Deutschsprachige quellengebundene Ausgabe

Julius Ludolf

Am 13. Mai 1946 schuldig gesprochen und zum Tode verurteilt; am 28. Mai 1947 in Landsberg hingerichtet. 1893–1947

Julius Ludolf war Lagerführer der Außenlager Loiblpass, Großraming und Melk. Das Profil rekonstruiert Funktion und Handlungsspielraum im dokumentierten Tätigkeitsgebiet (Loiblpass, Großraming und Melk im annektierten Österreich) anhand des Amtes, von Entscheidungen, Aufsicht oder operativem Handeln. Es schreibt nicht sämtliche Verbrechen einer Institution oder Region einer einzelnen Person zu.

KonzentrationslagerLagerterrorMordeHinrichtungen

Gesicherte Befunde

Stellung in der Verantwortungskette

Seine Verantwortung beruht sowohl auf der Führung dreier Außenlager als auch auf individuellen Taten und Befehlen, die im Prozessmaterial belegt sind; sie wird nicht allein aus der Zugehörigkeit zum Lagerpersonal abgeleitet. (Quelle: National Archives and Records Administration, Bestandsführer zu den Mauthausen-Prozessakten, S. 130, 154, 167; Quelle: Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes, Florian Freund, „Der Dachauer Mauthausenprozess“, S. 57–58, 63–64)

Zentrale Ereignisse und Mechanismen

Keine Rangliste nach Opferzahlen

Der Kreis beschreibt Macht, Funktion und Handlungsmacht. Mehrere Profile können verschiedene Teile derselben Verfolgungskette erfassen; Opferzahlen auf Profilebene dürfen daher nicht addiert werden.

Aufarbeitung nach 1945

Im Mauthausen-Hauptprozess sprach ihn ein US-Militärgericht in Dachau am 13. Mai 1946 schuldig, verurteilte ihn zum Tod durch den Strang und ließ das Urteil am 28. Mai 1947 in Landsberg am Lech vollstrecken. (Quelle: Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes, Florian Freund, „Der Dachauer Mauthausenprozess“, S. 57–58, 63–64; Quelle: KZ-Gedenkstätte Melk, „Juristische Ahndung“, Absätze zu Julius Ludolph; Quelle: Jewish Virtual Library, Übersicht zum Mauthausen-Gusen-Prozess, Eintrag zu Julius Ludolf)

Grenzen der Quellenlage

Das von der KZ-Gedenkstätte Mauthausen zitierte SS-Stammblatt nennt den 28. März 1893, während Kandidatendatensatz und Wikipedia den 26. März 1893 angeben; dieses Profil folgt dem Archivdatum und weist die Abweichung aus. NARA und DÖW nennen den Rang Untersturmführer, das Zeithistorische Zentrum Melk dagegen Obersturmführer; das Rangfeld weist deshalb den Quellenkonflikt aus. Ihm wird keine gesonderte Opferzahl zugeschrieben. Ein Porträt wurde nicht ausgewählt, weil die Nachnutzungsrechte einer konkreten Datei nicht geklärt sind. (Quelle: KZ-Gedenkstätte Mauthausen, „Jahrbuch 2016“, S. 28 und Anm. 92 auf S. 40; Quelle: National Archives and Records Administration, Bestandsführer zu den Mauthausen-Prozessakten, S. 130, 154, 167; Quelle: Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes, Florian Freund, „Der Dachauer Mauthausenprozess“, S. 57–58, 63–64; Quelle: Zeithistorisches Zentrum Melk, Broschüre „Concentration Camp Melk“, S. 19)

Quellen

Die Quellengrundlage verbindet institutionelles, archivalisches, prozessbezogenes oder wissenschaftliches Material von mindestens zwei unabhängigen Herausgebern.