Deutschsprachige quellengebundene Ausgabe
Anton Dostler
Anton Dostler war Wehrmachtgeneral und Kommandierender General des LXXV. Armeekorps in Italien. Das Profil rekonstruiert Funktion und Handlungsspielraum im dokumentierten Tätigkeitsgebiet (Ligurien · Italien) anhand des Amtes, von Entscheidungen, Aufsicht oder operativem Handeln. Es schreibt nicht sämtliche Verbrechen einer Institution oder Region einer einzelnen Person zu.
Gesicherte Befunde
- Anton Dostler wurde am 10. Mai 1891 in München geboren. Im März 1944 befehligte er das LXXV. Armeekorps in Italien. (Quelle: United Nations War Crimes Commission / Library of Congress, Trial of General Anton Dostler, printed pp. 22–34 (PDF pp. 33–45); Quelle: Harvard Law School Library — Nuremberg Trials Project, Deposition concerning the trial of General Anton Dostler; document description and scans)
- Er befahl die Erschießung von fünfzehn gefangenen US-Soldaten der Operation Ginny II, obwohl Untergebene auf die Rechtswidrigkeit der Tötung von Kriegsgefangenen hinwiesen. (Quelle: United Nations War Crimes Commission / Library of Congress, Trial of General Anton Dostler, printed pp. 22–34 (PDF pp. 33–45); Quelle: Harvard Law School Library — Nuremberg Trials Project, Deposition concerning the trial of General Anton Dostler; document description and scans; Quelle: Harvard Law School Library — IMT transcript, IMT transcript seq. 2204, reference to the Dostler case and Commando Order)
- Eine US-Militärkommission in Rom sprach ihn eines Kriegsverbrechens schuldig, verurteilte ihn zum Tode und ließ das Urteil am 1. Dezember 1945 in Aversa vollstrecken. (Quelle: United Nations War Crimes Commission / Library of Congress, Trial of General Anton Dostler, printed pp. 22–34 (PDF pp. 33–45))
Stellung in der Verantwortungskette
Der Dostler-Prozess wurde zum Präzedenzfall dafür, dass ein Befehl von oben einen Kommandeur nicht von der Verantwortung für eine offensichtlich rechtswidrige Gefangenenerschießung befreit. Das Profil betrifft einen konkreten Befehl gegen fünfzehn Männer. (Quelle: United Nations War Crimes Commission / Library of Congress, Trial of General Anton Dostler, printed pp. 22–34 (PDF pp. 33–45); Quelle: Harvard Law School Library — IMT transcript, IMT transcript seq. 2204, reference to the Dostler case and Commando Order)
Zentrale Ereignisse und Mechanismen
- 26. März 1944 – Vollstreckung des Befehls zur Erschießung von fünfzehn US-Gefangenen (Quelle: United Nations War Crimes Commission / Library of Congress, Trial of General Anton Dostler, printed pp. 22–34 (PDF pp. 33–45); Quelle: Harvard Law School Library — Nuremberg Trials Project, Deposition concerning the trial of General Anton Dostler; document description and scans)
- 8.–12. Oktober 1945 – Prozess vor einer US-Militärkommission in Rom (Quelle: United Nations War Crimes Commission / Library of Congress, Trial of General Anton Dostler, printed pp. 22–34 (PDF pp. 33–45))
- 1. Dezember 1945 – Hinrichtung in Aversa (Quelle: United Nations War Crimes Commission / Library of Congress, Trial of General Anton Dostler, printed pp. 22–34 (PDF pp. 33–45))
Der Kreis beschreibt Macht, Funktion und Handlungsmacht. Mehrere Profile können verschiedene Teile derselben Verfolgungskette erfassen; Opferzahlen auf Profilebene dürfen daher nicht addiert werden.
Aufarbeitung nach 1945
Eine US-Militärkommission verurteilte Dostler wegen des rechtswidrigen Befehls zur Tötung von Kriegsgefangenen. Am 1. Dezember 1945 wurde er in Aversa erschossen. (Quelle: United Nations War Crimes Commission / Library of Congress, Trial of General Anton Dostler, printed pp. 22–34 (PDF pp. 33–45))
Grenzen der Quellenlage
Das Verfahren betrifft einen individualisierten Befehl zur Tötung von fünfzehn Soldaten, nicht eine Gesamtbilanz des LXXV. Armeekorps. Untergebene waren an der Ausführung beteiligt; das Urteil konzentrierte sich auf Dostlers persönlichen Befehl. (Quelle: United Nations War Crimes Commission / Library of Congress, Trial of General Anton Dostler, printed pp. 22–34 (PDF pp. 33–45); Quelle: Harvard Law School Library — IMT transcript, IMT transcript seq. 2204, reference to the Dostler case and Commando Order)
Quellen
Die Quellengrundlage verbindet institutionelles, archivalisches, prozessbezogenes oder wissenschaftliches Material von mindestens zwei unabhängigen Herausgebern.