Deutschsprachige quellengebundene Ausgabe
Erich Hermann Bauer
Erich Hermann Bauer war Sobibor-Personal; verantwortlich für den Motor der Gaskammern. Das Profil rekonstruiert Funktion und Handlungsspielraum im dokumentierten Tätigkeitsgebiet (Sobibor · besetztes Polen) anhand des Amtes, von Entscheidungen, Aufsicht oder operativem Handeln. Es schreibt nicht sämtliche Verbrechen einer Institution oder Region einer einzelnen Person zu.
Gesicherte Befunde
- Erich Bauer wurde am 26. März 1900 in Berlin geboren. Während des Krieges gehörte er zum deutschen Personal des Vernichtungslagers Sobibor. (Quelle: United States Holocaust Memorial Museum — section on the Sobibor perpetrators’ album, lines/caption identifying Erich Bauer and his function)
- Das United States Holocaust Memorial Museum hält fest, dass Bauer für den Dieselmotor verantwortlich war, dessen kohlenmonoxidhaltige Abgase in die Gaskammern geleitet wurden. (Quelle: United States Holocaust Memorial Museum — section on the Sobibor perpetrators’ album, lines/caption identifying Erich Bauer and his function; Quelle: Stichting Sobibor — history of Sobibor, section on the gas chambers and Erich Bauer’s postwar statement)
- Die Geschichte der Stichting Sobibor zitiert seine Nachkriegsaussage über das Starten des Motors und das Einleiten der Abgase in die verschlossenen Kammern. (Quelle: Stichting Sobibor — history of Sobibor, section on the gas chambers and Erich Bauer’s postwar statement)
- Am 8. Mai 1950 verurteilte ihn ein Gericht in Berlin-Moabit zum Tode. Die Strafe wurde später durch lebenslange Haft ersetzt; Bauer starb 1980 im Gefängnis Tegel. (Quelle: United States Holocaust Memorial Museum — section on the Sobibor perpetrators’ album, lines/caption identifying Erich Bauer and his function; Quelle: Stichting Sobibor / Sobibor Foundation — Marek Bem, Sobibor Extermination Camp 1942–1943, p. 306, case reference PKs 3/50, Staatsanwaltschaft Berlin-Moabit; Quelle: Gedenkweg Sobibor — section on the Berlin trial of Erich Bauer)
Stellung in der Verantwortungskette
Bauers Verantwortung beruht auf einer konkret belegten technisch-operativen Funktion im Tötungsprozess und auf einem Gerichtsurteil. Das Profil schreibt ihm nicht automatisch jeden Mord in Sobibor zu. (Quelle: United States Holocaust Memorial Museum — section on the Sobibor perpetrators’ album, lines/caption identifying Erich Bauer and his function; Quelle: Stichting Sobibor — history of Sobibor, section on the gas chambers and Erich Bauer’s postwar statement)
Zentrale Ereignisse und Mechanismen
- 1942 – Beginn des Einsatzes im Vernichtungslager Sobibor (Quelle: United States Holocaust Memorial Museum — section on the Sobibor perpetrators’ album, lines/caption identifying Erich Bauer and his function; Quelle: Stichting Sobibor — history of Sobibor, section on the gas chambers and Erich Bauer’s postwar statement)
- 1942–1943 – Bedienung des Motors, der Abgase in die Gaskammern leitete (Quelle: United States Holocaust Memorial Museum — section on the Sobibor perpetrators’ album, lines/caption identifying Erich Bauer and his function; Quelle: Stichting Sobibor — history of Sobibor, section on the gas chambers and Erich Bauer’s postwar statement)
- 8. Mai 1950 – Todesurteil in Berlin (Quelle: Stichting Sobibor / Sobibor Foundation — Marek Bem, Sobibor Extermination Camp 1942–1943, p. 306, case reference PKs 3/50, Staatsanwaltschaft Berlin-Moabit; Quelle: Gedenkweg Sobibor — section on the Berlin trial of Erich Bauer)
- nach dem Urteil – Ersetzung durch lebenslange Haft; Tod im Gefängnis 1980 (Quelle: United States Holocaust Memorial Museum — section on the Sobibor perpetrators’ album, lines/caption identifying Erich Bauer and his function; Quelle: Gedenkweg Sobibor — section on the Berlin trial of Erich Bauer)
Der Kreis beschreibt Macht, Funktion und Handlungsmacht. Mehrere Profile können verschiedene Teile derselben Verfolgungskette erfassen; Opferzahlen auf Profilebene dürfen daher nicht addiert werden.
Aufarbeitung nach 1945
Bauer wurde in Berlin von Überlebenden aus Sobibor erkannt und vor Gericht gestellt. Das Gericht verhängte die Todesstrafe, die durch lebenslange Haft ersetzt wurde. Er starb 1980 im Gefängnis Tegel. (Quelle: United States Holocaust Memorial Museum — section on the Sobibor perpetrators’ album, lines/caption identifying Erich Bauer and his function; Quelle: Stichting Sobibor / Sobibor Foundation — Marek Bem, Sobibor Extermination Camp 1942–1943, p. 306, case reference PKs 3/50, Staatsanwaltschaft Berlin-Moabit; Quelle: Gedenkweg Sobibor — section on the Berlin trial of Erich Bauer)
Grenzen der Quellenlage
Das Profil beschreibt nur Bauers individuell belegte Funktion und den Ausgang des Prozesses. Ein Datum für die Ersetzung der Todesstrafe durch lebenslange Haft wird nicht genannt. Es wurde kein Porträt ausgewählt: Das gut dokumentierte verfügbare Bild zeigt ihn vor allem in einer Gruppe. (Quelle: United States Holocaust Memorial Museum — section on the Sobibor perpetrators’ album, lines/caption identifying Erich Bauer and his function; Quelle: Stichting Sobibor — history of Sobibor, section on the gas chambers and Erich Bauer’s postwar statement; Quelle: Stichting Sobibor / Sobibor Foundation — Marek Bem, Sobibor Extermination Camp 1942–1943, p. 306, case reference PKs 3/50, Staatsanwaltschaft Berlin-Moabit)
Quellen
Die Quellengrundlage verbindet institutionelles, archivalisches, prozessbezogenes oder wissenschaftliches Material von mindestens zwei unabhängigen Herausgebern.