Deutsche Forschungsausgabe
Heinz Auerswald
Heinz Auerswald war Kommissar für den jüdischen Wohnbezirk in Warschau. Das Profil rekonstruiert Funktion und Handlungsspielraum im dokumentierten Tätigkeitsgebiet (Warschau und das Warschauer Ghetto) anhand des Amtes, von Entscheidungen, Aufsicht oder operativem Handeln. Es schreibt nicht sämtliche Verbrechen einer Institution oder Region einer einzelnen Person zu.
Gesicherte Befunde
- Ab 1941 war Auerswald der für das Warschauer Ghetto zuständige Kommissar der deutschen Zivilverwaltung.
- Seine Dienststelle regelte Arbeit, Passierscheine, Kontakte zum Judenrat und die polizeiliche Durchsetzung der Isolierung.
- Seine Berichte dokumentieren eine Verwaltungssicht, die Hunger, Schmuggel und Zwang als Managementprobleme behandelte.
Stellung in der Verantwortungskette
Das Profil zeigt, wie Isolierung und Vernichtung durch alltägliche Verwaltung aufrechterhalten wurden, nicht nur durch die weithin sichtbaren Deportationsaktionen.
Zentrale Ereignisse und Mechanismen
- Verwaltung des Warschauer Ghettos 1941–1942
- verschärfte Bestrafung für das Verlassen des Ghettos
Der Kreis beschreibt Macht, Funktion und Handlungsmacht. Mehrere Profile können verschiedene Teile derselben Verfolgungskette erfassen; Opferzahlen auf Profilebene dürfen daher nicht addiert werden.
Aufarbeitung nach 1945
Auerswald arbeitete in Hannover als Rechtsanwalt. In den 1960er-Jahren wurde gegen ihn ermittelt, doch er starb 1970, bevor Anklage erhoben wurde.
Grenzen der Quellenlage
Die Befugnisse des Kommissars überschnitten sich mit denen des Distriktgouverneurs, der Polizei und der SS. Auerswald werden nur Regelungen und Praktiken zugeschrieben, die nachweislich in die Zuständigkeit seiner Dienststelle fielen.
Quellen
Die Quellengrundlage verbindet institutionelles, archivalisches, prozessbezogenes oder wissenschaftliches Material von mindestens zwei unabhängigen Herausgebern.