Deutschsprachige quellengebundene Ausgabe
Alice Orlowski
Alice Orlowski war SS-Aufseherin in Majdanek, Płaszów und Auschwitz-Birkenau. Das Profil rekonstruiert Funktion und Handlungsspielraum im dokumentierten Tätigkeitsgebiet (Majdanek · Płaszów · Auschwitz · besetztes Polen) anhand des Amtes, von Entscheidungen, Aufsicht oder operativem Handeln. Es schreibt nicht sämtliche Verbrechen einer Institution oder Region einer einzelnen Person zu.
Gesicherte Befunde
- Alice Orlowski wurde am 30. September 1903 in Berlin geboren. Sie war SS-Aufseherin in Majdanek, Płaszów und Auschwitz-Birkenau. (Quelle: Staatliches Museum Auschwitz-Birkenau, Abschnitte „Unter vierzig Angeklagten …“ und „Das Gericht schenkte … keinen Glauben“)
- Eidesstattliche Aussagen ehemaliger weiblicher Häftlinge individualisieren sie als Aufseherin, die Gewalt gegen Gefangene ausübte. (Quelle: Institut für Nationales Gedenken — Chroniken des Terrors, IPN GK 196/141, S. 206; eidesstattliche Aussage einer ehemaligen Gefangenen, in der Alice Orlowski genannt wird; Quelle: Institut für Nationales Gedenken — Chroniken des Terrors, eidesstattliche Aussage einer ehemaligen Gefangenen, S. 314–315; Quelle: Institut für Nationales Gedenken — Chroniken des Terrors, eidesstattliche Aussage einer ehemaligen Gefangenen, S. 328–329)
- Das Oberste Nationale Tribunal in Krakau verurteilte sie am 22. Dezember 1947 zu fünfzehn Jahren Haft und wies ihren Versuch zurück, die eigene Rolle zu verharmlosen. (Quelle: Staatliches Museum Auschwitz-Birkenau, Abschnitte „Unter vierzig Angeklagten …“ und „Das Gericht schenkte … keinen Glauben“)
Stellung in der Verantwortungskette
Orlowskis Profil verbindet Zeugenaussagen mit der gerichtlichen Würdigung und stützt sich nicht nur auf ihre Zugehörigkeit zum Lagerpersonal. Die Verurteilung betraf ihr eigenes Verhalten und ihre Beteiligung an der Lagergewalt. (Quelle: Staatliches Museum Auschwitz-Birkenau, Abschnitte „Unter vierzig Angeklagten …“ und „Das Gericht schenkte … keinen Glauben“; Quelle: Institut für Nationales Gedenken — Chroniken des Terrors, IPN GK 196/141, S. 206; eidesstattliche Aussage einer ehemaligen Gefangenen, in der Alice Orlowski genannt wird; Quelle: Institut für Nationales Gedenken — Chroniken des Terrors, eidesstattliche Aussage einer ehemaligen Gefangenen, S. 314–315; Quelle: Institut für Nationales Gedenken — Chroniken des Terrors, eidesstattliche Aussage einer ehemaligen Gefangenen, S. 328–329)
Zentrale Ereignisse und Mechanismen
- 1941–1945 – Aufseherinnendienst unter anderem in Majdanek, Płaszów und Auschwitz (Quelle: Institut für Nationales Gedenken — Chroniken des Terrors, IPN GK 196/141, S. 206; eidesstattliche Aussage einer ehemaligen Gefangenen, in der Alice Orlowski genannt wird; Quelle: Institut für Nationales Gedenken — Chroniken des Terrors, eidesstattliche Aussage einer ehemaligen Gefangenen, S. 314–315; Quelle: Institut für Nationales Gedenken — Chroniken des Terrors, eidesstattliche Aussage einer ehemaligen Gefangenen, S. 328–329)
- 22. Dezember 1947 – fünfzehn Jahre Haft im Krakauer Auschwitz-Prozess (Quelle: Staatliches Museum Auschwitz-Birkenau, Abschnitte „Unter vierzig Angeklagten …“ und „Das Gericht schenkte … keinen Glauben“)
- 1957 – Entlassung nach Verbüßung eines Teils der Strafe (Quelle: Staatliches Museum Auschwitz-Birkenau, Abschnitte „Unter vierzig Angeklagten …“ und „Das Gericht schenkte … keinen Glauben“)
Der Kreis beschreibt Macht, Funktion und Handlungsmacht. Mehrere Profile können verschiedene Teile derselben Verfolgungskette erfassen; Opferzahlen auf Profilebene dürfen daher nicht addiert werden.
Aufarbeitung nach 1945
Im Krakauer Auschwitz-Prozess verurteilte das Oberste Nationale Tribunal Orlowski zu fünfzehn Jahren Haft. 1957 wurde sie entlassen; später stand sie im Majdanek-Prozess erneut vor Gericht, starb aber vor dessen Ende. (Quelle: Staatliches Museum Auschwitz-Birkenau, Abschnitte „Unter vierzig Angeklagten …“ und „Das Gericht schenkte … keinen Glauben“)
Grenzen der Quellenlage
Die Zeugenaussagen schildern konkrete Verhaltensweisen, doch nicht jede Nennung erlaubt eine genaue Datierung und Lokalisierung. Das Profil verbindet sie nicht automatisch mit sämtlichen Verbrechen der Lager, in denen sie Dienst tat. (Quelle: Staatliches Museum Auschwitz-Birkenau, Abschnitte „Unter vierzig Angeklagten …“ und „Das Gericht schenkte … keinen Glauben“; Quelle: Institut für Nationales Gedenken — Chroniken des Terrors, IPN GK 196/141, S. 206; eidesstattliche Aussage einer ehemaligen Gefangenen, in der Alice Orlowski genannt wird; Quelle: Institut für Nationales Gedenken — Chroniken des Terrors, eidesstattliche Aussage einer ehemaligen Gefangenen, S. 314–315; Quelle: Institut für Nationales Gedenken — Chroniken des Terrors, eidesstattliche Aussage einer ehemaligen Gefangenen, S. 328–329)
Quellen
Die Quellengrundlage verbindet institutionelles, archivalisches, prozessbezogenes oder wissenschaftliches Material von mindestens zwei unabhängigen Herausgebern.