Deutschsprachige quellengebundene Ausgabe
Johann Altfuldisch
Johann Altfuldisch war Schutzhaftlagerführer in Mauthausen. Das Profil rekonstruiert Funktion und Handlungsspielraum im dokumentierten Tätigkeitsgebiet (Mauthausen im an das Reich angeschlossenen Österreich) anhand des Amtes, von Entscheidungen, Aufsicht oder operativem Handeln. Es schreibt nicht sämtliche Verbrechen einer Institution oder Region einer einzelnen Person zu.
Gesicherte Befunde
- Am 11. November 1911 geboren, diente er in der SS und war Schutzhaftlagerführer in Mauthausen. (Quelle: Nationalarchiv der Vereinigten Staaten, Akten des Mauthausen-Verfahrens, S. 125–126, 154 und 163–164; Quelle: KZ-Gedenkstätte Mauthausen, Darstellung der strafrechtlichen Verfolgung; Quelle: erinnern.at, Studie von Florian Freund, S. 64, Anm. 102 und 104; Quelle: KZ-Gedenkstätte Mauthausen, Jahrbuch 2016, S. 26, Tabelle 1, Zeile Johann Altfuldisch)
- Das amerikanische Gericht stellte seine Beteiligung am gemeinsamen Plan des Lagers fest, der Tötungen, Misshandlungen, Folter, Aushungern und weitere Gewalt umfasste. (Quelle: Nationalarchiv der Vereinigten Staaten, Akten des Mauthausen-Verfahrens, S. 125–126, 154 und 163–164; Quelle: KZ-Gedenkstätte Mauthausen, Darstellung der strafrechtlichen Verfolgung; Quelle: erinnern.at, Studie von Florian Freund, S. 64, Anm. 102 und 104)
- Im Mauthausen-Hauptprozess wurde er zum Tode verurteilt; das Urteil wurde in Landsberg vollstreckt. (Quelle: Nationalarchiv der Vereinigten Staaten, Akten des Mauthausen-Verfahrens, S. 125–126, 154 und 163–164; Quelle: KZ-Gedenkstätte Mauthausen, Darstellung der strafrechtlichen Verfolgung; Quelle: erinnern.at, Studie von Florian Freund, S. 64, Anm. 102 und 104)
Stellung in der Verantwortungskette
Seine Verantwortung verbindet die Lagerleitungsfunktion mit der gerichtlichen Feststellung der Beteiligung am gemeinsamen Plan; nicht jede Tat der Wachmannschaft wird ihm automatisch zugerechnet. (Quelle: Nationalarchiv der Vereinigten Staaten, Akten des Mauthausen-Verfahrens, S. 125–126, 154 und 163–164; Quelle: KZ-Gedenkstätte Mauthausen, Darstellung der strafrechtlichen Verfolgung; Quelle: erinnern.at, Studie von Florian Freund, S. 64, Anm. 102 und 104)
Zentrale Ereignisse und Mechanismen
- Der Mauthausen-Hauptprozess begann am 29. März 1946. (Quelle: Nationalarchiv der Vereinigten Staaten, Akten des Mauthausen-Verfahrens, S. 125–126, 154 und 163–164; Quelle: KZ-Gedenkstätte Mauthausen, Darstellung der strafrechtlichen Verfolgung; Quelle: erinnern.at, Studie von Florian Freund, S. 64, Anm. 102 und 104)
- Am 13. Mai 1946 wurde das Todesurteil verhängt. (Quelle: Nationalarchiv der Vereinigten Staaten, Akten des Mauthausen-Verfahrens, S. 125–126, 154 und 163–164; Quelle: KZ-Gedenkstätte Mauthausen, Darstellung der strafrechtlichen Verfolgung; Quelle: erinnern.at, Studie von Florian Freund, S. 64, Anm. 102 und 104)
- Am 28. Mai 1947 wurde er in Landsberg hingerichtet. (Quelle: Nationalarchiv der Vereinigten Staaten, Akten des Mauthausen-Verfahrens, S. 125–126, 154 und 163–164; Quelle: KZ-Gedenkstätte Mauthausen, Darstellung der strafrechtlichen Verfolgung; Quelle: erinnern.at, Studie von Florian Freund, S. 64, Anm. 102 und 104)
Der Kreis beschreibt Macht, Funktion und Handlungsmacht. Mehrere Profile können verschiedene Teile derselben Verfolgungskette erfassen; Opferzahlen auf Profilebene dürfen daher nicht addiert werden.
Aufarbeitung nach 1945
Ein amerikanisches Militärgericht in Dachau verurteilte ihn im Mauthausen-Hauptprozess zum Tode; das Urteil wurde am 28. Mai 1947 vollstreckt. (Quelle: Nationalarchiv der Vereinigten Staaten, Akten des Mauthausen-Verfahrens, S. 125–126, 154 und 163–164; Quelle: KZ-Gedenkstätte Mauthausen, Darstellung der strafrechtlichen Verfolgung; Quelle: erinnern.at, Studie von Florian Freund, S. 64, Anm. 102 und 104)
Grenzen der Quellenlage
Ohne gesonderte Quelle wird ihm weder jede Tötung oder Misshandlung durch das Mauthausener Personal noch eine eigene Opferzahl zugerechnet. Ohne geklärte Rechte wurde kein Porträt gewählt. (Quelle: Nationalarchiv der Vereinigten Staaten, Akten des Mauthausen-Verfahrens, S. 125–126, 154 und 163–164; Quelle: KZ-Gedenkstätte Mauthausen, Darstellung der strafrechtlichen Verfolgung; Quelle: erinnern.at, Studie von Florian Freund, S. 64, Anm. 102 und 104)
Quellen
Die Quellengrundlage verbindet institutionelles, archivalisches, prozessbezogenes oder wissenschaftliches Material von mindestens zwei unabhängigen Herausgebern.