Deutschsprachige quellengebundene Ausgabe
Julius Ludolf
Julius Ludolf war Lagerführer der Außenlager Loiblpass, Großraming und Melk. Das Profil rekonstruiert Funktion und Handlungsspielraum im dokumentierten Tätigkeitsgebiet (Loiblpass, Großraming und Melk im annektierten Österreich) anhand des Amtes, von Entscheidungen, Aufsicht oder operativem Handeln. Es schreibt nicht sämtliche Verbrechen einer Institution oder Region einer einzelnen Person zu.
Gesicherte Befunde
- Als Offizier der Waffen-SS führte er nacheinander die Mauthausener Außenlager Loiblpass, Großraming und Melk. (Quelle: National Archives and Records Administration, Bestandsführer zu den Mauthausen-Prozessakten, S. 130, 154, 167; Quelle: KZ-Gedenkstätte Mauthausen, „Jahrbuch 2016“, S. 28 und Anm. 92 auf S. 40; Quelle: Zeithistorisches Zentrum Melk, Broschüre „Concentration Camp Melk“, S. 19)
- Die Auswertung der Prozessakten hält fest, dass er Häftlinge durch Schläge tötete und Tötungen durch Injektionen sowie Erhängen anordnete. (Quelle: Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes, Florian Freund, „Der Dachauer Mauthausenprozess“, S. 57–58, 63–64)
- Ein US-Militärgericht sprach ihn am 13. Mai 1946 schuldig und verurteilte ihn zum Tode; am 28. Mai 1947 wurde er in Landsberg hingerichtet. (Quelle: Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes, Florian Freund, „Der Dachauer Mauthausenprozess“, S. 57–58, 63–64; Quelle: KZ-Gedenkstätte Melk, „Juristische Ahndung“, Absätze zu Julius Ludolph; Quelle: Jewish Virtual Library, Übersicht zum Mauthausen-Gusen-Prozess, Eintrag zu Julius Ludolf)
Stellung in der Verantwortungskette
Seine Verantwortung beruht sowohl auf der Führung dreier Außenlager als auch auf individuellen Taten und Befehlen, die im Prozessmaterial belegt sind; sie wird nicht allein aus der Zugehörigkeit zum Lagerpersonal abgeleitet. (Quelle: National Archives and Records Administration, Bestandsführer zu den Mauthausen-Prozessakten, S. 130, 154, 167; Quelle: Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes, Florian Freund, „Der Dachauer Mauthausenprozess“, S. 57–58, 63–64)
Zentrale Ereignisse und Mechanismen
- Er war Lagerführer der Außenlager Loiblpass, Großraming und Melk. (Quelle: National Archives and Records Administration, Bestandsführer zu den Mauthausen-Prozessakten, S. 130, 154, 167; Quelle: KZ-Gedenkstätte Mauthausen, „Jahrbuch 2016“, S. 28 und Anm. 92 auf S. 40; Quelle: Zeithistorisches Zentrum Melk, Broschüre „Concentration Camp Melk“, S. 19)
- Das Verfahren dokumentierte seine unmittelbare Gewalt und seine Befehle zur Tötung von Häftlingen. (Quelle: Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes, Florian Freund, „Der Dachauer Mauthausenprozess“, S. 57–58, 63–64)
- Am 13. Mai 1946 wurde er zum Tode verurteilt und am 28. Mai 1947 in Landsberg hingerichtet. (Quelle: Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes, Florian Freund, „Der Dachauer Mauthausenprozess“, S. 57–58, 63–64; Quelle: KZ-Gedenkstätte Melk, „Juristische Ahndung“, Absätze zu Julius Ludolph; Quelle: Jewish Virtual Library, Übersicht zum Mauthausen-Gusen-Prozess, Eintrag zu Julius Ludolf)
Der Kreis beschreibt Macht, Funktion und Handlungsmacht. Mehrere Profile können verschiedene Teile derselben Verfolgungskette erfassen; Opferzahlen auf Profilebene dürfen daher nicht addiert werden.
Aufarbeitung nach 1945
Im Mauthausen-Hauptprozess sprach ihn ein US-Militärgericht in Dachau am 13. Mai 1946 schuldig, verurteilte ihn zum Tod durch den Strang und ließ das Urteil am 28. Mai 1947 in Landsberg am Lech vollstrecken. (Quelle: Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes, Florian Freund, „Der Dachauer Mauthausenprozess“, S. 57–58, 63–64; Quelle: KZ-Gedenkstätte Melk, „Juristische Ahndung“, Absätze zu Julius Ludolph; Quelle: Jewish Virtual Library, Übersicht zum Mauthausen-Gusen-Prozess, Eintrag zu Julius Ludolf)
Grenzen der Quellenlage
Das von der KZ-Gedenkstätte Mauthausen zitierte SS-Stammblatt nennt den 28. März 1893, während Kandidatendatensatz und Wikipedia den 26. März 1893 angeben; dieses Profil folgt dem Archivdatum und weist die Abweichung aus. NARA und DÖW nennen den Rang Untersturmführer, das Zeithistorische Zentrum Melk dagegen Obersturmführer; das Rangfeld weist deshalb den Quellenkonflikt aus. Ihm wird keine gesonderte Opferzahl zugeschrieben. Ein Porträt wurde nicht ausgewählt, weil die Nachnutzungsrechte einer konkreten Datei nicht geklärt sind. (Quelle: KZ-Gedenkstätte Mauthausen, „Jahrbuch 2016“, S. 28 und Anm. 92 auf S. 40; Quelle: National Archives and Records Administration, Bestandsführer zu den Mauthausen-Prozessakten, S. 130, 154, 167; Quelle: Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes, Florian Freund, „Der Dachauer Mauthausenprozess“, S. 57–58, 63–64; Quelle: Zeithistorisches Zentrum Melk, Broschüre „Concentration Camp Melk“, S. 19)
Quellen
Die Quellengrundlage verbindet institutionelles, archivalisches, prozessbezogenes oder wissenschaftliches Material von mindestens zwei unabhängigen Herausgebern.