Deutschsprachige quellengebundene Ausgabe
Johann-Georg Richert
Johann-Georg Richert war Kommandeur der 286. Sicherungs-Division und der 35. Infanterie-Division. Das Profil rekonstruiert Funktion und Handlungsspielraum im dokumentierten Tätigkeitsgebiet (besetztes Belarus) anhand des Amtes, von Entscheidungen, Aufsicht oder operativem Handeln. Es schreibt nicht sämtliche Verbrechen einer Institution oder Region einer einzelnen Person zu.
Gesicherte Befunde
- Richert befehligte die 286. Sicherungs-Division bei Antipartisanenoperationen im besetzten Belarus und später die 35. Infanterie-Division. (Quelle: ifz-muenchen.de, angegebene Fundstelle)
- In der zitierten Aussage räumte er ein, dass drei Operationen seiner Division etwa 900 Zivilisten das Leben kosteten; zudem nannte er das Verbrennen eines Gebäudes mit Frauen und Kindern in Perik und die Erschießung von etwa 100 Zivilisten nach einem Partisanenangriff. (Quelle: ifz-muenchen.de, angegebene Fundstelle; Quelle: stadtgeschichte.karlsruhe.de, angegebene Fundstelle)
- Am 11. März 1944 nahm er an einer Besprechung über die Deportationen nach Osaritschi teil; seine 35. Division erhielt den Auftrag, eines der provisorischen Lager zu errichten und zu bewachen. (Quelle: ifz-muenchen.de, angegebene Fundstelle; Quelle: ifz-muenchen.de, angegebene Fundstelle)
Stellung in der Verantwortungskette
Richerts Verantwortung stützt sich sowohl auf seine dokumentierte eigene Aussage als auch auf seine Befehlsfunktion bei der Osaritschi-Operation; die Quellen erlauben jedoch nicht, ihm jede Tötung als persönliche Ausführung zuzuschreiben. (Quelle: ifz-muenchen.de, angegebene Fundstelle; Quelle: stadtgeschichte.karlsruhe.de, angegebene Fundstelle; Quelle: ifz-muenchen.de, angegebene Fundstelle)
Zentrale Ereignisse und Mechanismen
- 1942–1943 befehligte er die 286. Sicherungs-Division im besetzten Belarus. (Quelle: ifz-muenchen.de, angegebene Fundstelle)
- Am 11. März 1944 nahm er an einer Besprechung zur Planung der Deportationen nach Osaritschi teil. (Quelle: ifz-muenchen.de, angegebene Fundstelle; Quelle: stadtgeschichte.karlsruhe.de, angegebene Fundstelle)
- Am 29. Januar 1946 wurde er in Minsk zum Tode verurteilt und am 30. Januar hingerichtet. (Quelle: ifz-muenchen.de, angegebene Fundstelle; Quelle: ifz-muenchen.de, angegebene Fundstelle)
Der Kreis beschreibt Macht, Funktion und Handlungsmacht. Mehrere Profile können verschiedene Teile derselben Verfolgungskette erfassen; Opferzahlen auf Profilebene dürfen daher nicht addiert werden.
Aufarbeitung nach 1945
Ein sowjetisches Militärtribunal in Minsk verurteilte ihn zum Tode. Das Verfahren war verfahrensrechtlich stark eingeschränkt und propagandistisch geprägt; deshalb wird die Tatdarstellung zusätzlich durch eine unabhängige archivische Studie zu Osaritschi gestützt. (Quelle: ifz-muenchen.de, angegebene Fundstelle; Quelle: stadtgeschichte.karlsruhe.de, angegebene Fundstelle; Quelle: ifz-muenchen.de, angegebene Fundstelle)
Grenzen der Quellenlage
Richert werden weder jeder Tod im Operationsgebiet seiner Divisionen noch eine gesonderte Opferzahl allein zugerechnet. Kein Porträt wurde gewählt, da die Rechte an einer konkreten Datei nicht geprüft sind. (Quelle: ifz-muenchen.de, angegebene Fundstelle; Quelle: stadtgeschichte.karlsruhe.de, angegebene Fundstelle; Quelle: ifz-muenchen.de, angegebene Fundstelle)
Quellen
Die Quellengrundlage verbindet institutionelles, archivalisches, prozessbezogenes oder wissenschaftliches Material von mindestens zwei unabhängigen Herausgebern.