Deutschsprachige quellengebundene Ausgabe
Gunter d’Alquen
Gunter d’Alquen war Hauptschriftleiter des Schwarzen Korps und Befehlshaber der Waffen-SS-Propaganda. Das Profil rekonstruiert Funktion und Handlungsspielraum im dokumentierten Tätigkeitsgebiet (Deutsches Reich und besetztes Europa) anhand des Amtes, von Entscheidungen, Aufsicht oder operativem Handeln. Es schreibt nicht sämtliche Verbrechen einer Institution oder Region einer einzelnen Person zu.
Gesicherte Befunde
- Gunter d’Alquen wurde am 24. Oktober 1910 in Essen geboren und starb am 15. Mai 1998 in Mönchengladbach-Rheydt. (Quelle: angeführter institutioneller oder gerichtlicher Beleg; Quelle: angeführter institutioneller oder gerichtlicher Beleg)
- Seit 1935 leitete d’Alquen die SS-Wochenzeitung Das Schwarze Korps; im Krieg gründete und befehligte er die SS-Kriegsberichter-Kompanie, die spätere SS-Standarte Kurt Eggers. (Quelle: angeführter institutioneller oder gerichtlicher Beleg; Quelle: angeführter institutioneller oder gerichtlicher Beleg)
- Er schrieb am Drehbuch des antisemitischen Films Der ewige Jude mit, redigierte ein auf Hetze und Denunziation beruhendes Blatt und leitete einen Apparat, der der Waffen-SS eine unverhältnismäßig breite, verherrlichende Berichterstattung verschaffte und zugleich psychologische Kriegführung entwickelte. (Quelle: angeführter institutioneller oder gerichtlicher Beleg; Quelle: angeführter institutioneller oder gerichtlicher Beleg)
- Es handelte sich um Entnazifizierungsentscheidungen, nicht um eine Verurteilung wegen Kriegsverbrechen: 1950 stufte ihn eine Berliner Spruchkammer als Hauptschuldigen ein und verhängte 10 Jahre Internierung; spätere Verfahren fügten Geldstrafen hinzu. (Quelle: angeführter institutioneller oder gerichtlicher Beleg; Quelle: angeführter institutioneller oder gerichtlicher Beleg)
Stellung in der Verantwortungskette
Das Profil schreibt Gunter d’Alquen nur die in den angeführten Quellen belegte Rolle und das dort dokumentierte Verhalten zu, ohne ihm sämtliche Verbrechen der mit ihm verbundenen Institutionen oder Einheiten zuzurechnen. (Quelle: angeführter institutioneller oder gerichtlicher Beleg; Quelle: angeführter institutioneller oder gerichtlicher Beleg)
Zentrale Ereignisse und Mechanismen
- 1935 übernahm er die Leitung des Schwarzen Korps; im Krieg baute er die SS-Propagandaeinheit zur Standarte Kurt Eggers aus. (Quelle: angeführter institutioneller oder gerichtlicher Beleg; Quelle: angeführter institutioneller oder gerichtlicher Beleg)
- 1955 wurden eine Geldstrafe von 60.000 Mark und der Verlust von Rechten für 3 Jahre verhängt; 1958 kamen weitere 28.000 Mark hinzu und er wurde entlassen. (Quelle: angeführter institutioneller oder gerichtlicher Beleg; Quelle: angeführter institutioneller oder gerichtlicher Beleg)
Der Kreis beschreibt Macht, Funktion und Handlungsmacht. Mehrere Profile können verschiedene Teile derselben Verfolgungskette erfassen; Opferzahlen auf Profilebene dürfen daher nicht addiert werden.
Aufarbeitung nach 1945
Nach seiner Entlassung 1958 arbeitete d’Alquen in der Wirtschaft und blieb in Kreisen ehemaliger Waffen-SS-Angehöriger aktiv. (Quelle: angeführter institutioneller oder gerichtlicher Beleg; Quelle: angeführter institutioneller oder gerichtlicher Beleg)
Grenzen der Quellenlage
Das Profil erfasst persönliche redaktionelle Entscheidungen, Mitautorschaft und die Führung eines Propagandaapparats. Es wertet die SS-Mitgliedschaft allein nicht als Beweis jeder Straftat und stellt die Entnazifizierung nicht als Kriegsverbrecherprozess dar. Eine individuelle Opferzahl wird nicht festgelegt; zusätzliche Befehle oder Handlungen werden ohne ausdrücklichen Quellenbeleg nicht zugeschrieben. Ein Porträt mit eindeutig dokumentierten Veröffentlichungsrechten wurde nicht gefunden. (Quelle: angeführter institutioneller oder gerichtlicher Beleg; Quelle: angeführter institutioneller oder gerichtlicher Beleg)
Quellen
Die Quellengrundlage verbindet institutionelles, archivalisches, prozessbezogenes oder wissenschaftliches Material von mindestens zwei unabhängigen Herausgebern.