Deutschsprachige quellengebundene Ausgabe
Albert Kesselring
Albert Kesselring war Generalfeldmarschall; Oberbefehlshaber Südwest und Befehlshaber der Heeresgruppe C in Italien. Das Profil rekonstruiert Funktion und Handlungsspielraum im dokumentierten Tätigkeitsgebiet (Italien) anhand des Amtes, von Entscheidungen, Aufsicht oder operativem Handeln. Es schreibt nicht sämtliche Verbrechen einer Institution oder Region einer einzelnen Person zu.
Gesicherte Befunde
- Albert Kesselring wurde am 30. November 1885 in Marktsteft geboren. Als Generalfeldmarschall war er Oberbefehlshaber Südwest und führte die Heeresgruppe C in Italien. (Quelle: United Nations War Crimes Commission / Library of Congress, Case No. 44, printed pp. 9–14 (PDF pp. 21–26); charges pp. 9–10, orders pp. 10–12, finding p. 12; Quelle: Haus der Bayerischen Geschichte, Biographical header and final paragraph)
- Das britische Gericht prüfte seine Vergeltungsbefehle, darunter die Anordnung, für jeden Deutschen zehn Italiener zu töten, sowie seine Rolle in der Befehlskette zum Massaker in den Ardeatinischen Höhlen. (Quelle: United Nations War Crimes Commission / Library of Congress, Case No. 44, printed pp. 9–14 (PDF pp. 21–26); charges pp. 9–10, orders pp. 10–12, finding p. 12; Quelle: United States Holocaust Memorial Museum, Sections “German Reprisal” and “Postwar Trials”)
- 1947 wurde er in beiden Anklagepunkten schuldig gesprochen und zum Tode verurteilt. Die Strafe wurde in lebenslange Haft umgewandelt; 1952 kam er frei. (Quelle: United Nations War Crimes Commission / Library of Congress, Case No. 44, printed pp. 9–14 (PDF pp. 21–26); charges pp. 9–10, orders pp. 10–12, finding p. 12; Quelle: Haus der Bayerischen Geschichte, Biographical header and final paragraph)
Stellung in der Verantwortungskette
Kesselrings Fall betrifft die Verantwortung eines Oberbefehlshabers für den Erlass und die Aufrechterhaltung rechtswidriger Vergeltungsbefehle. Daraus folgt nicht, dass er jedes Opfer persönlich auswählte oder Exekutionen selbst ausführte. (Quelle: United Nations War Crimes Commission / Library of Congress, Case No. 44, printed pp. 9–14 (PDF pp. 21–26); charges pp. 9–10, orders pp. 10–12, finding p. 12; Quelle: United States Holocaust Memorial Museum, Sections “German Reprisal” and “Postwar Trials”)
Zentrale Ereignisse und Mechanismen
- März 1944 – Genehmigung der Vergeltung nach dem Anschlag in der Via Rasella und Massaker in den Ardeatinischen Höhlen (Quelle: United Nations War Crimes Commission / Library of Congress, Case No. 44, printed pp. 9–14 (PDF pp. 21–26); charges pp. 9–10, orders pp. 10–12, finding p. 12; Quelle: United States Holocaust Memorial Museum, Sections “German Reprisal” and “Postwar Trials”)
- 1947 – britischer Militärprozess in Venedig und Todesurteil (Quelle: United Nations War Crimes Commission / Library of Congress, Case No. 44, printed pp. 9–14 (PDF pp. 21–26); charges pp. 9–10, orders pp. 10–12, finding p. 12)
- 1952 – Entlassung nach Strafmilderung (Quelle: United Nations War Crimes Commission / Library of Congress, Case No. 44, printed pp. 9–14 (PDF pp. 21–26); charges pp. 9–10, orders pp. 10–12, finding p. 12; Quelle: Haus der Bayerischen Geschichte, Biographical header and final paragraph)
Der Kreis beschreibt Macht, Funktion und Handlungsmacht. Mehrere Profile können verschiedene Teile derselben Verfolgungskette erfassen; Opferzahlen auf Profilebene dürfen daher nicht addiert werden.
Aufarbeitung nach 1945
Ein britisches Militärgericht in Venedig verurteilte Kesselring wegen Verbrechen im Zusammenhang mit Repressalien in Italien zum Tode. Die Strafe wurde in lebenslange Haft umgewandelt; 1952 wurde er entlassen. (Quelle: United Nations War Crimes Commission / Library of Congress, Case No. 44, printed pp. 9–14 (PDF pp. 21–26); charges pp. 9–10, orders pp. 10–12, finding p. 12; Quelle: Haus der Bayerischen Geschichte, Biographical header and final paragraph)
Grenzen der Quellenlage
Zur Verantwortungskette des Massakers gehörten Hitler, militärische Führung, Sicherheitspolizei und unmittelbare Täter. Das Profil schreibt Kesselring nur die vom Gericht festgestellten Befehle und Befehlsverantwortung zu. (Quelle: United Nations War Crimes Commission / Library of Congress, Case No. 44, printed pp. 9–14 (PDF pp. 21–26); charges pp. 9–10, orders pp. 10–12, finding p. 12; Quelle: United States Holocaust Memorial Museum, Sections “German Reprisal” and “Postwar Trials”)
Quellen
Die Quellengrundlage verbindet institutionelles, archivalisches, prozessbezogenes oder wissenschaftliches Material von mindestens zwei unabhängigen Herausgebern.