Deutschsprachige quellengebundene Ausgabe
Josef Erber
Josef Erber war Angehöriger der Lager-Gestapo und Leiter der Aufnahme in Birkenau. Das Profil rekonstruiert Funktion und Handlungsspielraum im dokumentierten Tätigkeitsgebiet (Auschwitz-Birkenau) anhand des Amtes, von Entscheidungen, Aufsicht oder operativem Handeln. Es schreibt nicht sämtliche Verbrechen einer Institution oder Region einer einzelnen Person zu.
Gesicherte Befunde
- Erber, als Josef Houstek geboren, diente von November 1940 bis Januar 1945 in Auschwitz und ab Mitte 1942 in der Politischen Abteilung. (Quelle: landesarchiv.hessen.de, angegebene Fundstelle)
- Er leitete die Aufnahme im Frauenlager und von Oktober 1943 bis April 1944 in ganz Birkenau; regelmäßig versah er Selektionsdienst an der Rampe. (Quelle: landesarchiv.hessen.de, angegebene Fundstelle; Quelle: bundesarchiv.de, angegebene Fundstelle)
- Das Gericht stellte seine Beteiligung an Erschießungen und etwa 50 Selektionen fest und verurteilte ihn wegen gemeinschaftlichen Mordes in 70 Fällen. (Quelle: landesarchiv.hessen.de, angegebene Fundstelle; Quelle: heiup.uni-heidelberg.de, angegebene Fundstelle)
Stellung in der Verantwortungskette
„70 Fälle“ bezeichnet den rechtlichen Umfang der Verurteilung, nicht 70 Opfer; das Profil rechnet Verfahrensfälle nicht in eine Opferzahl um. (Quelle: landesarchiv.hessen.de, angegebene Fundstelle; Quelle: bundesarchiv.de, angegebene Fundstelle; Quelle: heiup.uni-heidelberg.de, angegebene Fundstelle)
Zentrale Ereignisse und Mechanismen
- Ab Mitte 1942 diente er in der Politischen Abteilung des KL Auschwitz. (Quelle: landesarchiv.hessen.de, angegebene Fundstelle)
- Am 1. Oktober 1962 wurde er vor dem zweiten Frankfurter Auschwitz-Prozess verhaftet. (Quelle: landesarchiv.hessen.de, angegebene Fundstelle; Quelle: bundesarchiv.de, angegebene Fundstelle)
- Am 16. September 1966 erhielt er lebenslange Haft; der BGH bestätigte das Urteil am 3. Juli 1970. (Quelle: landesarchiv.hessen.de, angegebene Fundstelle; Quelle: heiup.uni-heidelberg.de, angegebene Fundstelle)
Der Kreis beschreibt Macht, Funktion und Handlungsmacht. Mehrere Profile können verschiedene Teile derselben Verfolgungskette erfassen; Opferzahlen auf Profilebene dürfen daher nicht addiert werden.
Aufarbeitung nach 1945
Das Landgericht Frankfurt verurteilte ihn im zweiten Auschwitz-Prozess zu lebenslanger Haft. Das Urteil blieb in der Revision bestehen; am 9. August 1986 wurde Erber entlassen. (Quelle: landesarchiv.hessen.de, angegebene Fundstelle; Quelle: bundesarchiv.de, angegebene Fundstelle; Quelle: heiup.uni-heidelberg.de, angegebene Fundstelle)
Grenzen der Quellenlage
Ihm werden weder die gesamte Tätigkeit der Politischen Abteilung noch eine gesonderte Opferzahl zugerechnet. Die Quellen dieses Pakets bestätigen das Todesjahr, aber nicht den genauen Tag oder Ort; diese Angaben bleiben daher offen. Kein Porträt wurde ohne geprüfte Rechte ausgewählt. (Quelle: landesarchiv.hessen.de, angegebene Fundstelle; Quelle: bundesarchiv.de, angegebene Fundstelle; Quelle: heiup.uni-heidelberg.de, angegebene Fundstelle; Quelle: Jochen und Anne Fahrenberg (Hrsg.), Täterforschung nach Auschwitz, S. 180, „Josef Erber (1897–1987)“, Exemplar der Deutschen Nationalbibliothek)
Quellen
Die Quellengrundlage verbindet institutionelles, archivalisches, prozessbezogenes oder wissenschaftliches Material von mindestens zwei unabhängigen Herausgebern.