Deutschsprachige quellengebundene Ausgabe

Bruno Kitt

im Neuengamme-Hauptprozess zum Tode verurteilt; am 8. Oktober 1946 hingerichtet 1906–1946

Bruno Kitt war SS-Arzt in Auschwitz-Birkenau und Neuengamme, beteiligt an Häftlingsselektionen. Das Profil rekonstruiert Funktion und Handlungsspielraum im dokumentierten Tätigkeitsgebiet (Auschwitz-Birkenau · Monowitz · Neuengamme) anhand des Amtes, von Entscheidungen, Aufsicht oder operativem Handeln. Es schreibt nicht sämtliche Verbrechen einer Institution oder Region einer einzelnen Person zu.

SelektionenNS-MedizinAuschwitzKonzentrationslager

Gesicherte Befunde

Stellung in der Verantwortungskette

Kitt setzte die Autorität des Lagerarztes ein, um Menschen für den Tod auszuwählen und das Zwangsarbeitssystem durch Gewalt und die Einstufung kranker Häftlinge als arbeitsfähig aufrechtzuerhalten. (Neuengamme Concentration Camp Memorial — Open Archive; Auschwitz-Birkenau State Museum — educational platform; Amicale Internationale KZ Neuengamme)

Zentrale Ereignisse und Mechanismen

Keine Rangliste nach Opferzahlen

Der Kreis beschreibt Macht, Funktion und Handlungsmacht. Mehrere Profile können verschiedene Teile derselben Verfolgungskette erfassen; Opferzahlen auf Profilebene dürfen daher nicht addiert werden.

Aufarbeitung nach 1945

Das britische Militärgericht im ersten Curio-Haus-Prozess verurteilte ihn am 3. Mai 1946 zum Tode; am 8. Oktober 1946 wurde er in Hameln gehängt. (Neuengamme Concentration Camp Memorial — Open Archive)

Grenzen der Quellenlage

Das britische Urteil betraf seine Beteiligung an Verbrechen in Neuengamme; das Profil stellt es nicht als gesonderte Verurteilung wegen der Auschwitz-Selektionen dar. Die Materialien der Gedenkstätte widersprechen seinen Leugnungen von 1946, nennen aber keine ihm persönlich zugerechnete Gesamtzahl von Selektionsopfern. (Neuengamme Concentration Camp Memorial — Open Archive; Auschwitz-Birkenau State Museum — educational platform; Amicale Internationale KZ Neuengamme)

Quellen

Die Quellengrundlage verbindet institutionelles, archivalisches, prozessbezogenes oder wissenschaftliches Material von mindestens zwei unabhängigen Herausgebern.