Deutschsprachige quellengebundene Ausgabe
Gustav Adolf Noßke
Gustav Adolf Noßke war Führer des Einsatzkommandos 12 der Einsatzgruppe D 1941–1942. Das Profil rekonstruiert Funktion und Handlungsspielraum im dokumentierten Tätigkeitsgebiet (Ukraine · Einsatzgebiet der Einsatzgruppe D) anhand des Amtes, von Entscheidungen, Aufsicht oder operativem Handeln. Es schreibt nicht sämtliche Verbrechen einer Institution oder Region einer einzelnen Person zu.
Gesicherte Befunde
- Gustav Adolf Noßke (1902–1986) führte das Einsatzkommando 12 vom 19. Juni 1941 bis März 1942. (Quelle: Harvard Law School Library / NMT 9 — Originalurteil, HLSL-Sequenzen 6846–6851 / Druckseiten 6847–6852, individuelle Würdigung Noßkes; Quelle: Institut für Zeitgeschichte / VEJ — VEJ, Bd. 3, Dokument 76, PDF-Seite 226, Anmerkung 3: Noßke, Jahrgang 1902, EK 12, lebenslange Haft auf zehn Jahre reduziert, 1951 entlassen; Quelle: Harvard Law School Library / NMT, NO-4146 — Datensatz 250184, Personenmetadaten in Zeilen 25–52 und dreiseitige eidesstattliche Erklärung vom 29. Juli 1947)
- Das Nürnberger Tribunal stellte fest, dass ein Teilkommando in Babtschynzi 94 Juden erschoss und Noßke dies ohne eigenständige Prüfung hinnahm. Das Gericht schrieb ihm nicht pauschal sämtliche Morde der Einsatzgruppe D zu. (Quelle: Harvard Law School Library / NMT 9 — Originalurteil, HLSL-Sequenzen 6846–6851 / Druckseiten 6847–6852, individuelle Würdigung Noßkes)
- 1948 wurde er wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit, Kriegsverbrechen und Mitgliedschaft in verbrecherischen Organisationen verurteilt. Die lebenslange Freiheitsstrafe wurde später auf zehn Jahre reduziert; 1951 wurde er entlassen. (Quelle: Harvard Law School Library / NMT 9 — Originalurteil, HLSL-Sequenzen 6846–6851 / Druckseiten 6847–6852, individuelle Würdigung Noßkes; Quelle: Institut für Zeitgeschichte / VEJ — VEJ, Bd. 3, Dokument 76, PDF-Seite 226, Anmerkung 3: Noßke, Jahrgang 1902, EK 12, lebenslange Haft auf zehn Jahre reduziert, 1951 entlassen)
Stellung in der Verantwortungskette
Die Verantwortung folgt der individuellen Urteilsbegründung, nicht der Gesamtzahl der Taten der übergeordneten Einheit. (Quelle: Harvard Law School Library / NMT 9 — Originalurteil, HLSL-Sequenzen 6846–6851 / Druckseiten 6847–6852, individuelle Würdigung Noßkes)
Zentrale Ereignisse und Mechanismen
- 1902 – Geburt (Quelle: Institut für Zeitgeschichte / VEJ — VEJ, Bd. 3, Dokument 76, PDF-Seite 226, Anmerkung 3: Noßke, Jahrgang 1902, EK 12, lebenslange Haft auf zehn Jahre reduziert, 1951 entlassen; Quelle: Harvard Law School Library / NMT, NO-4146 — Datensatz 250184, Personenmetadaten in Zeilen 25–52 und dreiseitige eidesstattliche Erklärung vom 29. Juli 1947)
- 19. Juni 1941–März 1942 – Führung des Einsatzkommandos 12 (Quelle: Harvard Law School Library / NMT 9 — Originalurteil, HLSL-Sequenzen 6846–6851 / Druckseiten 6847–6852, individuelle Würdigung Noßkes; Quelle: Institut für Zeitgeschichte / VEJ — VEJ, Bd. 3, Dokument 76, PDF-Seite 226, Anmerkung 3: Noßke, Jahrgang 1902, EK 12, lebenslange Haft auf zehn Jahre reduziert, 1951 entlassen)
- 1941 – Teilkommando erschoss 94 Juden in Babtschynzi (Quelle: Harvard Law School Library / NMT 9 — Originalurteil, HLSL-Sequenzen 6846–6851 / Druckseiten 6847–6852, individuelle Würdigung Noßkes)
- 1948 – lebenslange Haft im Einsatzgruppen-Prozess (Quelle: Harvard Law School Library / NMT 9 — Originalurteil, HLSL-Sequenzen 6846–6851 / Druckseiten 6847–6852, individuelle Würdigung Noßkes; Quelle: Institut für Zeitgeschichte / VEJ — VEJ, Bd. 3, Dokument 76, PDF-Seite 226, Anmerkung 3: Noßke, Jahrgang 1902, EK 12, lebenslange Haft auf zehn Jahre reduziert, 1951 entlassen)
- 1951 – Entlassung nach Herabsetzung auf zehn Jahre (Quelle: Institut für Zeitgeschichte / VEJ — VEJ, Bd. 3, Dokument 76, PDF-Seite 226, Anmerkung 3: Noßke, Jahrgang 1902, EK 12, lebenslange Haft auf zehn Jahre reduziert, 1951 entlassen)
- 1986 – Tod (Quelle: Harvard Law School Library / NMT, NO-4146 — Datensatz 250184, Personenmetadaten in Zeilen 25–52 und dreiseitige eidesstattliche Erklärung vom 29. Juli 1947)
Der Kreis beschreibt Macht, Funktion und Handlungsmacht. Mehrere Profile können verschiedene Teile derselben Verfolgungskette erfassen; Opferzahlen auf Profilebene dürfen daher nicht addiert werden.
Aufarbeitung nach 1945
Das Nürnberger Militärtribunal befand Noßke unter den Anklagepunkten I–III für schuldig und verhängte lebenslange Haft. Später wurde die Strafe auf zehn Jahre herabgesetzt; 1951 kam er frei. (Quelle: Harvard Law School Library / NMT 9 — Originalurteil, HLSL-Sequenzen 6846–6851 / Druckseiten 6847–6852, individuelle Würdigung Noßkes; Quelle: Institut für Zeitgeschichte / VEJ — VEJ, Bd. 3, Dokument 76, PDF-Seite 226, Anmerkung 3: Noßke, Jahrgang 1902, EK 12, lebenslange Haft auf zehn Jahre reduziert, 1951 entlassen)
Grenzen der Quellenlage
Nur Geburts- und Todesjahr werden genannt; genaue Daten aus Harvard-Metadaten wurden nicht unabhängig anhand von Personenstandsunterlagen geprüft. Das Tribunal rechnete ihm ausdrücklich nicht die Gesamtopferzahl der Einsatzgruppe D zu. Sein Widerstand gegen einen anderen Erschießungsbefehl 1944 in Düsseldorf hob die Verurteilung für frühere Taten nicht auf. Kein Porträt mit geklärten Rechten. (Quelle: Harvard Law School Library / NMT 9 — Originalurteil, HLSL-Sequenzen 6846–6851 / Druckseiten 6847–6852, individuelle Würdigung Noßkes; Quelle: Harvard Law School Library / NMT, NO-4146 — Datensatz 250184, Personenmetadaten in Zeilen 25–52 und dreiseitige eidesstattliche Erklärung vom 29. Juli 1947)
Quellen
Die Quellengrundlage verbindet institutionelles, archivalisches, prozessbezogenes oder wissenschaftliches Material von mindestens zwei unabhängigen Herausgebern.