Deutschsprachige quellengebundene Ausgabe
Herbert Hagen
Herbert Hagen war Sicherheitsfunktionär mit Verantwortung für die Organisation der Deportationen von Juden aus Frankreich. Das Profil rekonstruiert Funktion und Handlungsspielraum im dokumentierten Tätigkeitsgebiet (besetztes Frankreich) anhand des Amtes, von Entscheidungen, Aufsicht oder operativem Handeln. Es schreibt nicht sämtliche Verbrechen einer Institution oder Region einer einzelnen Person zu.
Gesicherte Befunde
- Er gehörte zum leitenden Apparat von Sicherheitspolizei und SD im besetzten Frankreich. (Quelle: NS-Dokumentationszentrum der Stadt Köln, Prozesshinweis: Angeklagte und Organisation der Deportationen aus Frankreich.)
- Institutionen dokumentieren seine Verantwortung für die Organisation der Deportation der jüdischen Bevölkerung Frankreichs in Vernichtungsstätten. (Quelle: Mémorial de la Shoah, Darstellung des Kölner Verfahrens und der Verantwortung für den Holocaust in Frankreich.)
- Das Kölner Gericht verurteilte ihn wegen Beihilfe zum Mord an dreiundsiebzigtausend deportierten Juden zu zwölf Jahren. (Quelle: AKENS, Prozessstudie: Verurteilung wegen Beihilfe zum Mord an dreiundsiebzigtausend Deportierten und zwölfjährige Strafe.)
Stellung in der Verantwortungskette
Die Zahl dreiundsiebzigtausend stammt aus der gerichtlichen Feststellung zur Hilfe bei Deportation und Mord; sie bezeichnet nicht persönlich von Hagen Getötete. (Quelle: NS-Dokumentationszentrum der Stadt Köln, Prozesshinweis: Angeklagte und Organisation der Deportationen aus Frankreich.; Quelle: Mémorial de la Shoah, Darstellung des Kölner Verfahrens und der Verantwortung für den Holocaust in Frankreich.; Quelle: AKENS, Prozessstudie: Verurteilung wegen Beihilfe zum Mord an dreiundsiebzigtausend Deportierten und zwölfjährige Strafe.)
Zentrale Ereignisse und Mechanismen
- Er wirkte an der Organisation der Deportationen von Juden aus Frankreich mit. (Quelle: NS-Dokumentationszentrum der Stadt Köln, Prozesshinweis: Angeklagte und Organisation der Deportationen aus Frankreich.)
- Das Kölner Gericht verurteilte ihn zu zwölf Jahren Haft. (Quelle: Mémorial de la Shoah, Darstellung des Kölner Verfahrens und der Verantwortung für den Holocaust in Frankreich.)
Der Kreis beschreibt Macht, Funktion und Handlungsmacht. Mehrere Profile können verschiedene Teile derselben Verfolgungskette erfassen; Opferzahlen auf Profilebene dürfen daher nicht addiert werden.
Aufarbeitung nach 1945
Nach einem früheren französischen Abwesenheitsurteil stand Hagen in Köln vor Gericht und erhielt zwölf Jahre wegen Beihilfe zum Mord an dreiundsiebzigtausend Deportierten. (Quelle: AKENS, Prozessstudie: Verurteilung wegen Beihilfe zum Mord an dreiundsiebzigtausend Deportierten und zwölfjährige Strafe.)
Grenzen der Quellenlage
Das Profil schreibt ihm die gerichtlich festgestellte organisatorische und administrative Hilfe zu, nicht die persönliche Ausführung jedes Mordes. (Quelle: NS-Dokumentationszentrum der Stadt Köln, Prozesshinweis: Angeklagte und Organisation der Deportationen aus Frankreich.; Quelle: Mémorial de la Shoah, Darstellung des Kölner Verfahrens und der Verantwortung für den Holocaust in Frankreich.; Quelle: AKENS, Prozessstudie: Verurteilung wegen Beihilfe zum Mord an dreiundsiebzigtausend Deportierten und zwölfjährige Strafe.)
Quellen
Die Quellengrundlage verbindet institutionelles, archivalisches, prozessbezogenes oder wissenschaftliches Material von mindestens zwei unabhängigen Herausgebern.