Deutschsprachige quellengebundene Ausgabe
Alfred Trzebinski
Alfred Trzebinski war SS-Arzt in Neuengamme; Beteiligter an den Morden am Bullenhuser Damm. Das Profil rekonstruiert Funktion und Handlungsspielraum im dokumentierten Tätigkeitsgebiet (Neuengamme · Hamburg · Deutschland) anhand des Amtes, von Entscheidungen, Aufsicht oder operativem Handeln. Es schreibt nicht sämtliche Verbrechen einer Institution oder Region einer einzelnen Person zu.
Gesicherte Befunde
- Alfred Trzebinski wurde am 29. August 1902 in Jutrosin geboren. Als SS-Arzt war er in Auschwitz, Majdanek und Neuengamme eingesetzt. (Quelle: Stiftung Hamburger Gedenkstätten und Lernorte / Offenes Archiv, pp. 1–3 (identity, camp posts, Bullenhuser Damm murders, verdict and execution); pp. 10–11, TNA WO 309/872 and witness evidence)
- Am 20. April 1945 beteiligte er sich an Vorbereitung und Durchführung der Ermordung von zwanzig jüdischen Kindern, vier erwachsenen Betreuern und vierundzwanzig sowjetischen Gefangenen am Bullenhuser Damm. (Quelle: Stiftung Hamburger Gedenkstätten und Lernorte / Offenes Archiv, pp. 1–3 (identity, camp posts, Bullenhuser Damm murders, verdict and execution); pp. 10–11, TNA WO 309/872 and witness evidence; Quelle: The Wiener Holocaust Library, Collection 2162, reference 2162/16, “Scope and content”)
- Ein britisches Militärgericht verurteilte ihn am 3. Mai 1946 zum Tode; am 8. Oktober 1946 wurde er in Hameln hingerichtet. (Quelle: Stiftung Hamburger Gedenkstätten und Lernorte / Offenes Archiv, pp. 1–3 (identity, camp posts, Bullenhuser Damm murders, verdict and execution); pp. 10–11, TNA WO 309/872 and witness evidence)
Stellung in der Verantwortungskette
Trzebinskis Verantwortung ist durch seine Funktion als SS-Arzt und konkrete Handlungen am Bullenhuser Damm individualisiert. Das Profil schreibt ihm nicht sämtliche Verbrechen der Lager zu, in denen er eingesetzt war. (Quelle: Stiftung Hamburger Gedenkstätten und Lernorte / Offenes Archiv, pp. 1–3 (identity, camp posts, Bullenhuser Damm murders, verdict and execution); pp. 10–11, TNA WO 309/872 and witness evidence; Quelle: The Wiener Holocaust Library, Collection 2162, reference 2162/16, “Scope and content”)
Zentrale Ereignisse und Mechanismen
- 20. April 1945 – Beteiligung an den Morden am Bullenhuser Damm (Quelle: Stiftung Hamburger Gedenkstätten und Lernorte / Offenes Archiv, pp. 1–3 (identity, camp posts, Bullenhuser Damm murders, verdict and execution); pp. 10–11, TNA WO 309/872 and witness evidence)
- 3. Mai 1946 – Todesurteil im Neuengamme-Prozess (Quelle: Stiftung Hamburger Gedenkstätten und Lernorte / Offenes Archiv, pp. 1–3 (identity, camp posts, Bullenhuser Damm murders, verdict and execution); pp. 10–11, TNA WO 309/872 and witness evidence; Quelle: The Wiener Holocaust Library, Collection 2162, reference 2162/16, “Scope and content”)
- 8. Oktober 1946 – Hinrichtung in Hameln (Quelle: Stiftung Hamburger Gedenkstätten und Lernorte / Offenes Archiv, pp. 1–3 (identity, camp posts, Bullenhuser Damm murders, verdict and execution); pp. 10–11, TNA WO 309/872 and witness evidence)
Der Kreis beschreibt Macht, Funktion und Handlungsmacht. Mehrere Profile können verschiedene Teile derselben Verfolgungskette erfassen; Opferzahlen auf Profilebene dürfen daher nicht addiert werden.
Aufarbeitung nach 1945
Im ersten britischen Neuengamme-Prozess im Curiohaus wurde Trzebinski zum Tode verurteilt. Am 8. Oktober 1946 wurde er im Zuchthaus Hameln gehängt. (Quelle: Stiftung Hamburger Gedenkstätten und Lernorte / Offenes Archiv, pp. 1–3 (identity, camp posts, Bullenhuser Damm murders, verdict and execution); pp. 10–11, TNA WO 309/872 and witness evidence)
Grenzen der Quellenlage
Die Quellen individualisieren seine Beteiligung am Bullenhuser Damm; Teile der Tat wurden jedoch von weiteren Angeklagten ausgeführt. Die genannten Zahlen betreffen diese eine Mordaktion, nicht eine persönliche Gesamtbilanz. (Quelle: Stiftung Hamburger Gedenkstätten und Lernorte / Offenes Archiv, pp. 1–3 (identity, camp posts, Bullenhuser Damm murders, verdict and execution); pp. 10–11, TNA WO 309/872 and witness evidence; Quelle: The Wiener Holocaust Library, Collection 2162, reference 2162/16, “Scope and content”)
Quellen
Die Quellengrundlage verbindet institutionelles, archivalisches, prozessbezogenes oder wissenschaftliches Material von mindestens zwei unabhängigen Herausgebern.