Deutschsprachige quellengebundene Ausgabe

Hans Eisele

Von US-Militärgerichten zweimal zum Tode verurteilt; die Urteile wurden umgewandelt, 1952 wurde er entlassen und floh später nach Ägypten. 1913–1967

Hans Eisele war SS-Lagerarzt. Das Profil rekonstruiert Funktion und Handlungsspielraum im dokumentierten Tätigkeitsgebiet (Dachau und Buchenwald, Deutschland) anhand des Amtes, von Entscheidungen, Aufsicht oder operativem Handeln. Es schreibt nicht sämtliche Verbrechen einer Institution oder Region einer einzelnen Person zu.

KonzentrationslagerLagerterrorKriegsverbrechen

Gesicherte Befunde

Stellung in der Verantwortungskette

Die Gerichtsquellen belegen die Verurteilung wegen Beteiligung am verbrecherischen Lagersystem; die Konstruktion des gemeinsamen Tatplans schreibt ihm jedoch nicht automatisch jedes in Dachau begangene Verbrechen zu. (Quelle: Bibliothek der Harvard Law School, Dokument 3590-PS, gedruckte S. 288–295; Quelle: NS-Dokumentationszentrum München, biografischer Eintrag zu Hans Eisele)

Zentrale Ereignisse und Mechanismen

Keine Rangliste nach Opferzahlen

Der Kreis beschreibt Macht, Funktion und Handlungsmacht. Mehrere Profile können verschiedene Teile derselben Verfolgungskette erfassen; Opferzahlen auf Profilebene dürfen daher nicht addiert werden.

Aufarbeitung nach 1945

Die beiden Todesurteile wurden aufgehoben oder in Freiheitsstrafen umgewandelt. Nach seiner Entlassung arbeitete er wieder als Arzt; 1958 floh er nach Ägypten, das eine Auslieferung ablehnte. (Quelle: Bibliothek der Harvard Law School, Dokument 3590-PS, gedruckte S. 288–295; Quelle: NS-Dokumentationszentrum München, biografischer Eintrag zu Hans Eisele; Quelle: Deutsches Rundfunkarchiv, Darstellung des Buchenwald-Hauptprozesses)

Grenzen der Quellenlage

Die Quellen nennen als Geburtsjahr entweder 1912 oder 1913; entsprechend dem Kandidatenidentifikator und der Mehrzahl der biografischen Daten verwenden wir 1913. Ohne individuelle Feststellung wird ihm nicht jeder von der Konstruktion des gemeinsamen Tatplans erfasste Todesfall zugerechnet. Wegen ungeklärter Rechte an einer konkreten Datei wurde kein Porträt ausgewählt. (Quelle: Bibliothek der Harvard Law School, Dokument 3590-PS, gedruckte S. 288–295; Quelle: NS-Dokumentationszentrum München, biografischer Eintrag zu Hans Eisele)

Quellen

Die Quellengrundlage verbindet institutionelles, archivalisches, prozessbezogenes oder wissenschaftliches Material von mindestens zwei unabhängigen Herausgebern.