Deutschsprachige quellengebundene Ausgabe
Johann Paul Kremer
Johann Paul Kremer war Lagerarzt in Auschwitz und Anatomieprofessor. Das Profil rekonstruiert Funktion und Handlungsspielraum im dokumentierten Tätigkeitsgebiet (Auschwitz im besetzten Polen) anhand des Amtes, von Entscheidungen, Aufsicht oder operativem Handeln. Es schreibt nicht sämtliche Verbrechen einer Institution oder Region einer einzelnen Person zu.
Gesicherte Befunde
- Am 26. Dezember 1883 geboren, war er SS-Arzt und vom 30. August bis zum 18. November 1942 in Auschwitz eingesetzt. (Quelle: Staatliches Museum Auschwitz-Birkenau, Lektion zur Medizin im Lager, Abschnitt über Johann Paul Kremer; Quelle: Staatliches Museum Auschwitz-Birkenau, Darstellung der Forschungen Johann Paul Kremers; Quelle: Institut für Nationales Gedenken, Studie von Joanna Lubecka zum ersten Auschwitz-Prozess, S. 12–13; Quelle: Deutsche Forschungsgemeinschaft, GEPRIS Historisch, Personendatensatz Johann Paul Kremer)
- Er nahm an Selektionen auf der Rampe teil und untersuchte die Folgen des Hungers an Häftlingen. (Quelle: Staatliches Museum Auschwitz-Birkenau, Lektion zur Medizin im Lager, Abschnitt über Johann Paul Kremer; Quelle: Staatliches Museum Auschwitz-Birkenau, Darstellung der Forschungen Johann Paul Kremers; Quelle: Institut für Nationales Gedenken, Studie von Joanna Lubecka zum ersten Auschwitz-Prozess, S. 12–13)
- Er wählte extrem ausgezehrte Häftlinge als Forschungsobjekte aus; nach ihrer Tötung erhielt er Gewebepräparate. (Quelle: Staatliches Museum Auschwitz-Birkenau, Lektion zur Medizin im Lager, Abschnitt über Johann Paul Kremer; Quelle: Staatliches Museum Auschwitz-Birkenau, Darstellung der Forschungen Johann Paul Kremers; Quelle: Institut für Nationales Gedenken, Studie von Joanna Lubecka zum ersten Auschwitz-Prozess, S. 12–13)
Stellung in der Verantwortungskette
Seine Verantwortung beruht auf seinem eigenen Handeln als Lagerarzt und nicht allein auf der SS-Mitgliedschaft oder der Anwesenheit in Auschwitz. (Quelle: Staatliches Museum Auschwitz-Birkenau, Lektion zur Medizin im Lager, Abschnitt über Johann Paul Kremer; Quelle: Staatliches Museum Auschwitz-Birkenau, Darstellung der Forschungen Johann Paul Kremers; Quelle: Institut für Nationales Gedenken, Studie von Joanna Lubecka zum ersten Auschwitz-Prozess, S. 12–13)
Zentrale Ereignisse und Mechanismen
- Am 30. August 1942 begann sein ärztlicher Einsatz in Auschwitz. (Quelle: Staatliches Museum Auschwitz-Birkenau, Lektion zur Medizin im Lager, Abschnitt über Johann Paul Kremer; Quelle: Staatliches Museum Auschwitz-Birkenau, Darstellung der Forschungen Johann Paul Kremers; Quelle: Institut für Nationales Gedenken, Studie von Joanna Lubecka zum ersten Auschwitz-Prozess, S. 12–13)
- Am 18. November 1942 endete sein Lagerdienst. (Quelle: Staatliches Museum Auschwitz-Birkenau, Lektion zur Medizin im Lager, Abschnitt über Johann Paul Kremer; Quelle: Staatliches Museum Auschwitz-Birkenau, Darstellung der Forschungen Johann Paul Kremers; Quelle: Institut für Nationales Gedenken, Studie von Joanna Lubecka zum ersten Auschwitz-Prozess, S. 12–13)
- Am 22. Dezember 1947 verurteilte ihn das Oberste Nationale Tribunal zum Tode. (Quelle: Staatliches Museum Auschwitz-Birkenau, Lektion zur Medizin im Lager, Abschnitt über Johann Paul Kremer; Quelle: Staatliches Museum Auschwitz-Birkenau, Darstellung der Forschungen Johann Paul Kremers; Quelle: Institut für Nationales Gedenken, Studie von Joanna Lubecka zum ersten Auschwitz-Prozess, S. 12–13)
- 1958 wurde er entlassen und an die Bundesrepublik Deutschland überstellt. (Quelle: Staatliches Museum Auschwitz-Birkenau, Lektion zur Medizin im Lager, Abschnitt über Johann Paul Kremer; Quelle: Staatliches Museum Auschwitz-Birkenau, Darstellung der Forschungen Johann Paul Kremers; Quelle: Institut für Nationales Gedenken, Studie von Joanna Lubecka zum ersten Auschwitz-Prozess, S. 12–13)
Der Kreis beschreibt Macht, Funktion und Handlungsmacht. Mehrere Profile können verschiedene Teile derselben Verfolgungskette erfassen; Opferzahlen auf Profilebene dürfen daher nicht addiert werden.
Aufarbeitung nach 1945
Das Todesurteil wurde in lebenslange Haft umgewandelt. Nach seiner Entlassung 1958 verhängte ein Münsteraner Gericht zehn Jahre Haft unter Anrechnung der bisherigen Haftzeit. (Quelle: Staatliches Museum Auschwitz-Birkenau, Lektion zur Medizin im Lager, Abschnitt über Johann Paul Kremer; Quelle: Staatliches Museum Auschwitz-Birkenau, Darstellung der Forschungen Johann Paul Kremers; Quelle: Institut für Nationales Gedenken, Studie von Joanna Lubecka zum ersten Auschwitz-Prozess, S. 12–13)
Grenzen der Quellenlage
Ihm werden weder eine eigene Opferzahl noch die Taten anderer Auschwitz-Ärzte zugerechnet. Ohne genau geprüfte Nachnutzungsrechte wurde kein Porträt ausgewählt. (Quelle: Staatliches Museum Auschwitz-Birkenau, Lektion zur Medizin im Lager, Abschnitt über Johann Paul Kremer; Quelle: Staatliches Museum Auschwitz-Birkenau, Darstellung der Forschungen Johann Paul Kremers; Quelle: Institut für Nationales Gedenken, Studie von Joanna Lubecka zum ersten Auschwitz-Prozess, S. 12–13)
Quellen
Die Quellengrundlage verbindet institutionelles, archivalisches, prozessbezogenes oder wissenschaftliches Material von mindestens zwei unabhängigen Herausgebern.