Deutschsprachige quellengebundene Ausgabe

Johann Paul Kremer

Am 22. Dezember 1947 zum Tode verurteilt; die Strafe wurde in lebenslange Haft umgewandelt, nach der Entlassung wurde er erneut verurteilt. 1883–1965

Johann Paul Kremer war Lagerarzt in Auschwitz und Anatomieprofessor. Das Profil rekonstruiert Funktion und Handlungsspielraum im dokumentierten Tätigkeitsgebiet (Auschwitz im besetzten Polen) anhand des Amtes, von Entscheidungen, Aufsicht oder operativem Handeln. Es schreibt nicht sämtliche Verbrechen einer Institution oder Region einer einzelnen Person zu.

AuschwitzNS-MedizinSelektionenPseudomedizinische Experimente

Gesicherte Befunde

Stellung in der Verantwortungskette

Seine Verantwortung beruht auf seinem eigenen Handeln als Lagerarzt und nicht allein auf der SS-Mitgliedschaft oder der Anwesenheit in Auschwitz. (Quelle: Staatliches Museum Auschwitz-Birkenau, Lektion zur Medizin im Lager, Abschnitt über Johann Paul Kremer; Quelle: Staatliches Museum Auschwitz-Birkenau, Darstellung der Forschungen Johann Paul Kremers; Quelle: Institut für Nationales Gedenken, Studie von Joanna Lubecka zum ersten Auschwitz-Prozess, S. 12–13)

Zentrale Ereignisse und Mechanismen

Keine Rangliste nach Opferzahlen

Der Kreis beschreibt Macht, Funktion und Handlungsmacht. Mehrere Profile können verschiedene Teile derselben Verfolgungskette erfassen; Opferzahlen auf Profilebene dürfen daher nicht addiert werden.

Aufarbeitung nach 1945

Das Todesurteil wurde in lebenslange Haft umgewandelt. Nach seiner Entlassung 1958 verhängte ein Münsteraner Gericht zehn Jahre Haft unter Anrechnung der bisherigen Haftzeit. (Quelle: Staatliches Museum Auschwitz-Birkenau, Lektion zur Medizin im Lager, Abschnitt über Johann Paul Kremer; Quelle: Staatliches Museum Auschwitz-Birkenau, Darstellung der Forschungen Johann Paul Kremers; Quelle: Institut für Nationales Gedenken, Studie von Joanna Lubecka zum ersten Auschwitz-Prozess, S. 12–13)

Grenzen der Quellenlage

Quellen

Die Quellengrundlage verbindet institutionelles, archivalisches, prozessbezogenes oder wissenschaftliches Material von mindestens zwei unabhängigen Herausgebern.