Deutschsprachige quellengebundene Ausgabe

Anton Kaindl

1947 zu lebenslanger Zwangsarbeit verurteilt; 1948 in Workuta gestorben 1902–1948

Anton Kaindl war Kommandant des KZ Sachsenhausen von 1942 bis 1945. Das Profil rekonstruiert Funktion und Handlungsspielraum im dokumentierten Tätigkeitsgebiet (Sachsenhausen · Oranienburg · Deutschland) anhand des Amtes, von Entscheidungen, Aufsicht oder operativem Handeln. Es schreibt nicht sämtliche Verbrechen einer Institution oder Region einer einzelnen Person zu.

KonzentrationslagerTodesmärscheZwangsarbeit

Gesicherte Befunde

Stellung in der Verantwortungskette

Kaindls Verantwortung beruht auf seiner Kommandantenstellung und dem konkreten Befehl zur Vorbereitung einer Evakuierung, die zum Todesmarsch wurde. Seine eidesstattliche Erklärung dokumentiert zudem seine Kenntnis des Lagersystems. (Quelle: Harvard Law School Library — Nuremberg Trials Project, Anton Kaindl affidavit of 16 July 1946, 23 pp.; metadata lines and scanned pp. 1–23; NMT 4 pp. 4114, 4139; Quelle: Gedenkstätte und Museum Sachsenhausen, Paragraphs beginning “Am 2. Februar 1945…” and “Die zurückbleibenden Häftlinge…”)

Zentrale Ereignisse und Mechanismen

Keine Rangliste nach Opferzahlen

Der Kreis beschreibt Macht, Funktion und Handlungsmacht. Mehrere Profile können verschiedene Teile derselben Verfolgungskette erfassen; Opferzahlen auf Profilebene dürfen daher nicht addiert werden.

Aufarbeitung nach 1945

Ein sowjetisches Militärtribunal verurteilte Kaindl 1947 zu lebenslanger Zwangsarbeit. Er wurde nach Workuta gebracht und starb dort am 31. August 1948. (Quelle: Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten, Printed p. 92, discussion of the 1947 Sachsenhausen trial)

Grenzen der Quellenlage

Quellen

Die Quellengrundlage verbindet institutionelles, archivalisches, prozessbezogenes oder wissenschaftliches Material von mindestens zwei unabhängigen Herausgebern.