Deutschsprachige quellengebundene Ausgabe
August Bender
August Bender war zweiter Lagerarzt und Beteiligter an Häftlingsselektionen in Buchenwald. Das Profil rekonstruiert Funktion und Handlungsspielraum im dokumentierten Tätigkeitsgebiet (Buchenwald · Weimar) anhand des Amtes, von Entscheidungen, Aufsicht oder operativem Handeln. Es schreibt nicht sämtliche Verbrechen einer Institution oder Region einer einzelnen Person zu.
Gesicherte Befunde
- Heinrich August Bender wurde am 2. März 1909 in Kreuzau geboren und starb am 29. Dezember 2005 in Düren. (Quelle: LVR, Portal Rheinische Geschichte, Zeilen 25, 31, 40–57 und 65; Biografie, Lagerarztfunktion, Selektionen, Strafminderung und Entlassung)
- Im Januar 1944 kehrte er nach Buchenwald zurück und wurde im August 1944 zweiter Lagerarzt; er untersuchte Häftlinge auf ihre Arbeitsfähigkeit und beteiligte sich an Selektionen für Transporte nach Auschwitz-Birkenau. (Quelle: LVR, Portal Rheinische Geschichte, Zeilen 25, 31, 40–57 und 65; Biografie, Lagerarztfunktion, Selektionen, Strafminderung und Entlassung)
- Am 14. August 1947 erhielt er eine Haftstrafe von zehn Jahren; am 8. Juni 1948 wurde sie auf drei Jahre herabgesetzt, am 21. Juni 1948 wurde er aus Landsberg entlassen. (Quelle: LVR, Portal Rheinische Geschichte, Zeilen 25, 31, 40–57 und 65; Biografie, Lagerarztfunktion, Selektionen, Strafminderung und Entlassung)
Stellung in der Verantwortungskette
Benders Verantwortung ergibt sich aus seiner ärztlichen Funktion im Lagerapparat, der belegten Beteiligung an Selektionen über Zwangsarbeit und Deportation kranker und schwacher Häftlinge sowie aus der Verurteilung. (Quelle: LVR, Portal Rheinische Geschichte, Zeilen 25, 31, 40–57 und 65; Biografie, Lagerarztfunktion, Selektionen, Strafminderung und Entlassung)
Zentrale Ereignisse und Mechanismen
- Januar 1944 – Rückkehr nach Buchenwald als Arzt für SS- und Kommandanturpersonal (Quelle: LVR, Portal Rheinische Geschichte, Zeilen 25, 31, 40–57 und 65; Biografie, Lagerarztfunktion, Selektionen, Strafminderung und Entlassung)
- August 1944 – zweiter Lagerarzt und Beteiligung an Häftlingsselektionen (Quelle: LVR, Portal Rheinische Geschichte, Zeilen 25, 31, 40–57 und 65; Biografie, Lagerarztfunktion, Selektionen, Strafminderung und Entlassung)
- 14. August 1947 – zehn Jahre Haft; 8. Juni 1948 – Herabsetzung auf drei Jahre; 21. Juni 1948 – Entlassung (Quelle: LVR, Portal Rheinische Geschichte, Zeilen 25, 31, 40–57 und 65; Biografie, Lagerarztfunktion, Selektionen, Strafminderung und Entlassung)
Der Kreis beschreibt Macht, Funktion und Handlungsmacht. Mehrere Profile können verschiedene Teile derselben Verfolgungskette erfassen; Opferzahlen auf Profilebene dürfen daher nicht addiert werden.
Aufarbeitung nach 1945
Am 14. August 1947 wurde Bender zu zehn Jahren Haft verurteilt; am 8. Juni 1948 wurde die Strafe auf drei Jahre herabgesetzt, am 21. Juni 1948 wurde er entlassen. Ein späteres Ermittlungsverfahren endete ohne neue Anklage. (Quelle: Arolsen Archives, Handbuch Arolsen School, PDF S. 35, Zeilen 617–622; Bender als Buchenwalder Lagerarzt und unzureichende Strafverfolgung)
Grenzen der Quellenlage
Die institutionellen Quellen belegen Selektionen und Verurteilung, schreiben Bender jedoch ohne individualisierten Beleg keine bestimmte eigenhändige Tötung zu. Wikimedia Commons stuft das Porträt als gemeinfreies offizielles Werk des U.S. Army Signal Corps ein; die Commons-Datei wird mit Archivprovenienz verwendet. (Quelle: Fotoarchiv Buchenwald, Datensatz 026-00.003; Identität, Daten, Funktion, Urteil und Rechtsstatus des Fotos)
Quellen
Die Quellengrundlage verbindet institutionelles, archivalisches, prozessbezogenes oder wissenschaftliches Material von mindestens zwei unabhängigen Herausgebern.