Deutschsprachige quellengebundene Ausgabe
Fritz Buntrock
Fritz Buntrock war Rapportführer im Roma-Lager von Auschwitz-Birkenau. Das Profil rekonstruiert Funktion und Handlungsspielraum im dokumentierten Tätigkeitsgebiet (Auschwitz-Birkenau · besetztes Polen) anhand des Amtes, von Entscheidungen, Aufsicht oder operativem Handeln. Es schreibt nicht sämtliche Verbrechen einer Institution oder Region einer einzelnen Person zu.
Gesicherte Befunde
- Fritz Buntrock wurde am 8. März 1909 in Osnabrück geboren und war ab Juli 1942 in Auschwitz eingesetzt. (Quelle: Institut für Nationales Gedenken (Polen), Joanna Lubecka, Krakauer Prozesse vor dem Obersten Nationaltribunal, gedruckte S. 168–169 und 357–358; Urteilsakte AIPN GK 196/549, Bl. 51.)
- Das Staatliche Museum Auschwitz-Birkenau bezeichnet ihn als letzten Rapportführer des Roma-Lagers und als Verantwortlichen für die Durchführung seiner Auflösung. (Quelle: Auschwitz-Birkenau State Museum, The Roma in Auschwitz, Abschnitt ‘The Roma camp in the eyes of the SS’, Liste des SS-Personals, Eintrag Fritz Buntrock.)
- Das Oberste Nationale Tribunal Polens befand ihn der Beteiligung an Selektionen, der Tötung eines einzelnen Häftlings sowie körperlicher und seelischer Misshandlung von Gefangenen für schuldig. (Quelle: Institut für Nationales Gedenken (Polen), Joanna Lubecka, Krakauer Prozesse vor dem Obersten Nationaltribunal, gedruckte S. 168–169 und 357–358; Urteilsakte AIPN GK 196/549, Bl. 51.)
Stellung in der Verantwortungskette
Das Urteil belegt eigene Handlungen; das Museum dokumentiert seine Funktion bei der Auflösung des Roma-Lagers. Nicht jede Tötung im Zuge dieser Operation wird ihm persönlich zugeschrieben. (Quelle: Institut für Nationales Gedenken (Polen), Joanna Lubecka, Krakauer Prozesse vor dem Obersten Nationaltribunal, gedruckte S. 168–169 und 357–358; Urteilsakte AIPN GK 196/549, Bl. 51.; Quelle: Auschwitz-Birkenau State Museum, The Roma in Auschwitz, Abschnitt ‘The Roma camp in the eyes of the SS’, Liste des SS-Personals, Eintrag Fritz Buntrock.)
Zentrale Ereignisse und Mechanismen
- Ab Juli 1942 – Dienst in Auschwitz (Quelle: Institut für Nationales Gedenken (Polen), Joanna Lubecka, Krakauer Prozesse vor dem Obersten Nationaltribunal, gedruckte S. 168–169 und 357–358; Urteilsakte AIPN GK 196/549, Bl. 51.)
- 2.–3. August 1944 – Auflösung des Roma-Lagers, dessen letzter Rapportführer Buntrock war (Quelle: Institut für Nationales Gedenken (Polen), Joanna Lubecka, Krakauer Prozesse vor dem Obersten Nationaltribunal, gedruckte S. 168–169 und 357–358; Urteilsakte AIPN GK 196/549, Bl. 51.; Quelle: Auschwitz-Birkenau State Museum, The Roma in Auschwitz, Abschnitt ‘The Roma camp in the eyes of the SS’, Liste des SS-Personals, Eintrag Fritz Buntrock.)
- 22. Dezember 1947 – Todesurteil im Auschwitz-Prozess (Quelle: Institut für Nationales Gedenken (Polen), Joanna Lubecka, Krakauer Prozesse vor dem Obersten Nationaltribunal, gedruckte S. 168–169 und 357–358; Urteilsakte AIPN GK 196/549, Bl. 51.)
- 24. Januar 1948 – Hinrichtung im Krakauer Montelupich-Gefängnis (Quelle: Institut für Nationales Gedenken (Polen), Joanna Lubecka, Krakauer Prozesse vor dem Obersten Nationaltribunal, gedruckte S. 168–169 und 357–358; Urteilsakte AIPN GK 196/549, Bl. 51.)
Der Kreis beschreibt Macht, Funktion und Handlungsmacht. Mehrere Profile können verschiedene Teile derselben Verfolgungskette erfassen; Opferzahlen auf Profilebene dürfen daher nicht addiert werden.
Aufarbeitung nach 1945
Das Oberste Nationale Tribunal verurteilte Buntrock am 22. Dezember 1947 zum Tode. Am 24. Januar 1948 wurde er im Montelupich-Gefängnis in Krakau gehängt. (Quelle: Institut für Nationales Gedenken (Polen), Joanna Lubecka, Krakauer Prozesse vor dem Obersten Nationaltribunal, gedruckte S. 168–169 und 357–358; Urteilsakte AIPN GK 196/549, Bl. 51.)
Grenzen der Quellenlage
Eine individuelle Opferzahl ist nicht belegt. Die Aufsicht über die Lagerauflösung beweist nicht die Urheberschaft eines Vernichtungsbefehls. Ohne gesicherte Nutzungsrechte wird kein Porträt veröffentlicht. (Quelle: Institut für Nationales Gedenken (Polen), Joanna Lubecka, Krakauer Prozesse vor dem Obersten Nationaltribunal, gedruckte S. 168–169 und 357–358; Urteilsakte AIPN GK 196/549, Bl. 51.; Quelle: Auschwitz-Birkenau State Museum, The Roma in Auschwitz, Abschnitt ‘The Roma camp in the eyes of the SS’, Liste des SS-Personals, Eintrag Fritz Buntrock.)
Quellen
Die Quellengrundlage verbindet institutionelles, archivalisches, prozessbezogenes oder wissenschaftliches Material von mindestens zwei unabhängigen Herausgebern.