies nur einen Teil der vorgeworfenen Verbrechen darstellte. Das Profil legt keine vollständige Opferzahl fest und wiederholt keine ungeprüften Erzählungen. Ein Porträt mit eindeutig dokumentierten Veröffentlichungsrechten wurde nicht gefunden. (Quelle: angeführter Beleg; Quelle: angeführter Beleg)
Quellen
Die Quellengrundlage verbindet institutionelles, archivalisches, prozessbezogenes oder wissenschaftliches Material von mindestens zwei unabhängigen Herausgebern.